„Aber es kommt die Stunde und ist schon jetzt, dass die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten“ (Joh 4,23 f.).

„Müssen“ bedeutet: Gott nimmt keine andere Art und Weise der Anbetung an. Und weil Gott selbst Geist ist, ist ihm auch nur die Anbetung im Geist und in der Wahrheit wohlgefällig! „Im Geist“ bedeutet im Gewissen, in dem Christus wohnt und es dadurch gut und rein ist. „In der Wahrheit anzubeten“ bedeutet, sich auf das eigene Gewissen, in dem Christus, die Wahrheit lebt, zu verlassen. Der Mensch wandelt mit einem reinen Herzen vor Gott. Er ehrt und lobt ihn, befindet sich stets im Gebet, dient ihm und heiligt so den Herrn in seinem Herzen (1 Petr 3,15).

Die heilige Priesterschaft

Während des Alten Testaments konnte der Gottesdienst nur von Priestern verrichtet werden, die mit einer heiligen Salbung gesalbt wurden und spezielle Priesterkleider trugen. Im Neuen Testament sind alle, die von Gott nach dem Wort der Wahrheit geboren sind, die heilige Priesterschaft. „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk zum Eigentum, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat aus der Finsternis in sein wunderbares Licht; die ihr einst nicht sein Volk wart, nun aber Gottes Volk seid, und einst nicht in Gnaden wart, nun aber in Gnaden seid“ (1 Petr 2,9 f.). Als das auserwählte königliche Priestertum sind wir gekleidet in das heilige Gewand der Priester: „Und es wurde ihr gegeben, sich zu kleiden in Seide, glänzend und rein. Die Seide aber ist das gerechte Tun der Heiligen“ (Offb 19,8).

Die heilige Salbung ist der heilige Geist in uns, die wir durch das Wort Gottes geboren sind. „In ihm seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium von eurer Rettung – in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem heiligen Geist, der verheißen ist“ (Eph 1,13). „Gott ist’s aber, der uns befestigt samt euch in Christum und uns gesalbt und versiegelt und in unsre Herzen das Pfand, den Geist, gegeben hat“ (2 Kor 1,21 f.) „Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch […]“ (1 Joh 2,27). Deshalb können wir Gott anbeten und ihm dienen und noch mehr: wir sollen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten! Und das geschieht nicht nach Geboten und Regeln, sondern im neuen Wesen des Geistes, in Jesus Christus, welcher in unserem Gewissen lebt. Es geschieht zum Beispiel in unseren Gebeten und Lobgesängen. Denn wenn wir singen, so rufen wir den Namen des Herrn an, beten ihn an, loben und danken ihm, wir heiligen den Herrn in unseren Herzen. „Aber du bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels“ (Ps 22,4). „Freuet euch des Herrn, ihr Gerechten; die Frommen sollen ihn recht preisen. Danket dem Herrn mit der Harfe; lobsinget ihm zur Harfe von zehn Saiten“ (Ps 33,1 f.)! „Dienet dem Herrn mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken! […] Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen“ (Ps 100,2-4)! „Ich will den Namen Gottes loben mit einem Lied und will ihn hoch ehren mit Dank“ (Ps 69,31)! „Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen“ (Kol 3,16; Eph 5,19). Wenn ein Mensch, mit einem reinen und aufrichtigen Herzen in seinen Gebeten und Lobgesängen, Gott lobt und dankt, wird er brennend in seinem Geist (Röm 12,11) und dient Gott.

Unser Gottesdienst

Unsere Versammlungen sind frei und offen, ohne Gesetze, Regeln und Traditionen. Jedes Mitglied kann das Wort ergreifen, kann sich frei äußern. Denn wir versammeln uns, um Gemeinschaft miteinander zu haben, einfach, ehrlich, offen, von Herz zu Herz! Nur so äußert sich der Geist Christi, das Wesen Gottes, durch uns. So wirkt das Gesetz des Lebens nach dem Geist in Christus Jesus. Deshalb sind unsere Versammlungen nicht chaotisch, sondern umgekehrt: auch wenn es manchmal laut und emotional zugeht, kehrt immer Ruhe und Anstand ein. Denn je mehr wir uns ernähren und wachsen, desto mehr wächst die Erkenntnis und die Liebe zueinander. Bei uns gelten keine aufgesetzten „weil-es-sich-so-gehört“-Verhaltensregeln, sondern alles läuft ordentlich ab, weil unser Gott ein Gott der Ordnung und des Friedens ist (1 Kor 14,33) und wir immer vollkommener von ihm geführt und gelenkt werden, so dass sich das Wort erfüllt: „Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder“ (Röm 8,14).

Das Wichtigste ist, dass nur Jesus Christus das Recht hat in der Gemeinde zu wirken. Ein seelischer Dienst, der nicht von Gott und nicht dem Geist Christi entspricht, ist unzulässig! Stolz und Überheblichkeit haben hier keinen Raum! Der Eifer darum, dass Gott einen zur Erbauung seines Leibes nutzt, ist sehr gut. Man muss eifern, jedoch so, dass es für Gott ist und nicht für die eigene Eitelkeit und den eigenen Stolz. Eifern, flehen, sich selbst verleugnen; sich völlig von Christus erfüllen lassen, damit der Dienst auf der Kraft des Herrn, seiner Wahrheit und seiner Liebe basiert: „Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. […] Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun“ (Joh 15,1-5).

Ein Dienst, der nicht im Herrn geschieht ist nichtig. Denn wenn es nicht der Herr ist, ist ein anderer Geist, der Geist der Lüge und der Bosheit am Werk. Und dieser Geist wird sich stets als Engel des Lichts herausgeben. Apostel Paulus schreibt: „Denn wenn jemand meint, er sei etwas, obwohl er doch nichts ist, der betrügt sich selbst“ (Gal 6,3).

Wie äußert es sich in der Praxis, dass Christus selbst in unseren Versammlungen wirkt?

„Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus. Von ihm aus gestaltet der ganze Leib sein Wachstum, sodass er sich selbst aufbaut in der Liebe – der Leib, der zusammengefügt und gefestigt ist durch jede Verbindung, die mit der Kraft nährt, die jedem Glied zugemessen ist“ (Eph 4,15 f.). Dabei wirkt jedes Mitglied der Gemeinde nach dem Maß der Gabe und des Lebens Jesu Christi in ihm. Sodass der ganze Leib der Gemeinde ein funktionierender Organismus ist, keiner ist hiervon ausgeschlossen. Auf diese Weise lenkt und führt Christus die Glieder seines Leibes so, wie ER es will, denn ER ist das Haupt der Gemeinde und die Gemeinde ist sein Leib!

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