„Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch verlobt mit einem einzigen Mann, damit ich Christus eine reine Jungfrau zuführte. Ich fürchte aber, dass wie die Schlange Eva verführte mit ihrer List, so auch eure Gedanken abgewendet werden von der Einfalt und Lauterkeit gegenüber Christus“ (2 Kor 11,2 f.).

Unser Herr hat die Gemeinde, welche sein Leib ist (Eph 1,22 f.), durch sein Blut erkauft (Apg 20,28). Eben für diese Gemeinde, die keinerlei Spaltungen in sich hat, in der alle eines Sinnes in der Erkenntnis, in der Liebe und im Frieden sind, kommt er erneut!

Zu den Zeiten der Apostel geschahen große Wunder und Zeichen. Die Apostel sind entschlafen, seither sind keine hundert Jahre vergangen, vielleicht etwas mehr oder weniger, und die erste Gemeinde hat sich in eine religiöse, irdische Organisation verwandelt. Die Wahrheit ist ihr völlig abhandengekommen. Wie konnte das geschehen? Der Grund liegt darin, dass es dem Teufel gelungen ist, zunächst die völlige Einigkeit zu erschüttern. Es wurde eine Abweichung von der Einfachheit und Einfalt in Christus zugelassen und der Verstand (Sinn) der Gemeindemitglieder wurde beeinträchtigt. Man begann, alles anders zu sehen, wodurch eine Spaltung nach der anderen auftrat!

Die Apostel haben die Verfälschung der Wahrheit und die Abkehr von ihr vorausgesagt: „Wir sind ja nicht wie die vielen, die mit dem Wort Gottes Geschäfte machen; sondern wie man aus Lauterkeit und aus Gott reden muss, so reden wir vor Gott in Christus“ (2 Kor 2,17). Paulus warnt: „denn ich habe nicht unterlassen, euch den ganzen Ratschluss Gottes zu verkündigen. So habt nun Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist eingesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat. Denn das weiß ich, dass nach meinem Abschied reißende Wölfe zu euch kommen, die die Herde nicht verschonen werden. Auch aus eurer Mitte werden Männer aufstehen, die Verkehrtes lehren, um die Jünger an sich zu ziehen. […] Darum bezeuge ich euch am heutigen Tage, dass ich rein bin vom Blut aller […]“ (Apg 20,27-30,26)! Petrus beschreibt, wie die Übertretungen der Lehre Christi beginnen würden: durch falsche Lehrer, die verderbliche Irrlehren einführen! Diese verderblichen Ansichten fließen in die Lehren ein „und verleugnen den Herrn, der sie erkauft hat“ (2 Petr 2,1)! Das ist der Anfang jeglicher Verfälschung und Entstellung der Lehre Jesu Christi. Es ist die Grundlage jeglichen Irrtums christlicher Bewegungen, von denen es mittlerweile sehr viele gibt!

Angefangen vom Katholizismus, welcher zu den Zeiten des römischen Kaisers Konstantin vollkommen heidnisch wurde. Nach einer Reform spaltete sich das Christentum und es entstand die orthodoxe und die katholische Bewegung. Die Katholiken und die Orthodoxen sind sich ähnlich, lediglich die Rituale des Gottesdienstes sind unterschiedlich. In der katholischen Kirche wird zum Beispiel gesessen, in der orthodoxen Kirche hingegen ist dies verboten. Die Katholiken bekreuzigen sich von links nach rechts, die Orthodoxen umgekehrt. Jede dieser Konfessionen hat eigene Ikonen, eigene Heilige usw. So hat Martin Luther, ein katholischer Mönch und gelehrter Geistlicher, festgestellt, dass man sich von der christlichen Lehre sehr entfernt hat und diese stark von der Bibel abweicht. Er lehnte sich dagegen auf und es kam zu einer großen Reform. Luthers Lehre (er übersetzte die Bibel aus dem Lateinischen ins Deutsche) rief in Deutschland eine große Bewegung hervor, deren Anhänger und Befürworter als „Protestanten“ bezeichnet wurden. Zur gleichen Zeit erhob sich ein weiterer Reformator – Johannes Calvin. Er begründete den Calvinismus, eine strenge Glaubensrichtung. Luther und Calvin sind sich in manchen Fragen des Glaubens uneinig gewesen.

So vollzog sich eine Reform nach der anderen. Es fanden sich immer wieder kluge Köpfe, die in der Bibel etwas Besseres fanden, als in der Lehre der damaligen Zeit. Sie brachten das Neuentdeckte vor die Gläubigen, fanden ihre Anhänger und spalteten sich von der bisherigen Glaubensrichtung ab. Auf solche Weise entstanden die Baptisten, welche nach einer erneuten Reform die Pfingstler hervorbrachten und diese wiederum die Charismaten. Das Wort Gottes wurde bei ihnen allen zu einem Regelwerk von Geboten und Satzungen. Dabei bleiben sie in den Schranken der Religion gefangen und beten Gott nach dem Fleisch an.

Anfänglich wurden Reformen eingeführt, die strengere Regeln in Bezug auf den Gottesdienst abverlangten. Diese Strenge führte schließlich zur Ermüdung und dem Abfall vom Glauben. Prompt fanden sich diejenigen, die verstanden haben, dass es so nicht weitergeht und die Verluste der Mitglieder zu groß wären. Es fand eine gegenteilige Ausrichtung statt: man lockerte die Schrauben, die vormals mit Bedacht immer stärker angezogen wurden. So kommt zum Beispiel der Gottesdienst der Charismaten dem weltlichen Entertainment sehr nahe. Noch etwas mehr Annäherung und sie werden sich völlig mit der Welt, welche aktiv dem Teufel dient, vereinen. Die Mitglieder lassen sich springend, tanzend, zur Musik kreisend bis zur seelischen Ekstase führen. Kein großer Unterschied zur weltlichen Disco. Auf diese Weise wird die Jugend angelockt. Überaus traurige Bilder, welche auch noch als Gottesdienst gelten.

Es gibt natürlich auch diejenigen, die die Strenge nach den alten Vorgaben einhalten. Aber auch das ist nichts anderes als die seelische, fleischliche Anbetung Gottes. Die Religion kann es weder fassen noch glauben, dass statt Reformen der Tod für diese Welt erforderlich ist!

Die heutigen christlichen Bewegungen nennen sich zu Unrecht „Christen“, denn sie verwerfen die Kernbotschaft der christlichen Lehre, den Grund des Neuen Testaments, nämlich das Opfer Jesu Christi am Kreuz. In ihrer Lehre hat das Opfer Christi nicht die Kraft, von der Sünde zu befreien. Die Sünde bleibt im Menschen und wird nicht vernichtet. Genau das ist die verderbliche Lehre. Glaubt der Mensch an diese, so verwirft er das Sühnopfer Christi, der Fleisch und Blut angenommen hat, um durch sein Opfer dem Teufel die Macht zu nehmen (Hebr 2,14). Durch den Glauben an das Opfer Christi wird die Sünde im Menschen vernichtet (Hebr 9,25-28); der Mensch wird vom Gesetz der Sünde und des Todes befreit (Röm 8,1 f.), sodass sich Christus selbst in ihm als Leben und die Unsterblichkeit offenbaren kann (2 Tim 1,9 f.).

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