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Der kostbare Glaube nach der Wahrheit Gottes: Kapitel 10.

Kapitel 10

Früchte des Geistes

„Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit; gegen all dies ist das Gesetz nicht“ (Gal 5:22 f.). „Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geist. Wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und bei den Menschen geachtet“ (Röm 14:17 f.). Wer das Reich Gottes in sich aufgenommen hat,

  • der ist gerecht. Alle Taten und Handlungen, die eigene Rede, das Verhalten und der Umgang mit anderen Menschen – all das ist immer nach der Wahrheit. Es gibt keine Lüge, keine Gewalt, nichts Böses hat mehr Platz.
  • der hat Frieden und Ruhe. Es gibt keine Feindschaft, das Verhältnis zu allen Menschen ist immer in Liebe, herzlich und achtungsvoll, ohne Ansehen der Person und Heuchelei.
  • der hat Freude. Es geht ihm immer gut, der Mensch ist stets fröhlich, es bedrückt ihn nichts, er regt sich nicht auf und neigt nicht zur Erregung von Ärgernissen oder Streitigkeiten.

Solch ein innerer Zustand des Menschen deutet darauf hin, dass er das Reich Gottes, das ewige Leben, in sich hat und die Früchte des Heiligen Geistes äußert.

Die Geduld

„Fasset eure Seelen mit Geduld [seid standhaft, und ihr werdet euer Leben gewinnen]“ (Lk 21:19). „Geduld aber habt ihr nötig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt“ (Hebr 10:36). „Dulden wir, so werden wir mit herrschen; […]“ (2 Tim 2:12).

Diese drei Verse verdeutlichen die große Bedeutung der Geduld im Leben eines Christen. Ohne Geduld kann man seine Seele nicht erretten. Ohne Geduld kann man den Willen Gottes nicht erfüllen und nicht mit ihm herrschen. Es ist vollkommen offensichtlich, dass ein Mensch ohne Geduld keine Errettung hat und das Himmelreich nicht erlangen kann. Daher ist es sehr wichtig und auch notwendig zu verstehen, was die Geduld überhaupt ist und zu wissen, ob man die Geduld in sich trägt oder nicht. Dass es die Geduld als solche gibt, wissen alle Menschen, weil jeder Mensch sich gedulden muss. Doch sich gedulden zu müssen ist in dieser Welt eine eher unerwünschte Erscheinung. Die Menschen möchten sich nicht gedulden, doch sie müssen es. Und in solchen Momenten wünschen sie sich sehr, dass das Gedulden ein Ende nimmt, damit sie sich wieder freuen können. Die Geduld wird unmittelbar mit Entbehrungen in Verbindung gebracht: mit Trauer und Schmerz, mit Leid, vielleicht auch mit negativen Erlebnissen sowohl in der Familie als auch auf der Arbeit (der Vorgesetzte ist unfreundlich, die Kollegen unvernünftig) und so weiter. Deshalb sehnen sich die Menschen danach, der Situation, in der man sich unfreiwillig befindet, so schnell wie möglich ein Ende zu setzen. Die Geduld im Leben eines Menschen ist also nicht wegzudenken. Sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Lebens.

Doch was ist die Geduld? Woher kommt sie? Die Bibel offenbart uns sehr viel über die Geduld: „[…] wir rühmen uns auch der Trübsale, dieweil wir wissen, dass Trübsal Geduld bringt; Geduld aber bringt Erfahrung; Erfahrung aber bringt Hoffnung; Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; [...]“ (Röm 5:3-5). „[…] die wir […] [halten] an der angebotenen Hoffnung. Diese haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele, […]“ (Hebr 6:18-20). Die Geduld ist eine wichtige Voraussetzung für die Errettung der eigenen Seele. „Die Geduld aber soll ihr Werk tun bis ans Ende, damit ihr vollkommen und unversehrt seid und kein Mangel an euch sei“ (Jak 1:4). Wenn das Gedulden für den Menschen dieser Welt kein wünschenswerter Zustand ist, so ist es für den Christen hingegen ein unverzichtbarer Teil seines Glaubens und muss die vollkommene Wirkung entfalten. Sie muss wachsen und sich vermehren, ansonsten wird das ewige Leben in einem Christen nicht fruchten. Für den Gläubigen darf es keinesfalls befremdlich erscheinen, wenn er vieles in seinem Leben ertragen muss, weil die Geduld weitere kostbare Früchte wie Demut, Sanftmut usw. mit sich bringt. Deswegen muss ein Christ, im Gegensatz zu einem irdischen Menschen, nach der Geduld streben.

„Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, […]“ (Gal 5:22). Gott selbst ist der Gott der Geduld (Röm 15:5), und so erfahren wir, dass Geduld ein Bestandteil von Gottes Wesen ist und das Geheimnis der Unsterblichkeit in sich trägt. Das Wort im 1. Korinther Kapitel 13 bestätigt dies; die Liebe hört niemals auf. Das ist auch verständlich, denn Gott selbst ist die Liebe (1 Joh 4:16). Die Liebe ist das Band der Vollkommenheit (Kol 3:14), welche auch Geduld mit sich bringt (1 Kor 13:7) oder anders gesagt: Die Liebe besteht aus Geduld, Demut, Sanftmut, Friede, Freude, Hoffnung; die Liebe ist Gott selbst, sein ewiges, unvergängliches Wesen.

Gott ist unsichtbar (Röm 1:20), folglich ist auch die Geduld unsichtbar. Kann man sie überhaupt fühlen, mit den Händen ertasten? Alle wissen, dass es sie gibt, doch es ist unmöglich, die Geduld zu fühlen, sie mit den physischen Augen zu betrachten. Dennoch wird sie sichtbar, und zwar durch die Frucht, die der Mensch äußert. Jeder Mensch verfügt über die Eigenschaft, sich zu gedulden, da er nach dem Bilde Gottes erschaffen ist. Die menschliche Geduld ist aber irdisch, nach dem Gesetz. Davon gibt es viele Beispiele im Alten Testament (Spr 14:29; 15:18; Pred 7:8). Oft ist es jedoch so, dass die Geduld nach dem Gesetz, nach dem Buchstaben: „Man muss sich gedulden!“ mit der wahrhaftigen Geduld, welche das Wesen Gottes ist, verwechselt wird. Der Herr hat uns nach seiner Gnade und Liebe die wahrhaftige Geduld – welche er selbst ist – offenbart, nämlich indem er in uns lebt! Er ist zu unserem Geist geworden, zu unserem Gewissen, unsere Geduld ist seine Geduld. Das heißt Jesus Christus ist meine Geduld, sie ist unsterblich, daher habe ich seine [des Herrn] Unsterblichkeit. Ich bin der göttlichen Natur teilhaftig geworden, indem ich den Glauben nach Gottes Wahrheit angenommen habe (2 Petr 1:1-4).

Alle Menschen schätzen Eigenschaften wie Liebe, Geduld und Demut. Ein solcher Mensch wird von den anderen gemocht. Doch warum fällt es so schwer, Liebe, Geduld und Demut zu äußern, wenn eigentlich jeder versteht, dass genau diese Eigenschaften wichtig und gut sind? Weil die Menschen nicht imstande sind, dies zu äußern! Wir Christen, die die Wahrheit erkannt haben, kennen die Antwort auf diese Frage. Gott ist Geist, er besteht aus diesen Eigenschaften, das heißt Gott ist Liebe, Gott ist Geduld, Demut, Sanftmut, Friede, Freude, Glauben, Hoffnung, Mäßigkeit. Nur wenn ein Mensch Gott zu seinem Leben macht und durch ihn lebt, sich der Macht Gottes hingibt, damit Gott führt und lenkt, also im Menschen wirkt – nur dann äußert der Mensch die echten Früchte der Unsterblichkeit. „Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder“ (Röm 8:14). „[…]. Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein“ (Röm 8:9).

Wer Gott ablehnt und nicht an ihn glaubt, wird diese Eigenschaften nie haben und äußern können. Diejenigen, die an Gott glauben, doch ihn nicht in ihrem Gewissen haben, zeigen diese Eigenschaften aus ihren eigenen Anstrengungen heraus, nach dem Gesetz; das sind tote Werke, das ist nicht das ewige Leben. Diese Menschen wurden betrogen: die Lüge des Teufels besteht darin, dass er dem Menschen einredet, man solle geduldig sein, sanftmütig, demütig, man muss sich darum bemühen und sich anstrengen. Doch im passenden Augenblick offenbart er sich im Menschen durch Wut, Zorn, Verärgerung usw. Und anschließend beruhigt er einen: „Das kommt vor, macht nichts, Gott ist barmherzig, er verzeiht dir, reiß dich zusammen, beherrsche dich, sei wachsam, strenge dich an und du wirst geduldig sein“. Und dann wiederholt sich alles wieder und wieder und es ist immer dasselbe! Was für eine schreckliche Katastrophe wird den Menschen erwarten, wenn er unter dem Gesetz steht, sich sehr bemüht, doch in der Tat nicht von Gott geboren ist und das Wesen Gottes nicht im Glauben aufgenommen hat!

