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Die Menschen mancher christlicher Glaubensrichtungen glauben einer Lehre, dass das Gewissen des Ungläubigen tot ist und den Menschen in Ruhe gelassen hat und erst wiedererweckt wird, wenn der Mensch gläubig geworden ist. Die bekannteste Lehre in dieser Welt und von den meisten christlichen Religionen ist jedoch, dass das Gewissen die „Moralinstanz“ ist, weil es richtet, und damit hilft gut von böse zu unterscheiden. Deshalb wird das Gewissen als „gut“ angesehen. Es ist sowas wie der Maßgeber, die Leitplanke, innerhalb welcher man sich bewegen kann. Sobald man darüber hinausgeht, richtet es und man fühlt sich schlecht. Und um das zu vermeiden, versucht der Mensch sich immer in diesen Grenzen zu bewegen. Jedoch sind beide Lehren nicht richtig, denn die Wahrheit, die Bibel, spricht anders. Das Gewissen jedes Menschen, der auf die Welt kommt, ist tot vor Gott, weil dort seit dem Sündenfall der Teufel wohnt! (1 Mose 2,17; Röm 5,12; Röm 7,9-11; Hebr 10,22; Tit 1,15; Röm.8:2) Deshalb ist es weder eine „gute Instanz“ noch ist es generell als tot zu bezeichnen. Das Gewissen ist tot für Gott, aber es „lebt“ für diese Welt, und gerade von dort aus regiert der Teufel (die Sünde) den Menschen und spricht die ganze Zeit. Christus selbst hat darüber gesprochen, dass alles Üble aus dem Herzen kommt (aus dem Gewissen).

„Und er sprach zu ihnen: Seid ihr denn auch so unverständig? Merkt ihr nicht, dass alles, was von außen in den Menschen hineingeht, ihn nicht unrein machen kann? Denn es geht nicht in sein Herz, sondern in den Bauch und kommt heraus in die Grube. Damit erklärte er alle Speisen für rein. Und er sprach: Was aus dem Menschen herauskommt, das macht den Menschen unrein; denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen heraus böse Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Missgunst, Lästerung, Hochmut, Unvernunft. Alle diese bösen Dinge kommen von innen heraus und machen den Menschen unrein“ (Mk 7,18-23).

Die Moral oder die ethische Gesinnung, von der die Menschen sprechen, ist nichts anderes als ein Gesetz, welches auch immer, welches Gut und Böse definiert, was richtig und was falsch ist. Meistens kommen das Gesetz, die Moral und die Wertvorstellungen durch die Erziehung und führen zu einem Konflikt, wenn das Gewissen den Menschen zum Bösen treibt, z.B. zum Ärger, zum Zorn, zum Groll oder zum Beleidigt sein! Dann handelt der Mensch, wenn er sich halten kann, nicht nach seinem Gewissen, das ihn zum Bösen treiben will, sondern so wie es seiner Erziehung entspricht. Das ist auf Dauer natürlich anstrengend und man möchte sich lieber dort aufhalten, wo man sich entspannen kann. Ich habe mich immer da wohl gefühlt, wo ich sozusagen ich selbst sein konnte, z.B. beim Sport oder zu Hause. Dort habe ich mich auf meinem Sofa entspannt und konnte so sein, wie ich war. Und auch den Sport habe ich geliebt, am meisten Fußball, bei dem ich meinen Emotionen freien Lauf lassen konnte, dort konnte ich schreien und schimpfen, und musste mich nicht halten.

In Jakobus ist sehr deutlich darüber geschrieben „Auch die Zunge ist ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. So ist die Zunge unter unsern Gliedern: sie befleckt den ganzen Leib und zündet die ganze Welt an und ist selbst von der Hölle entzündet“ (Jak 3,6). Und weiter „aber die Zunge kann kein Mensch zähmen, das unruhige Übel, voll tödlichen Giftes. Mit ihr loben wir den Herrn und Vater, und mit ihr fluchen wir den Menschen, die nach dem Bilde Gottes gemacht sind. Aus einem Munde kommt Loben und Fluchen. Das soll nicht so sein, liebe Brüder. Lässt auch die Quelle aus einem Loch süßes und bitteres Wasser fließen?“ (Jak 3,8-11). Die Quelle ist ein Bildnis für das Gewissen. „Habt ihr aber bitteren Neid und Streit in eurem Herzen, so rühmt euch nicht und lügt nicht der Wahrheit zuwider. Das ist nicht die Weisheit, die von oben herabkommt, sondern sie ist irdisch, niedrig und teuflisch. Denn wo Neid und Streit ist, da sind Unordnung und lauter böse Dinge. Die Weisheit aber von oben her ist zuerst lauter, dann friedfertig, gütig, lässt sich etwas sagen, ist reich an Barmherzigkeit und guten Früchten, unparteiisch, ohne Heuchelei. Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird gesät in Frieden für die, die Frieden stiften“ (Jak 3,14-18).

Die Seele, der Mensch, muss sich aber in vielen anderen Lebenssituationen in der Öffentlichkeit, z.B. bei der Arbeit oder bei einem Besuch der „Norm“ entsprechend verhalten, so wie er erzogen ist oder die Gesellschaft es von ihm erwartet, ja es ihm geradezu vorschreibt. Alles was anerzogen ist, z.B. das Gesetz, befindet sich im Verstand des Menschen, welcher Teil der Seele ist (Lk 24,45; Röm 12,2). In Römer 2 steht sehr klar und deutlich, wie das Gewissen gegenüber dem Gesetz agiert: „Sie beweisen damit, dass in ihr Herz geschrieben ist, was das Gesetz fordert, zumal ihr Gewissen es ihnen bezeugt, dazu auch die Gedanken, die einander anklagen oder auch entschuldigen“ (Röm 2,15). Diese Gedanken, das ist nichts anderes als die innere Stimme in mir. Es gibt immer eine innere Stimme, in jedem Menschen. Das „Gespräch mit sich selbst“ ist die Unterhaltung der Seele mit ihrem Gewissen. So passiert es auch, dass die innere Stimme einen entschuldigt, mit den Worten, dass es doch gar nicht so schlimm war oder sie richtet einen, weil man falsch gehandelt hat! Der Mensch in dieser Welt agiert immer so, dass er sich innerlich rechtfertigt und diese Rechtfertigung meistens sogar verbal äußert: Warum er so und so gehandelt hat und die Umstände halt so waren bzw. die anderen doch auch irgendwie Schuld tragen etc.

stephan

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