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„Und Gott der HERR ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, verlockend anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“ (1 Mose 2,9).

„Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben“ (1 Mose 2,16 f.).

„Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet! Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist“ (1 Mose 3,1-5).

Adam und Eva hatten die freie Wahl

Gott pflanzte zwei Bäume im Garten Eden und überließ Adam und Eva die Wahl und sie trafen ihre Wahl, stellvertretend für die gesamte Menschheit. Was scheinbar so harmlos klingt und sogar bei vielen Gläubigen zu einem Märchen verkommen ist, umfasst die Geschichte der gesamten Menschheit.

Diese Bäume bergen in sich das Geheimnis der zwei Bündnisse: das des Alten Testaments und das des Neuen Testaments. Das Alte Testament, das nicht fähig ist, dem Menschen das ewige Leben zu schenken, sondern mit dem Buchstaben tötet. Und das Neue Testament, das durch den Glauben an Jesus Christus das Leben gibt.

Es ist wichtig für einen jeden Menschen, das Geheimnis dieser zwei Bäume zu verstehen. Denn innerhalb dieser Gesetzmäßigkeiten spielt sich das Leben aller Menschen ab. Entweder man nährt sich vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen, dessen Folge der Tod ist. Oder man nährt sich vom Baum des Lebens und wird teilhaftig am wahren Leben, das von Gott gegeben ist.

Zwei Bäume – zwei Gegensätze

Es stellt sich unweigerlich die Frage: Warum hat Gott diese zwei Bäume gepflanzt, die so unterschiedlich sind und so gegensätzliche Folgen für den Menschen haben? Die Antwort ist einfach: Weil nur Gegensätze ermöglichen, etwas zu erkennen, zu vergleichen und auszuwählen. Nur wer die Wahl hat, kann auch eine treffen. Dies erkennt man an vielen Beispielen, die uns Menschen gegeben sind.

Wenn es keine Nacht gäbe, wüssten wir nicht was Tag ist, wir könnten den Tag gar nicht schätzen. Wenn es keinen Hass gäbe, könnten wir nicht verstehen, was Liebe ist. Gäbe es keine Lüge, könnten wir die Wahrheit nicht wertschätzen. Und so ist es in allem. Diese Welt besteht aus Gegensätzen, die auch notwendig sind, um das andere zu verstehen und wertzuschätzen. Und sie zeigen, dass jeder Mensch ein freies Individuum ist und wählen kann. Er ist fähig zu denken, zu fühlen, abzuwägen und zu entscheiden. Wäre er nicht nach dem Bilde Gottes geschaffen, so wäre er wie ein Tier, das nur seinen Instinkten folgt und keinen eigenen Willen und kein Gewissen hat.

Die Wahl zwischen dem Baum der Erkenntnis und dem Baum des Lebens war dem Menschen von Anfang an gegeben. Es zeigt, dass der Mensch von Anfang an frei war. Er konnte zwischen diesen beiden Bäumen wählen, oder besser gesagt, sich für eines der Worte, die zu ihm gesprochen wurden (das Wort von Gott und das Wort von der Schlange), entscheiden. Es sind Gegenpole, die sich gegenseitig ausschließen.

Die Entscheidung gegen das Leben

Als der Mensch vom Baum der Erkenntnis kostete, hat Gott ihm die Möglichkeit genommen, gleichzeitig vom Baum des Lebens zu essen. Das ist bis heute so. Wenn der Mensch sich vom Baum der Erkenntnis nährt, kann er sich nicht parallel dazu vom Baum des Lebens nähren.

Indem der Mensch der Versuchung des Teufels nicht widerstehen konnte, hat er sich für den Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen entschieden. Mit anderen Worten ausgedrückt: Er hat nicht Gott, sondern der Lüge geglaubt und daraus resultierte, dass er nicht vom Baum des Lebens aß, sondern vom Baum der Erkenntnis. Durch diese Entscheidung wurde er mit dem irdischen Geist erfüllt und hat somit das göttliche Leben nicht ergriffen, denn es steht im absoluten Gegensatz dazu. Das war der Beginn des seelischen Menschen, der nur auf seinen Verstand, seine eigene Kraft und Fähigkeiten baut und vertraut.