Eines sollte uns allen klar sein, und zwar, dass die Geduld in uns wächst und sich durch Leiden stärkt: „[…] wir rühmen uns auch der Trübsale, dieweil wir wissen, dass Trübsal Geduld bringt“ (Röm 5:3) und „Meine lieben Brüder, erachtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen fallt, und wisst, dass euer Glaube, wenn er bewährt ist, Geduld wirkt“ (Jak 1:2 f.).

Die vollkommene Wirkung der Geduld ist überall und in allem notwendig, angefangen von den großen Taten bis zu den kleinsten, alltäglichen Dingen, untereinander, zwischen uns Gläubigen (1 Kor 6:7 f.; 2 Kor 11:19 f.). Sie ist auch dafür notwendig, um fest zu bleiben und den eigenen Lauf zu vollenden, den Glauben bis zum Schluss zu bewahren, womöglich sogar bis zum Tod als Märtyrer (Offb 3:10; 13:10; 14:12 f.). Lasst uns den Herrn Jesus Christus zu unserer Geduld machen, um den Kampf, der uns verordnet ist, durch Geduld zu vollbringen; denn ohne Geduld ist dies nicht möglich (Hebr 12:1). Lasst uns diese Lehre annehmen! Lasst es uns verstehen und begreifen, dieser Lehre Raum in uns geben, denn es ist die Lehre Jesu Christi, sein Geist, er selbst! Amen.

Die Sanftmut und die Demut

„Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen“ (Mt 5:5). „[…] lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen“ (Mt 11:29). „Ein jeder sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war“ (Phil 2:5). „[…] Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade“ (1 Petr 5:5).

Demut hat eine sehr große Bedeutung im Leben eines Christen und in seiner Errettung: „Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der HERR ist, zur Ehre Gottes, des Vaters“ (Phil 2:8-11). Demut geht mit Selbstverleugnung und Selbsterniedrigung einher, so wie es auch der Herr getan hat (Phil 2:7 f.). Das bedeutet, dass ein Mensch ohne Demut keine Gnade erhalten kann, weil in ihm der Stolz lebt und Gott widersteht den Hochmütigen.

Demut ist etwas sehr Großes, doch der Herr hat aus irgendeinem Grund nicht gesagt „selig sind die Demütigen“, sondern: „selig sind die Sanftmütigen“. Denn gerade die Sanftmütigen haben zwei große Verheißungen: „selig“ sind sie und „sie werden das Erdreich besitzen“. Natürlich konnte der Herr diese physische Erde, auf welcher wir leben, nicht gemeint haben, denn er lehrte: „Himmel und Erde werden vergehen; […]“ (Lk 21:33); und „die Erde und die Werke, die darauf sind, werden ihr Urteil finden […]. Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt“ (2 Petr 3:10-13). Diese Erde meinte der Herr als er sagte, dass die Sanftmütigen das Erdreich besitzen werden.

Doch was ist Sanftmut? Die Antwort darauf ist schnell zu finden, wenn man den Brief an die Galater Kapitel 5, Verse 22-23 aufschlägt, wo klar und deutlich gesagt wird: „Die Frucht aber des Geistes ist […] Sanftmut, Keuschheit; gegen all dies ist das Gesetz nicht“. Daraus wird deutlich, dass Sanftmut die Frucht des Geistes eines Menschen ist, in dessen Geist Jesus Christus wohnt. Es bedeutet, dass Sanftmut eine geistliche Erscheinung ist, welche Gott gehört: „Ich bin sanftmütig“ sagte der Herr. Folglich ist Sanftmut das Wesen des Heiligen Geistes, und dass wiederum bedeutet, dass Sanftmut der Göttliche Geist oder sein Bestandteil ist, also ein Bestandteil der Unsterblichkeit!

Somit ist die wahrhaftige Sanftmut das Wesen Gottes, das Wesen seiner Gottseligkeit, welches die Unsterblichkeit in sich trägt. Wenn ein Mensch Jesus Christus in sich aufnimmt und ihn zu seinem Gewissen macht, hat er auch die Sanftmut aufgenommen, welche zwei Verheißungen der Ewigkeit hat: Glückseligkeit und ein unvergängliches, unverwelkliches Erbe, das für uns aufbewahrt wird im Himmel, die wir aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werden zur Seligkeit (1 Petr 1:3-5). Wir sollten verstehen, dass nur diejenigen durch Gottes Macht bewahrt werden, die im Glauben nach der Wahrheit unseres Herrn und Gottes bleiben!

