Überspringen zu Hauptinhalt

„Darum kennen wir von nun an niemand nach dem Fleisch; und wenn wir auch Christus gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir ihn doch jetzt nicht mehr so. Darum: ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden“ (2 Kor 5,16 f.).

Die Bibel beschreibt einen Zustand der neuen Kreatur: wenn das Alte zur Vergangenheit wird und ein neuer Mensch entsteht. Dies geschieht durch den Glauben an das reine Wort Gottes – der Mensch wird von Gott neu geboren. Eine neue Kreatur kommt zum Vorschein, die es zuvor nie gegeben hat. Dieser neue Mensch ist in der Erkenntnis der Wahrheit noch unerfahren, er muss wachsen und zunehmen, bis er zum vollkommenen Mann in Christus wird. Um dieses geistliche Phänomen zu verstehen, hat Jesus Christus Beispiele aus dem alltäglichen Leben gebracht.

Ein neuer Mensch braucht richtige Speise

Betrachten wir physische Wachstumsprozesse, so können wir auch die Entstehung und das Wachstum einer neuen Kreatur besser verstehen. Diese wird am Anfang des Glaubensweges mit einem neugeborenen Kindlein verglichen. Jeder weiß, dass ein neugeborenes Kind voll und ganz auf die Fürsorge seiner Eltern angewiesen ist. Die richtige Ernährung und Pflege sind die wichtigsten Voraussetzungen für das gesunde Gedeihen des Kindes. Apostel Paulus schreibt: „Milch habe ich euch zu trinken gegeben und nicht Speise; denn ihr konntet sie noch nicht ertragen. Auch könnt ihr‘s jetzt noch nicht“ (1 Kor 3,2). Im Hebräerbrief wird dieser Zustand nochmals verdeutlicht: „Denn jeder, dem man Milch geben muss, der ist unerfahren in dem Wort der Gerechtigkeit; denn er ist ein kleines Kind“ (Hebr 5,13 f.).

Dass eine neue Kreatur in Christus auch einen Wachstumsprozess durchlaufen muss, wird an mehreren Stellen der Bibel beschrieben: „[…] bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollkommenen Mann, zum Maß des Alters und Fülle Christi, auf dass wir nicht mehr unmündig seien […]“ (Eph 4,13 f.). „Und ich, Brüder, konnte nicht mit euch reden wie mit Geistlichen, sondern wie mit Fleischlichen, wie mit Unmündigen in Christus. […]“ (1 Kor 3,1-3).

Wie verläuft das Wachstum in Gott?

Bis ein Mensch als erwachsen bezeichnet werden kann, durchläuft er einen langwierigen Entwicklungsprozess. Hierzu gehört vor allem auch die geistige Reife, die gewonnene Lebenserfahrung, die uns aus Fehlern lernen lässt. Angefangen bei der Geburt durchläuft ein Kind wichtige Entwicklungsschritte, ohne welche die darauffolgenden Schritte nicht möglich wären. Am physischen Beispiel sehen wir: das Sitzen, Krabbeln, Sprechen usw. – alle diese Schritte erfolgen auf natürliche Weise und ohne Zwang. Ein kleines Kind wird nicht dafür bestraft, dass es „in die Hose“ macht, vielmehr freut man sich darüber, denn dies ist ein Anzeichen der Gesundheit des Babys. Was bedeutet dies für das geistliche Neugeborene? „Unerfahren in dem Wort der Gerechtigkeit“ – was bedeutet das? Die Antwort auf diese Frage ist einfach: Christi Lehre kann unbewusst falsch ausgelegt werden, das Kind kann unbemerkt ein falsches Wort aufnehmen und sich damit „vergiften“, die Handlungen sind dementsprechend fleischlicher Natur. Diese Kinder bedürfen einer aufmerksamen Fürsorge und lauterer Milch. Wie einem fleischlichen so auch geistlichen Kind wird dessen Unvollkommenheit nicht zugerechnet. Ein gesundes Kind muss in Liebe aufwachsen. Diese Liebe wurde uns durch die Erscheinung Christi zuteil. Durch seinen Leib sind wir dem Gesetz gestorben (Röm 7,4-6): „Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist es, der da rechtfertigt“ (Röm 8,33 f.). Die richtige geistliche Speise (1 Petr 2,1 f.) lässt ein Kind gesund gedeihen. Das geistliche Wesen nimmt dabei zu und dies geschieht unbedingt durch die Heiligung oder Befreiung von fleischlichen „Überresten“. Dabei ist Christus selbst die Heiligung und die Gerechtigkeit (1 Kor 1,30). Dieser Prozess geschieht für einen aufrichtig gläubigen Menschen natürlich und in voller Freude, Zuversicht und ohne Zwang.

Am physischen Beispiel sehen wir: Dem Säugling wird zuerst die Muttermilch, nach Ausreifung der Verdauungsorgane festere Speise gegeben. Das Baby nimmt an Gewicht zu: die Knochen und Muskeln kräftigen sich; das Gehirn, die Sinnesorgane reifen zu ihrer Vollkommenheit aus. Für das geistliche Kind stellt die Muttermilch oder die Speise das Wort Gottes, die reine Lehre Christi, dar. Dabei dringt das reine Wort durch den Glauben in das Herz ein und lässt die neue Kreatur wachsen. Durch die Erkenntnis der Wahrheit reinigt der Mensch seinen noch toten Leib, der vorher auf verschiedene Begierden, Leidenschaften und Hochmut ausgerichtet war. Sein neuer Verstand und Sinn reifen, das Gewissen wächst. Der Leib wird schrittweise lebendig bis zur vollkommenen Reinheit (Röm 8, 10-11). Diesen Prozess bezeichnet die Bibel als Heiligung. Die Heiligung ist dem Wachstum gleichzusetzen. Dieser Vorgang erfolgt so lange, bis der Gläubige zu einem vollkommenen Mann in Christi wird: „[…] dass er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, […] und ihr in der Liebe eingewurzelt und gegründet seid, […] und die Liebe Christi erkennen könnt, die alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet zu aller Gottesfülle […]“ (Eph 3,16-21)!

Wird das Wachstum eines physischen Kindes in Monaten oder Jahren, Körperlänge oder Gewicht gemessen, so ist das Wachstum des geistlichen Kindes an der Erfüllung mit Jesus Christus zu messen: „Denn alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, die sind Söhne Gottes“ (Röm 8,14). Je mehr der Gläubige in der Erkenntnis der Wahrheit wächst, umso mehr wird er von Christus geleitet. „Wachset aber in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus“ (2 Petr 3,18).

holybunch-sermon
An den Anfang scrollen