Die zehn Gebote zeigten, was gut und was böse ist

Der Mensch entschied sich für die Erkenntnis und verlor somit Gott. Um dennoch eine Chance zu haben, Gottes Willen zu erkennen und nicht in der Gottlosigkeit unterzugehen, gab Gott den Menschen die zehn Gebote und das Gesetz. Es zeigte auf, was richtig und was falsch, was gut und was böse ist, was gottgefällig war und was Gott nicht gefiel. Es lehrte den Menschen, wie er Gott anbeten sollte.

Alles, was die Menschheit hat, ist darauf gebaut. Alle Schriftsteller und Dichter schreiben von diesen Gegengewichten (vom Guten und Bösen). Wie sehr die Philosophen auch nach der Weisheit streben, es wird immer eins vorausgesetzt oder festgestellt: was gut und was böse ist. Die Wissenschaftler, die Schriftgelehrten, alle schöpfen immer aus der gleichen Quelle: Gut und Böse. Es gibt nichts anderes außerhalb dieses Spannungsfeldes. Darin bewegt sich alles, es ist das Höchste des Menschenlebens außerhalb von Gott.

Auch jegliche Religion und andere Lehren bauen immer auf diesem Grund: was ist gut und was ist schlecht? Es ist ein Anbeten Gottes nach dem Fleisch, mit eigenen Taten und mit eigener Kraft. Das ist alles der Baum der Erkenntnis. Somit können sich die Menschen in den Religionen, auch in den christlichen, nicht vom Baum des Lebens nähren, das ist ausgeschlossen.

Kriege und Terror sind zur Norm geworden

Und wie die Geschichte der Welt begonnen hat – durch Versuchung, Verführung und Selbstbetrug – so zieht es sich bis heute hin. Das ganze Leben der Menschheit ist auf Versuchungen und Verführungen, auf Wissen und Verlangen aufgebaut. Der Teufel – der Vater der Lüge, des Hasses und der List – hat die Menschen dazu gebracht, das Licht als die Finsternis und das Gute als das Böse zu betrachten. Er hat die Menschen verlockt, in ihnen Verlangen geweckt, ihren Verstand durch die Begierden und Lüste verfinstert.

Die Menschen haben sich dem Wissen und der Erkenntnis vollkommen hingegeben und sind unter einen sehr großen Einfluss des Teufels geraten. Sodass sie nicht mehr fähig sind, das Gute vom Bösen zu unterscheiden. Sie nehmen das Böse und seine Früchte als gut wahr. Lügen und Heuchelei, Hass und Rache, Kriege und Terror sind zur Norm geworden. Das Böse selbst wird unterteilt in gut und schlecht. Der Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen hat den Menschen, so wie Gott es Adam vorhergesagt hat, den Tod gebracht.

Mittlerweile zeugen auch die Menschen, die nicht an Gott glauben, dass sie kein normales Leben mehr führen können. Physisch ist zwar alles da: es gibt keinen Mangel an Essen, Kleidung usw. Doch es gibt keine Freude und Zufriedenheit. Die Menschen sind böse, streiten, hassen und vernichten sich gegenseitig. Kann jemand behaupten, dass es nicht so ist? Der jetzige Zustand der Menschheit ist die Folge davon, dass Adam vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen aß.

Christus brachte einen Neuanfang

Mit der Erscheinung von Jesus Christus in diese Welt beginnt die Geschichte von neuem!
„Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unseren Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens; und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist“ (1 Joh 1,1 f.).

Christus wird als der zweite Adam bezeichnet (1 Kor 15,45 ff.). Das Leben des zweiten Menschen beginnt! Seitdem Christus wiederauferstanden ist, hat jeder Mensch die Möglichkeit, sich neu zu entscheiden. Durch den Glauben an das, was Christi Opfer gebracht hat, nimmt man das göttliche Wesen in sich auf und tut das, was Adam im Paradies damals nicht getan hat – Gott glauben!

Gott gebiert sich so einen neuen Menschen, der von Christus abstammt. Und wer von Gott geboren ist, ist erlöst und gerechtfertigt von jeglicher Sünde und von allem Bösen. Der Teufel hat keine Macht mehr über den Menschen. Der Mensch steht also erneut vor dem Baum des Lebens und ernährt sich von diesem. Der Baum des Lebens ist Christus selbst. Er ist das wahre Brot, von dem sich die neue Kreatur nährt.

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