Wir haben nun verstanden, was die wahre Sanftmut, gemäß der Lehre unseres Herrn Jesus Christus, bedeutet. Doch wie äußert sich diese? Sanftmut zeigt sich in der Rede, beim Gespräch, bei Unterweisungen und Ermahnungen. Die Heilige Schrift offenbart uns: „Eine linde Antwort stillt den Zorn; […]“ (Spr 15:1); „Eine linde Zunge ist ein Baum des Lebens; […]“ (Spr 15:4); „[…]. Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann […] mit Sanftmut und Gottesfurcht, […]“ (1 Petr 3:15 f.); „[…] mit Sanftmut die Widerspenstigen zurechtweisen, […]“ (2 Tim 2:25); „Wer ist weise und klug unter euch? Der zeige mit seinem guten Wandel seine Werke in Sanftmut und Weisheit“ (Jak 3:13). Aus diesen Bibelstellen wird klar, dass Sanftmut durch die Zunge des Menschen geäußert wird und unmittelbar damit verbunden ist. Und da die Zunge mit beteiligt ist, wird sofort klar, warum der Herr die Sanftmut so betont und ihr die größte Verheißung der Glückseligkeit gegeben hat. Denn die Zunge ist ein kleines Glied, schreibt Jakobus im dritten Kapitel, doch sie richtet große Dinge an! So ist die Zunge unter unsern Gliedern: sie befleckt den ganzen Leib und zündet die ganze Welt an und ist selbst von der Hölle entzündet (Jak 3:5 f.). Wo befindet sich diese Hölle? In unserem Gewissen, wenn Christus nicht zu unserem Gewissen geworden ist. „Aber die Zunge kann kein Mensch zähmen, das unruhige Übel, voll tödlichen Giftes“ (Jak 3:8). Der Zustand der Zunge kann weder durch das Gesetz noch durch Strafe verändert werden. Auch ist ein Mensch nur eine Zeitlang in der Lage, seine Zunge zu zähmen. Letztendlich äußert die Zunge nur das, was im Gewissen eines Menschen lebt, weshalb sie früher oder später genau das zum Ausdruck bringen wird.

Es gibt nur eine Möglichkeit, diesen Zustand zu verändern: mit dem Herrn Jesus am Kreuz von Golgatha für die Lüge zu sterben, durch den Glauben an den Herrn, den Teufel aus sich hinauszutreiben und durch Ihn, unseren Herrn, sich von aller Ungerechtigkeit zu reinigen, damit man nicht im Wort sündigt. Das heißt, dass in der Auslegung des Wortes keine Lüge durch unseren Mund geht; damit es in der Lehre unseres Glaubens keine Lüge gibt. Ein solcher Mensch ist vollkommen, der auch seinen ganzen Leib im Zaum halten kann, schreibt Jakobus (Jak 3:2).

Sanftmut hat eine essentielle Bedeutung, denn unser Herr Jesus Christus sagte: „Aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden“ (Mt 12:37). Sanftmut ist Weisheit, die von oben herabkommt: „Wer ist weise und klug unter euch? Der zeige mit seinem guten Wandel seine Werke in Sanftmut und Weisheit. Habt ihr aber bittern Neid und Streit in eurem Herzen, so rühmt euch nicht und lügt nicht der Wahrheit zuwider. Das ist nicht die Weisheit, die von oben herabkommt, sondern sie ist irdisch, niedrig und teuflisch. […]“ (Jak 3:13-18). „Tod und Leben stehen in der Zunge Gewalt; […]“ – sprach Salomo aus Weisheit, die ihm Gott gegeben hat (Spr 18:21; 1 Kön 3). Man könnte noch viele Bibelstellen aufzählen, die zeigen, wie lebenswichtig es ist, sich mit Sanftmut zu bekleiden (Kol 3:12). Als Apostel Paulus Timotheus ermahnte, den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen, forderte er ihn auf, auch der Sanftmut nachzujagen (1 Tim 6:11-14). Aus dem oben Geschilderten kann jeder, der es liest und sich darin vertieft, die Lehre von der Sanftmut verstehen.

