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„Darum wollen wir jetzt lassen, was am Anfang über Christus zu lehren ist, und uns zum Vollkommenen wenden; wir wollen nicht abermals den Grund legen mit der Umkehr von den toten Werken, mit dem Glauben an Gott“ (Hebr 6,1). Das schreibt Apostel Paulus an die Hebräer, da sie in den Anfängen des christlichen Glaubens stehen geblieben sind. „Und ihr, die ihr längst Lehrer sein solltet, habt es wieder nötig, dass man euch die Anfangsgründe der göttlichen Worte lehre und dass man euch Milch gebe und nicht feste Speise. Denn wem man noch Milch geben muss, der ist unerfahren in dem Wort der Gerechtigkeit, denn er ist ein kleines Kind. Feste Speise aber ist für die Vollkommenen […]“ (Hebr 5,12-14).

Jeder Christ muss im Glauben vollkommen werden, „[…] damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch trügerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen“ (Eph 4,14). Aus diesem Grund: „Er hat etliche zu Aposteln gesetzt, etliche zu Propheten […], damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes, zur Erbauung des Leibes Christi, bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollkommenen Mann, zum Maß des Alters der Fülle Christi“ (Eph 4,11-13)!

Das Wort ist unsere geistliche Speise

Das Wachstum eines jeden Christen beginnt mit der Erscheinung einer neuen Kreatur nach der Geburt von Gott. Um sich zu stärken, muss das neugeborene Kind lautere Milch trinken: „Seid begierig nach der vernünftigen, lauteren Milch wie die neugeborenen Kindlein, damit ihr durch dieselbe zunehmt“ (1 Petr 2,2). Weiter sagt Christus über die geistliche Speise: „Schafft euch Speise, die nicht vergänglich ist, sondern die bleibt zum ewigen Leben. Die wird euch der Menschensohn geben; denn auf dem ist das Siegel Gottes des Vaters“ (Joh 6,27). Diese Speise, die zum ewigen Leben führt, gab Christus: „Ich bin das Brot des Lebens […]. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. Und dieses Brot ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt. […] Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken. Denn mein Fleisch ist die wahre Speise, und mein Blut ist der wahre Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm“ (Joh 6,48,51,54-56).

Christus bzw. sein Wort ist für das neugeborene Kind die lautere Milch. In Abhängigkeit vom „Wachstumsalter“ nimmt der Gläubige entweder lautere Milch oder festere Speise, wie das Brot, zu sich. Ob es nun lautere Milch oder eine festere Speise ist, es ist immer das Wort Christi, seine Lehre. Ernährt sich ein Gläubiger richtig, wächst er von einem kleinen Kind zu einem vollkommenen Mann, „zum Maß des Alters der Fülle Christi“, heran. Die richtige geistliche Speise ist unentbehrlich für das Wachstum, denn: „Wer übertritt und nicht bleibt in der Lehre Christi, der hat Gott nicht; […]“ (2 Joh 1,9).

Wer in der unverfälschten Lehre Christi bleibt, der hat die Liebe Gottes: „Wer nun bekennt, dass Jesus Gottes Sohn ist, in dem bleibt Gott und er in Gott. Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm“ (1 Joh 4,15 f.). Diese Liebe erbaut jedes Glied und den gesamten Leib Christi: „[…] Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hängt durch alle Gelenke, wodurch jedes Glied das andere unterstützt nach dem Maß seiner Kraft und macht, dass der Leib wächst und sich selbst aufbaut in der Liebe“ (Eph 4,14-16). „[…] von dem her der ganze Leib durch Gelenke und Bänder gestützt und zusammengehalten wird und wächst durch Gottes Wirken“ (Kol 2,19).

Werke vollbringen wie Christus

Das volle Maß der Fülle zeigt sich in der Erscheinung Jesu Christi. Für ihn war nichts unmöglich. Er ging auf dem Wasser wie auf einer Feste; er befahl dem Sturm, aufzuhören und es wurde still; er hat das Meer beruhigt und hat tausende Menschen mit ein paar Broten satt gemacht; er hat die Toten auferweckt und hat alle Krankheiten heilen können; Geister ausgetrieben und weitere Wunder vollbracht: „Es sind noch viele andere Dinge, die Jesus getan hat. Wenn aber eins nach dem andern aufgeschrieben werden sollte, so würde, meine ich, die Welt die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären“ (Joh 21,25).

Wie äußert sich die Vollkommenheit eines Gläubigen, der das volle Maß der Fülle Christi erreicht hat? Kann er die gleiche Stärke erreichen wie Christus? Christus selbst sagte dazu: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und er wird noch größere als diese tun; denn ich gehe zum Vater. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn“ (Joh 14,12 f.). Er sagte auch: „Habt Glauben an Gott! Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berge spräche: Hebe dich und wirf dich ins Meer!, und zweifelte nicht in seinem Herzen, sondern glaubte, dass geschehen werde, was er sagt, so wird’s ihm geschehen. Darum sage ich euch: Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubt nur, dass ihr’s empfangt, so wird’s euch zuteil werden“ (Mk 11,23 f.).

„[…] Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge: Hebe dich dorthin!, so wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein“ (Mt 17,20). Das bedeutet, dass auch ein Christ jene Werke vollbringen kann, die Christus einst vollbracht hatte.

In der Liebe bleiben

Doch viel wichtiger als Wunder zu vollbringen ist es, Gottes Liebe in sich zu haben. Denn Apostel Paulus hat geschrieben: „Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen und hätte die Liebe nicht, so wäre mir’s nichts nütze. […] Die Liebe hört niemals auf […]“ (1 Kor 13,1-13). Die Liebe ist Gott selbst. Sie ist sein Geist, seine Reinheit und Frömmigkeit, seine Unsterblichkeit (1 Joh 4,12 ff.)! Jesus sagte: „Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter“ (Mt 7,21-23).

Daraus folgt klar und deutlich, dass die Rettung nicht in Wundertaten und außergewöhnlichen Werken liegt. Auch wenn ein Mensch weissagt, heilt, Geister austreibt oder andere Dinge tut, muss es nicht bedeuten, dass er die Rettung hat. Der Teufel kann sich auch anpassen und Wunder vollbringen. Die Rettung und das ewige Leben mit Gott ist die Liebe, die sich im Menschen offenbaren muss! Es geht nicht um die seelische, vergängliche Liebe dieser Welt. Da der Mensch nach dem Ebenbild Gottes erschaffen worden ist, kann jeder Mensch lieben. Doch diese menschliche Liebe vergeht. Die Liebe von Gott ist sein Heiliger Geist. Sie kann und wird nicht vergehen, weil sie Gott selbst ist. Diese Liebe hat Gott der Menschheit durch die Erscheinung seines Sohnes Jesus Christus auf diese Welt gezeigt und gegeben. Und Christus ist eins mit Gott, er ist Gott und das ewige Leben (1 Joh 5,20; Röm 9,5; Joh 10,30)!

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