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„Paulus, ein Knecht Jesu Christi“; „Simon Petrus, Knecht und Apostel Jesu Christi“ (Röm 1,1; 2 Petr 1,1); „Judas, ein Knecht Christi“ (Jud 1,1); „Dies ist die Offenbarung Jesu Christi, die ihm Gott gegeben hat, seinen Knechten zu zeigen, was in der Kürze geschehen soll; und er hat sie gedeutet und gesandt durch seinen Engel zu seinem Knecht Johannes“ (Off 1,1).

„Oder wisset ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, welchen ihr habt von Gott, und seid nicht euer selbst. Denn ihr seid teuer erkauft; darum so preist Gott an eurem Leibe und in eurem Geiste, welche sind Gottes“ (1 Kor 6,19 f.).

Ein Sklave ist nicht in der Lage, das zu tun, was er tun möchte, er gehört seinem Herrn und ist seinem Willen vollkommen untertan. Er wird dazu gezwungen, die Befehle seines Herrn zu befolgen, ob er es will oder nicht – er hat zu gehorchen. Ein Knecht Gottes hingegen ist nicht ein Knecht, der zu dieser Lage gezwungen wird, er nimmt absolut freiwillig diese „Position“ ein, ohne Gewalt und ohne Zwang. Vielmehr sogar: Er wünscht es sich, dass Gott ihn erkauft und dass er zu Gottes Knecht wird, damit er nicht mehr für sich selbst und seinen Willen lebt, sondern den des Herrn.

„Denn die Liebe Christi dringt in uns also, sintemal wir halten, dass, so einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben; und er ist darum für alle gestorben, auf dass die, so da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist“ (2 Kor 5,14 f.).

In der heutigen Zeit scheint der Gedanke merkwürdig, doch jeder von uns ist ein Knecht. Der Mensch ist so geschaffen, dass er immer von einem Geist geleitet ist und dessen Willen erfüllt. Entweder von Gottes Geist oder von dem des Teufels. Das heißt, wer nicht Gottes Knecht ist, ist ein Knecht des Teufels. Es gibt keinen Zustand außerhalb einer Knechtschaft, denn alle Menschen werden in das Gesetz der Sünde und des Todes hineingeboren: „[…] Denn von wem jemand überwunden ist, des Knecht ist er geworden“ (2 Petr 2,19). Die Entscheidung darüber, wessen Knecht man ist, trifft jeder erwachsene Mensch selbst. Die Bibel sagt, was zu tun ist, wenn man ein Knecht Gottes sein will: als erstes dem Wort Gottes glauben und die Vergebung der Sünden durch Christus aufnehmen, denn vor Gott gilt nur die neue Kreatur. Im nächsten Schritt, sich Gott hingeben und einzig und allein nach der Wahrheit Gottes leben, was nur geschieht, wenn der alte Adam, das alte „Ich“ stirbt. „Dieweil wir wissen, dass unser alter Mensch samt ihm gekreuzigt ist, auf dass der sündliche Leib aufhöre, dass wir hinfort der Sünde nicht mehr dienen“ (Röm 6,6). So wird man durch den Glauben an Golgatha eine neue Kreatur, eine Kreatur, die es zuvor noch nie gegeben hat – ein Knecht Gottes! Die alte Kreatur, die vom teuflischen Geist geführt war, ist mit Christus gekreuzigt worden, es gibt sie nicht mehr, das Alte ist vergangen (2 Kor 5,17). Genau das ist die Lehre des Neuen Testaments: durch den Tod der alten Kreatur und die Geburt der neuen wird man zu Gottes Knecht, dessen Leben selbst Christus ist: „Wenn aber Christus, euer Leben, sich offenbaren wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in der Herrlichkeit“ (Kol 3,4). „Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder“ (Röm 8,14).

Das Leben der neuen Kreatur äußert sich darin, dass sie einzig und allein danach bestrebt ist, den Willen Gottes kennenzulernen und zu lernen, Gott in sich zu hören und ihm zu gehorchen! „Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch die Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen möget, welches da sei der gute, wohlgefällige und vollkommene Gotteswille“ (Röm 12,1 f.).

Jesus Christus lebte diesen Weg vor: „Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat“ (Joh 6,38). „Und der mich gesandt hat, ist mit mir. Er lässt mich nicht allein; denn ich tue allezeit, was ihm gefällt“ (Joh 8,29). „Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue“ (Joh 17,4). „Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ (Lk 22,42). Den Willen Gottes zu erfüllen ist nur möglich, wenn man sich vom Heiligen Geist leiten lässt. Das allein ist der vernünftige Gottesdienst, der mit der Wassertaufe beginnt. Mit ihr verspricht man Gott, mit einem guten Gewissen zu dienen. „Um wie viel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott“ (Hebr 9,14)!

Ab diesem Moment wird der Herr das Leben der neuen Kreatur. Der Mensch bekommt neue Gefühle, neues Wissen, einen neuen Glauben. Jetzt muss er lernen, Christus in sich Raum zu geben: „[…] gebt euch selbst Gott hin als solche, die tot waren und nun lebendig sind, und eure Glieder Gott als Waffen der Gerechtigkeit“ (Röm 6,13). „Gott sei aber gedankt: Ihr seid Knechte der Sünde gewesen, aber nun von Herzen gehorsam geworden der Gestalt der Lehre, an die ihr übergeben wurdet. Denn indem ihr nun frei geworden seid von der Sünde, seid ihr Knechte geworden der Gerechtigkeit. Ich muss menschlich davon reden um der Schwachheit eures Fleisches willen: Wie ihr eure Glieder hingegeben hattet an den Dienst der Unreinheit und Ungerechtigkeit zu immer neuer Ungerechtigkeit, so gebt nun eure Glieder hin an den Dienst der Gerechtigkeit, dass sie heilig werden“ (Röm 6,17 ff.).

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