Gehen wir nun zum Thema Demut über, weil Demut ebenso das Wesen Gottes ist. Das Wesen Gottes ist ein Ganzes, nicht teilbares, die einzelnen Eigenschaften sind untrennbar miteinander verbunden. Dort wo es Sanftmut gibt, gibt es unbedingt auch Demut. Dort wo es Demut gibt, gibt es unbedingt auch Geduld. Dort wo Geduld ist, ist auch Enthaltsamkeit! Apostel Petrus schreibt: „So wendet alle Mühe daran und erweist in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Erkenntnis und in der Erkenntnis Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Frömmigkeit und in der Frömmigkeit brüderliche Liebe und in der brüderlichen Liebe die Liebe zu allen Menschen“ (2 Petr 1:5-7).

Um die Unsterblichkeit und die Herrlichkeit unseres Herrn zu erlangen, ist es unumgänglich Demut zu haben. Ohne Demut gibt es kein richtiges Leben, keinen richtigen Glauben und auch keinen richtigen Wandel auf dem Wege der Wahrheit! Demut ist eine der wichtigsten Erscheinungen in der Errettung eines Menschen. Denn ohne Demut kann der Mensch nicht gerettet werden, er kann nicht Gott wohlgefällig werden! Der Herr selbst sagte: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“ Und wenn wir es nicht lernen, finden wir keine Ruhe. Dort, wo es keine Ruhe gibt, gibt es keinen Frieden. Und wo es keinen Frieden gibt, gibt es keine Freude. Und dort, wo es keine Freude gibt, gibt es auch keine Gerechtigkeit, keinen richtigen Glauben und keine richtige Hoffnung. Folglich wandelt ein solcher Mensch in der Finsternis!

Die Heilige Schrift offenbart über die Demut etwas überaus Großes: „Der Lohn der Demut und der Furcht des HERRN ist Reichtum, Ehre und Leben“ (Spr 22:4). „Der Weisheit Anfang ist die Furcht des HERRN, und den Heiligen erkennen, das ist Verstand“ (Spr 9:10). „Die Furcht des HERRN ist rein und bleibt ewiglich. […]“ (Ps 19:10); „[…] durch die Furcht des HERRN meidet man das Böse“ (Spr 16:6). „O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! […]“ (Röm 11:33-36). Von welchem Reichtum spricht hier die Bibel? „[…]; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht“ (Röm 8:29 ff.). Von welcher Herrlichkeit ist hier die Rede? Und welches Leben ist denn gemeint? Natürlich das ewige Leben. Und all das folgt der Demut!

Achtet mal auf diesen Vers: „Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt, dessen Name heilig ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf dass ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen!“ (Jes 57:15). Und hier noch einige Bibelstellen, die von der Demut sprechen: Ps 34:19; Ps 51:19; Spr 15:33; 1 Petr 5:5 f. Demut errettet und ändert vollkommen die Haltung Gottes gegenüber dem Menschen, hier einige Beispiele hierfür: 1 Kön 21:29; 2 Chr 33:9-13! Demütigt man sich dagegen nicht und bleibt halsstarrig, ist es das Verderben, siehe 2 Chr 33:21-24; 2 Chr 36:11-21! „Demütigt euch vor dem HERRN, so wird er euch erhöhen“ schrieb Jakobus (Jak 4:10). Auch Apostel Petrus hat darüber geschrieben in 1 Petr 5:6.

Was ist denn nun Demut und wie äußert sie sich? Sie äußert sich in Zufriedenheit mit der jeweiligen Situation, so wie sie kommt! Nicht gegen die Situation klagen, nicht widerstreben, nicht murren, sondern diese aus der Hand Gottes so anzunehmen, wie sie kommt. Und gerade dafür Gott zu danken und zu loben, für jede Situation, ganz gleich wie sie auch sein mag: Ob Trauer oder Mangel, ob Leid, Schmerz oder das Gegenteil davon eintritt! Das Ganze untermauern folgende Worte: „[…] gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen!“ (Spr 3:5 f.); „Geht hinein durch die enge Pforte […]. Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind's, die ihn finden“ (Mt 7:13 f.).

Warum finden nur wenige diese enge Pforte und diesen schmalen Weg? Denn nur diese enge Pforte und der schmale Weg führen zum Leben. Weil allein schon das Auffinden dieser Pforte und dieses Weges mit vollkommener Selbsthingabe an den Herrn verbunden ist! Das geht aber einher mit irdischen Entbehrungen, Leiden und Unbequemlichkeiten für den Leib und wer ist schon bereit dazu? Es hängt zwangsläufig mit Demut und Geduld zusammen. Ein Mensch lernt und erwirbt diese nur durch Leiden, wie es mit unserem Herrn selbst auch geschehen ist: „Und er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen dem dargebracht, der ihn vom Tod erretten konnte; und er ist auch erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt. So hat er, obwohl er Gottes Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt. […]“ (Hebr 5:7-9).

