Vermutlich hat schon jeder einmal etwas über das Abendmahl gehört. Doch wer kennt die wahre Bedeutung des Abendmahls? Und wer kann die Tragweite dieses Geheimnisses, dieser Handlung für sich einschätzen und nimmt würdig daran teil?

Der Preis, den unser Herr Jesus Christus für die Errettung der Welt zahlen musste, war unglaublich hoch! Er, dessen die Welt unwürdig war, kam in diese Welt, zu den Menschen, die er erschaffen hat, um sie vom Tod und ihrem Zustand der Sünde zu erlösen. Er musste einen menschlichen Körper annehmen und die grausamste Hinrichtung über sich ergehen lassen, damit wir in ihm und durch den Glauben an ihn das ewige Leben haben. „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Joh 3,16 ff.).

Das Passahfest

Vor seiner Kreuzigung hat Jesus mit seinen zwölf Aposteln Passa gefeiert. Dieses Fest feierten die Hebräer, um sich daran zu erinnern, wie sie aus der Knechtschaft in Ägypten von Gott herausgeführt wurden. Das Passa war ein Lamm, mit dessen Blut sie damals die Türpfosten und die oberste Türschwelle bestrichen hatten. Das Lamm selbst wurde auf dem Feuer zubereitet und vollständig aufgegessen. Nichts durfte davon übrig bleiben! In dieser Nacht ging ein Engel durch Ägypten und tötete alle Erstgeburten der Menschen und der Tiere. Doch an wessen Türen das Blut des Lammes war, daran ging der Engel vorbei. In dieser Nacht wurde das hebräische Volk aus seiner Sklaverei befreit. Das Passalamm war ein Bildnis auf Christus, der mit seinem Blut die Menschen, die an ihn glauben, aus der Sklaverei der Sünde befreit. Denn jeder, der Sünde tut, ist der Sünde Knecht (vgl. Joh 8,34).

„Und die Jünger taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und bereiteten das Passalamm. Und am Abend setzte er sich zu Tisch mit den Zwölfen. […] Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach’s und gab’s den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden“ (Mt 26,19 f., 26-30). Als Apostel Paulus das Gebot vom Abendmahl der Gemeinde in Korinth brachte, sprach er ebenso: „Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe: „Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach’s und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.“  Der Herr sagte: „mein Leib“! Und diesem Wort glauben wir ohne Zweifel. Denn die ganze Lehre Christi, das Neue Testament, ist eine Lehre vom Glauben.  Mit einem seelischen Verstand ist es nicht zu begreifen.

An diesem Punkt kam es auch zu einem Bruch zwischen Luther und einem seiner Gefährten, der dem Reformationsgedanken auch sehr ergeben war: Luther war der Meinung, dass das Brot beim Abendmahl der Leib Christi sei. Der Herr sagte ja: „das ist mein Leib“. Sein Gefährte aber meinte, dass das Brot nur ein Symbol für den Leib sei, aber keinesfalls der Leib selbst. Es wäre nur Brot. Beide verblieben letztendlich bei ihrer eigenen Auffassung.

„Aber ohne Glauben ist’s unmöglich, Gott zu gefallen […]“ (Hebr 11,6). Deshalb gilt auch in diesem Punkt nur der Glaube: wenn wir das Brot vor den Herrn bringen, segnen wir es, indem wir es als den Leib Christi anerkennen und auch dafür danken. Wir gedenken an den Leib Christi, der gebrochen wurde, so wie wir auch das Brot brechen.

Was passiert aber in den vielen christlichen Religionen?

In den religiösen Bewegungen wird oft über den eigenen Leib nachgedacht und nicht über den Leib des Herrn. Sie denken an ihren eigenen Leib und überlegen, ob sie es wert sind, am Abendmahl teilzunehmen. Um sich würdig zu machen, tun sie vorher Buße, versöhnen sich miteinander, beten, fasten und erst danach beginnen sie mit dem Abendmahl und das auch noch oft mit Traubensaft, anstelle von Wein. Obwohl Christus eindeutig spricht: „Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, an dem ich aufs Neue davon trinken werde mit euch in meines Vaters Reich“ (Mt 26,29; Mk 14,25). Doch Abendmahl zu halten bedeutet nicht, über den eigenen Leib, sondern über den Leib Christi nachzudenken. Warum musste Christus im menschlichen Leib erscheinen und diesen als Opfer darbringen? Welche Qualen und Schmerzen hat er erleiden müssen? Denn ein Mensch kann sich selbst niemals wert machen! Vor allem nicht auf die Art und Weise wie es in den christlichen Religionen gepredigt wird. Deshalb ist das Abendmahl, so wie es in den Religionen vollzogen wird, eine Übertretung der Lehre Christi! Und das bedeutet, dass diese Menschen Gott nicht haben! „Wer darüber hinausgeht und bleibt nicht in der Lehre Christi, der hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, der hat beide, den Vater und den Sohn“ (2 Joh 9).

Das Abendmahl wird abgehalten, um zu erinnern, was der Herr vollbracht hat, denn: „[…] Der Herr Jesus, […] nahm […] das Brot, dankte und brach’s und sprach: Das ist mein Leib für euch; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. Denn sooft ihr von diesem Brot esst und von dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt“ (1 Kor 11,23-26).

Er ist der Welt erschienen, um den Menschen die Wahrheit des Lebens zu verkünden. Denn es gibt kein Leben außerhalb von Gott. Das irdische Leben der Menschen ist nur eine zeitliche Erscheinung. „Denn das Wesen dieser Welt vergeht“ (1 Kor 7,31; 1 Joh 2,17). Nur Gott selbst ist das Leben! Damit Christus den Menschen dieses wahre Leben schenken konnte, hat er die Herrlichkeit des Vaters verlassen und ist zu den vom Teufel eingenommenen Menschen gekommen. „Obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, auf dass ihr durch seine Armut reich würdet“ (2 Kor 8,9).

Deshalb sollen wir beim Abendmahl immer daran gedenken, welchen Preis Christus zahlen musste, um der Menschheit das Leben, das beim Vater war, zu bringen. So verkündigen wir den Tod des Herrn, bis er kommt (1 Kor 11,26). Es soll zum Gedächtnis dessen, was geschehen ist, vollzogen werden (1 Kor 11,23-25).

Füße waschen aus Liebe 

In manchen Bewegungen wird vor dem Abendmahl das Waschen der Füße praktiziert. Als Beispiel wird die Situation genannt, als der Herr während des Abendmahls die Füße seiner Jünger gewaschen hat.

Damit zeigte der Herr, dass er und sie gleich sind. Er hat sich nicht höher als sie angesehen und hat mit Demut seinen zwölf Aposteln die Füße gewaschen. Er gab ihnen ein Beispiel, wie sie in ihrem Leben handeln sollten. Keiner darf sich über den anderen überheben, sondern alle sollen in vollkommener Gleichheit ihren Weg in das Himmelreich vollenden!

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