Überspringen zu Hauptinhalt

„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus. Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten“ (Eph 1,3-4).

„Sondern wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben (3 Mose 19,2): „Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig“ (1 Petr 1,15 f.).

Die zahlreichen Briefanreden der Apostel an die Gemeinden bezeugen, dass es möglich ist, bereits zu Lebzeiten heilig zu sein: „An die Heiligen in Ephesus, die Gläubigen an Jesus Christus“ (Eph 1,1). „An die Heiligen in Kolossä, die gläubigen Brüder in Christus“ (Kol 1,2). „Denn der Tempel Gottes ist heilig; der seid ihr“ (1 Kor 3,17). Viele weitere Bibelstellen zeigen, dass die Gläubigen an Christus heilig waren. Warum sollten also wir, die heute glauben, nicht auch heilig sein?

Gottes Wort ist doch heute genauso gültig wie vor Zweitausend Jahren und hat nicht an Kraft verloren! Gott ist kein Mensch, dass er lüge, er ist seinem Wort treu. „Sind wir untreu, so bleibt er doch treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen“ (2 Tim 2,13). Er ist gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit (vgl. Hebr 13,8). Es gibt keine Veränderung in ihm (vgl. Jak 1,17). Und es hängt von jedem selbst ab, ob er an diese Worte glaubt oder nicht.

Heiligkeit – das Wesen Gottes

Heiligkeit, Reinheit, Gerechtigkeit – das alles ist die Wesensart Gottes. „[…] denn ich bin heilig“ – so spricht Gott (1 Petr 1,16). Und „Gott ist Geist“ (Joh 4,24). Weiterhin ist Gott auch das Wort: „Am Anfang war das Wort, und Gott war das Wort“ (Joh 1,1). Gott ist heilig, somit ist auch sein Wort heilig, denn dieses Wort ist Gott selbst.

Dieses Wort offenbarte sich den Menschen im Fleisch. Das Wort ward Fleisch und „wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit“ (Joh 1,14). Das Wort offenbarte sich durch Jesus Christus und die Worte, die er sprach, waren die Wahrheit: „Dein Wort ist die Wahrheit“ (Joh 17,17).

Warum musste das Wort Fleisch werden? Warum musste der Sohn Gottes einen irdischen Körper annehmen und uns Menschen gleich werden? „Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, hat auch er’s gleichermaßen angenommen, damit er durch seinen Tod die Macht nähme dem, der Gewalt über den Tod hatte, nämlich dem Teufel“ (Hebr 2,14).

Wir sind dazu erwählt, heilig zu sein

Gott hat uns von Anbeginn der Welt dazu erwählt, dass wir heilig und untadelig seien. „Die ihr einst ’nicht ein Volk‘ wart, nun aber ‚Gottes Volk‘ seid. [Wir sind] das auserwählte Geschlecht, […] das heilige Volk […]“ (1 Petr 2,9 f.). Gott hat uns lebendig gemacht und bereits heute in Christus Jesus im Himmel eingesetzt. „Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr selig geworden – und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus“ (Eph 2,4-6). In dieses Himmelreich wird nichts Unreines hineinkommen (vgl. Offb 21,27), Christus selbst wird dort König sein und sein Reich wird kein Ende haben (vgl. Lk 1,33). Wie wichtig ist es also heilig, gerecht und untadelig zu sein, und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt. Darin liegt der Sinn des Neuen Testaments.

Glauben an das reine Wort

Jeder Mensch hat die Möglichkeit, diese Heiligkeit zu erlangen. Dafür muss er nichts Grandioses vollbringen. Die Heiligkeit ist nicht ein Verdienst des Menschen, sie wird nicht durch Leiden erreicht oder indem man sich selbst für andere aufopfert. All diese Wege sind menschlich und irdisch und haben nichts mit der Heiligkeit, die uns Gott schenkt, zu tun.

Das Geheimnis heilig zu sein, liegt darin, das Wort Gottes in seiner absoluten Reinheit aufzunehmen und von diesem Wort geboren zu werden. „Er hat uns geboren nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit“ (Jak 1,18). Wer von diesem Wort geboren ist, ist heilig und gerecht, denn dieses Wort ist Geist, es ist Gott selbst. Und wie Gott heilig ist, so ist auch alles, was von ihm geboren ist, heilig. Gott kann nichts Unreines oder Fehlerhaftes gebären (1 Joh 3,9 f.). Deshalb wird der Mensch durch den Glauben an das reine Wort Gottes heilig, rein und selig und nicht durch sein eigenes Bemühen und seine „guten“ Werke. „Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme“ (Eph 2,8 f.).

Heiligkeit vollzieht sich im Gewissen

Wo vollzieht sich die Vollkommenheit der Heiligkeit im Menschen?

„Denn wenn schon das Blut von Böcken und Stieren und die Asche von der Kuh durch Besprengung die Unreinen heiligt, sodass sie leiblich rein sind, um wie viel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott!“ (Hebr 9,11-14). „Das ist ein Gleichnis für die gegenwärtige Zeit: Es werden da Gaben und Opfer dargebracht, die nicht im Gewissen vollkommen machen können den, der Gott dient“ (Hebr 9,9)

Nach dem Gesetz Mose wurde der Leib gereinigt: „sodass sie leiblich rein sind“. Die Lehrer des hebräischen Volkes, die Schriftgelehrten, Pharisäer und Priester haben ihren Leib, den äußerlichen Menschen, entsprechend dem Gesetz eifrig gereinigt. Dadurch wurden sie aber nur zu übertünchten Gräbern, die zwar von außen hübsch erschienen, aber innen voller Totengebeine und lauter Unrat waren! „So auch ihr: Von außen scheint ihr vor den Menschen gerecht, aber innen seid ihr voller Heuchelei und missachtet das Gesetz“ (Mt 23,27 f.). Der Herr spricht zu ihnen: „Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Innere des Bechers, damit auch das Äußere rein werde“ (Mt 23,26)!

Die Reinigung des Inneren ist nur durch einen einzigen Weg möglich: indem man dem Herrn nachfolgt, seine Lehre annimmt und im Wort dieser Lehre verbleibt. „und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Joh 8,31-36). Das alles vollzieht sich im Gewissen! Das Opfer Christi, sein vergossenes Blut, reinigt das Gewissen, welches den geistlichen Zustand eines Menschen bestimmt. Nur durch den Glauben an die reine, unverfälschte Lehre Christi wird das Herz vom „bösen Gewissen“ gereinigt (Hebr 10,22). Ein böses, unreines Gewissen (Tit 1,15) ist ein Gewissen, in dem das Gesetz der Sünde und des Todes, der Geist der Lüge wohnt. „Denn mit einem einzigen Opfer hat er für immer die vollendet, die geheiligt werden!“ (Hebr 10,14). Nur das Opfer Jesu Christi vernichtet das Gesetz der Sünde und des Todes im Menschen! So wird der Teufel aus dem Gewissen ausgestoßen, denn Jesus Christus wird zum Gewissen des Menschen, indem der Heilige Geist in ihm ansässig wird. Und jeder, der Jesus Christus, das reine Wort, aufnimmt und für alle anderen Lehren und Wertvorstellungen dieser Welt mit Christus am Kreuz stirbt, wird zur neuen Kreatur. „Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden“ (2 Kor 5,17). Bei einem solchen Menschen sind der Verstand und das Gewissen neu, solch ein Mensch ist heilig. Nun muss er in diesem Glauben unerschütterlich stehen und sich durch nichts von diesem Glauben abbringen lassen, d.h. kein anderes, verfälschtes Wort aufnehmen.

holybunch-sermon
An den Anfang scrollen