Darin liegt der Sinn des Wortes verborgen: „Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz“ (Phil 2:8). Das Fleisch gibt niemals so einfach seine Position auf, weil es einen Herrn dieses fleischlichen Lebens gibt. Und das sieht man sehr gut an dem Leben in der Zeit des Alten Testaments und nach dem alten Bund. Um das Volk Israel zum eigenen Volk zu machen, sich dieses unterzuordnen – denn die Israeliten waren seinem Wort ungehorsam – hat Gott ihr Herz durch Arbeit gedemütigt. Sie stolperten, fielen um, und niemand half ihnen! Doch sie riefen zum Herrn in ihrer Not und er half ihnen aus ihren Ängsten. Er führte sie aus Finsternis und Dunkelheit heraus und zerriss ihre Bande (Ps 107; 2 Mose 5:4-19).

Moses spricht in 5. Mose 8: 2-3: „[…]. Er demütigte dich und ließ dich hungern […] auf dass er dich […] versuchte, damit kundwürde, was in deinem Herzen wäre, […].“ Dies tat der Herr, damit sein Volk fähig würde, seinen Segen zu ererben (5 Mose 8:16-20). Weitere Beispiele in der Heiligen Schrift finden sich hier: 2 Chr 12:1-8; 33:9-13; Ps 106:32-45; Ri 2:13-16; 3:1-11; 10:6-16. Was zeigen uns diese Beispiele? Die Wege, auf denen der Herr sein Volk zur Demut führt! Im ersten Fall hat er sie durch Arbeit gebeugt, danach in der Wüste mit Durst und Hunger geplagt, sowie durch Angst vor den Schlangen. Im zweiten Fall haben die Feinde sie überfallen, in Gefangenschaft genommen und gequält. Das heißt, dass Demut immer durch Leiden am Leibe und durch Entbehrungen zum Vorschein tritt. Entweder erlangt der Mensch die wahrhaftige, echte Geduld und Demut oder er verstockt sein Herz und fällt vom Glauben ab.

Im Neuen Testament ist es genauso. Denn das Fleisch bleibt Fleisch. Um dieses zu verleugnen, dafür zu sterben, muss der Mensch unbedingt leiden (Hebr 12:6-13; Jak 1:2-8; 1 Petr 1:6 f.; 1 Petr 4:12-16). Apostel Petrus ruft uns direkt dazu auf, sich mit dem Gedanken zu wappnen, am Fleisch zu leiden (1 Petr 4:1-5). Es geht immer darum, dieses irdische Leben nach dem Fleisch, welches keine Zukunft hat, zu verleugnen. Wir sollen geistlich werden und nach dem Geist leben, nicht nach dem Fleisch. Denn die nach dem Fleisch leben, können Gott nicht gefallen (Röm 8:8).

Sanftmut, Demut, Geduld, Friede, Freude, Glaube, Hoffnung, Enthaltsamkeit und Liebe bilden zusammen die Wahrheit und sind der Heilige Geist oder das Wesen Gottes. Diese wurden uns in der Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus offenbart. Er ist die Wahrheit und das Leben! Wenn wir Jesus Christus als unser Leben aufnehmen, und das bedeutet, dass all diese guten, ewigen Eigenschaften unser Wesen geworden sind und sich überall in unserem Leben äußern, dann haben wir das Himmelreich Gottes in uns aufgenommen und tragen die Unsterblichkeit in uns (Röm 14:17 f.).

Es ist nicht die Rede von einem religiösen Spiel, bei dem man gute Eigenschaften und gute Werke herausgibt. Das müssen wir begreifen, verstehen und wirklich so werden. Darin liegen die Wahrheit und das Geheimnis des ewigen Lebens! Amen.

Den Willen Gottes erfüllen

„Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus [durch Gott den Vater], der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung, damit, wie geschrieben steht: »Wer sich rühmt, der rühme sich des HERRN«“ (1 Kor 1:30 f.). Christus ist unsere Heiligkeit! Die Frucht der Heiligkeit ist die Gerechtigkeit und diese äußert sich in den guten Werken, die für uns von dem Herrn bestimmt sind. „Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen“ (Eph 2:10).

Diese guten Werke in Christus folgen aus der Führung des Heiligen Geistes. Sie werden nicht aus Angst vor irgendeiner Bestrafung vollbracht, sondern aus Freude und aus Liebe und weil der Mensch durch Christus, der sein Leben geworden ist, dazu bewegt wird. Dieses Leben ist nicht mehr nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist (Röm 8:9).

Die Heilige Schrift zeigt, dass alle Menschen Gottes, die Gott geliebt haben und ihm treu geblieben sind, von jeher Gottes Knechte waren. Der erste, den Gott seinen Knecht genannt hat, war Abraham: „Denn er gedachte an sein heiliges Wort und an Abraham, seinen Knecht“ (Ps 105:42). Auch der Same Abrahams, alle Völker, die Gott und seine Wahrheit lieben, sind Gottes Knechte: „ihr, der Same Abrahams, seines Knechtes, ihr Kinder Jakobs, seine Auserwählten“ (Ps 105:6; Jos 1:7; 24:29). So wie die Jünger Christi, die Apostel, die sich als Knechte Gottes und als Knechte Jesu Christi bezeichneten (Phil 1:1; 2 Petr 1:1; Jak 1:1; Jud 1:1).

„Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?“ – „So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit […]“ (1 Kor 6:19; Eph 6:14). „[…] und eure Lichter brennen und seid gleich den Menschen, die auf ihren HERRN warten, wann er aufbrechen wird von der Hochzeit, damit, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich auftun. Selig sind die Knechte, die der HERR, wenn er kommt, wachend findet. […]. Und wenn er kommt in der zweiten oder in der dritten Nachtwache und findet's so: selig sind sie. […]” – „ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht“ (Lk 12:35-39; 1 Petr 2:9).

Es gibt kein Ansehen der Person: alle, die als eine neue Kreatur in Christus wiedergeboren sind, sind Gottes Knechte geworden. Die Stellung eines Knechtes ist klar beschrieben: „Wer unter euch hat einen Knecht, der pflügt oder das Vieh weidet, und sagt ihm, wenn der vom Feld heimkommt: Komm gleich her und setz dich zu Tisch? Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Bereite mir das Abendessen, schürze dich und diene mir, bis ich gegessen und getrunken habe; danach sollst du auch essen und trinken? Dankt er etwa dem Knecht, dass er getan hat, was befohlen war? So auch ihr! Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprecht: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren“ (Lk 17:7-10). Ein Knecht lebt nicht mehr seinen eigenen Willen, so wie es ihm gefällt, sondern ist von seinem Herrn abhängig. Was auch immer der Herr sagt und befiehlt, ist für den Knecht der Wille, der erfüllt werden muss.

Und wie steht es vor dem Herrn um uns? Wir sind seine Knechte, sind teuer erkauft und gehören nicht mehr uns! Wenn wir freiwillig zum Herrn hinzugetreten sind und seine Knechte werden wollen, so gehört unser Leben nicht mehr uns. Keiner wurde dazu gezwungen oder genötigt, sondern jeder hat sich freiwillig zu Christus bekehrt, um sein Knecht zu werden. Und wer tatsächlich ein Knecht des Herrn geworden ist, erlebt Glückseligkeit. Zum Knecht des Herrn ist gesagt: „Denn die Liebe Christi drängt uns, zumal wir überzeugt sind, dass, wenn einer gestorben. Und er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist“ (2 Kor 5:14 f.). Für den Herrn zu leben bedeutet, sein Knecht zu sein und seinen Willen zu erfüllen! Durch sein Wort der Wahrheit spricht der Herr zu uns: „Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene“ – „Prüft, was dem HERRN wohlgefällig ist […]“ – „Darum werdet nicht unverständig, sondern versteht, was der Wille des HERRN ist“ – „Es werden nicht alle, die zu mir sagen: HERR, HERR!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel“ (Röm 12:2; Eph 5:10,17; Mt 7:21).

Deshalb ist es sehr wichtig, sich immer damit zu beschäftigen, den Willen Gottes zu erkennen, um diesen zu erfüllen.

Wie erfüllt man den Willen des himmlischen Vaters?

Wenn Christus mein Leben und mein Gewissen geworden ist, soll ich nicht mehr aus eigener Kraft und aus dem Verstand heraus handeln, sondern mich vollkommen Christus hingeben. Dabei geht es niemals darum, ständig darauf bedacht zu sein, Christus in mir zu hören und seine Stimme zu verstehen, so dass ich mit meinem Verstand und Willen seinen Willen und meinen Dienst erfülle (Eph 2:10). Deshalb ermahnt Paulus: „Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch die Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen möget, was da sei der gute, wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes“ (Röm 12:1 f.). Es ist nicht wohlgefällig, wenn wir aus dem Verstand und aus unserem eigenen Willen heraus dienen und handeln, so wie es in religiösen Bewegungen üblich ist. Stattdessen sollen wir lernen, den Herrn in unserem Gewissen zu hören. Was sagt der Herr, wozu werde ich von ihm bewegt, was richtet er aus, wie und was soll ich tun und sagen? Das heißt mein gutes Werk in Christus besteht darin, seinen Willen zu erfüllen, nicht davon abzuweichen, sondern diesen treu zu erfüllen: „Bemühe dich darum, dich vor Gott zu erweisen als einen rechtschaffenen und untadeligen Arbeiter, der das Wort der Wahrheit recht austeilt“ (2 Tim 2:15).

Als der Herr Jesus Christus in diese Welt erschienen ist, sagte er: „Siehe, ich komme […], dass ich tue, Gott, deinen Willen“ – „Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat“ – „Und der mich gesandt hat, ist mit mir. Er lässt mich nicht allein; denn ich tue allezeit, was ihm gefällt“ – „Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue“ (Hebr 10:7; Joh 6:38; 8:29; 17:4). Vor seiner Kreuzigung betete Christus zum Vater: „[…] Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe“ (Lk 22:42).

Das Heimtückische daran ist, dass ein Mensch imstande ist, die Lehre des Herrn sehr gut zu verstehen und sie rein nach dem Buchstaben mit seinem Verstand und seinem Willen zu befolgen. So war es nach dem Gesetz Mose, doch damit wird der Wille Gottes nicht erfüllt! Das Neue Testament, die Lehre Jesu Christi, ist ein Dienst nach dem Geist: „der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig“ (2 Kor 3:6). Der Dienst nach dem Geist ist das Leben nach dem Gewissen, in dem Jesus Christus lebt. Es beginnt mit dem richtigen Glauben: wenn man in der Lehre des Herrn, im wahrhaftigen, reinen Glauben bleibt, erkennt man die Lehre der reinen Wahrheit. Dadurch, dass der Mensch in diesem reinen Wort verbleibt, ändern sich die Gefühle bzw. Sinne: „Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war […]“ (Phil 2:5-8). Das bezieht sich besonders auf die Selbsterkenntnis: Selbstverleugnung, Demut, sanften Geistes sein, zu nichts werden und sein Kreuz, den Tod mit Christus aufnehmen! Danach folgt: ein Wiedergeborener hört die Stimme des Herrn in sich! Denn die geistliche Erscheinung äußert sich als erstes in den Gefühlen: Liebe, Friede, Freude, Geduld. Wenn diese da sind, sind es die Gefühle Gottes! „Und ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung, sodass ihr prüfen könnt, was das Beste sei, damit ihr lauter und unanstößig seid für den Tag Christi“ (Phil 1:9 ff.). „[…], die durch den Gebrauch geübte Sinne haben und Gutes und Böses unterscheiden können“ (Hebr 5:14). „Hab Acht auf dich selbst und auf die Lehre; beharre in diesen Stücken! Denn wenn du das tust, wirst du dich selbst retten und die, die dich hören“ (1 Tim 4:16).

Mit sich selbst ständig beschäftigt sein, ehrlich zu sich sein, sich solange bemühen und darum ringen, bis man es ergreift und lernt, den Herrn zu hören und sich von ihm leiten zu lassen! Die gesamte Lehre des Neuen Testamentes unseres Herrn Jesus Christus ist dazu gegeben.

Niemals schweigt der Herr im Gewissen! Selbst wenn man keine Bewegung im Inneren und keinen Drang zu einer bestimmten Handlung verspürt, so verbleiben Gottes Frieden und Freude immerwährend. Denn diese sind bereits Ausdruck von Gottes Sprechen im Gewissen des Menschen. „Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken [nichts Irdisches], sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geist“ – „Die Frucht aber des Geistes [Christi] ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit; gegen all dies ist das Gesetz nicht“ – „Wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und bei den Menschen geachtet“ (Röm 14:17; Gal 5:22 f.; Röm 14:18).

Heute ist der wahrhaftige Wille Gottes für uns: wir sind Werkzeuge in seinen Händen, mit denen Er seinen Willen tut, durch seine Kraft, durch seinen Geist in uns, der uns leitet!

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