Der Glaube

„So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi […]. Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wenn sie nicht gesandt werden?“ (Röm 10,17,14 f.)

Wie von Anbeginn der Welt, so auch heute verkündet Gott durch seine auserwählten Gefäße das Wort der Wahrheit. Er berührt das Herz eines Menschen und öffnet ihm das Gehör und den Verstand, um das Wort zu hören. So beginnt der Mensch, nach Gott zu suchen und zu verstehen, dass es neben dem physischen Dasein ein geistliches, für das menschliche Auge unsichtbares Leben gibt. Dieses Leben kann man nicht anfassen, und doch ist es so real! Die andere, unvergängliche, göttliche Welt, wo Freude, Liebe und Wahrheit regieren, gibt es tatsächlich! Dieses Wort fasziniert und bewegt den Menschen dazu, es zu erforschen, bis ihm das himmlische Reich, von dem Jesus Christus gesprochen hat, offenbart wird. Es ist also das Wort selbst, das den Weg in die geistliche Welt Gottes zeigt und den Menschen vom Untergang mit der irdischen Welt rettet.

Ohne Wort gibt es keinen Glauben

Was ist der Glaube? In der heiligen Schrift gibt es dazu eine klare Aussage: „So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi“ (Röm 10,17). Ohne ein Wort gibt es keinen Glauben! Die wenigsten Menschen verstehen wie der Glaube in ihnen tagtäglich wirkt. Dabei ist der Glaube nichts Abstraktes, sondern das Wort, was jeden von uns antreibt, jeden Tag aufs Neue – unsere Denkmuster und Vorstellungen, unsere Werte und Wünsche.

Kehren wir nun zu den Anfängen der Menschheit im Garten Eden zurück. Als es kein Wort (kein Gebot von Gott) gab, gab es nur ein seelisches Dasein des Menschen. Sein Leben bestand nur aus essen, trinken, schlafen und spielen. So wie man es bei den Tieren beobachten kann. Doch im Gegensatz zu den Tieren, ist der Mensch mit der Fähigkeit erschaffen, zu glauben. Und diese Eigenschaft äußerte sich, als der Mensch vor der Wahl zwischen zwei entgegengesetzten Worten stand. Die Freiheit der Persönlichkeit hat sich geäußert, indem der Mensch den einen Glauben (Gottes Gebot: „esset nicht von dem Baum der Erkenntnis“) ablehnte und einen anderen Glauben (das Wort der Schlange: „ihr werdet nicht sterben, sondern werdet sein wie Götter“) annahm.

Doch obwohl der Mensch Gottes Gebot verwarf, hat ihn Gott über alle Zeiten hinweg nie in Unkenntnis darüber gelassen, dass es ihn gibt und dass es das Leben und den Tod, die Wahrheit und die Lüge gibt. Dabei ist die Schöpfung das erste sichtbare Zeichen für alle Menschen, dass es Gott gibt (Röm 1,19 f.). Ein weiteres Zeugnis von Gott: er schickte seinen Sohn in diese, vom Teufel betrogene, Welt (Joh 3,16 f.). Jesus Christus war ein Zeuge des göttlichen Wesens in menschlicher Gestalt und er zeugt auch heute noch: „Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeuge. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme“ (Joh 8,37). Doch die Menschen konnten die Worte von Christus nicht ertragen. Sie haben ihn verworfen, mehr noch, ihn auf eine brutale Weise hingerichtet. Und wie einst Adam Gott nicht geglaubt hat, so verwerfen auch heute die Menschen sein Wort, einfach weil sie die Wahrheit nicht lieben.

Christus ist der Weg zum Leben

Jeder Mensch schreitet im Glauben durch sein Leben, dabei ist er frei – er kann glauben und somit den Weg gehen, den er möchte. Entweder er nimmt den breiten Weg der Sünde und des Todes, der zur Verdammnis führt, oder er schreitet auf dem schmalen Weg Jesu Christi, der in das Reich Gottes und zum ewigen Leben führt. Nur verstehen wohl die wenigsten, dass „ihr“ Weg sie zum Tod führt. „Manchem scheint ein Weg recht; aber zuletzt bringt er ihn zum Tode“ (Spr 14,12).

Wer in das Himmelreich will, muss den richtigen Weg finden. Christus sagte dazu: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich“ (Joh 14,6). Diese Worte zeigen, dass es notwendig ist, diesen einzigen Weg, der zu Gott führt, zu gehen. Es gibt keine zweite oder dritte „Zufahrtsstraße“ ins Himmelreich. „Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind’s, die ihn finden“ (Mt 7,14)! So ist über diesen Weg gesagt. Und noch mehr: „[…] Ringt darum, dass ihr durch die enge Pforte hineingeht; denn viele, das sage ich euch, werden danach trachten, wie sie hineinkommen, und werden‘s nicht können“ (Lk 13,23 f.). Die Sache ist sehr ernst! Es geht nicht um eine Sonntagsbeschäftigung, sondern darum, dass jeder Mensch, der mit Gott sein will, diesen Weg finden und zurücklegen muss. Das bedeutet, sich in die Lehre Christi zu vertiefen, das Wort der Wahrheit im Glauben anzunehmen und die Wahrheit zu erkennen (Joh 8,31 f.).

Dazu muss der Mensch bestimmte Schritte tun. Als erstes muss er diese Worte hören. „So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi“ (Röm 10,17) und sie im nächsten Schritt annehmen. Je nachdem, welche Lehre ihn von seiner Kindheit an prägte, sie ist sein Glaube und hat seine Denkweise und sein Handeln bestimmt. Das macht es für den Menschen auch unglaublich schwer, sich überhaupt vorzustellen, dass ein anderes Wort tatsächlich real ist. Und dass ein anderer Weg existiert, als der, den er bisher gegangen ist. Genau aus diesem Grund ist die Pforte eng, die ins Himmelreich führt. Denn der Preis, den ein Mensch zahlen muss, um auf diesen Weg zu kommen, ist der Tod für alles Alte, für seinen alten Glauben, sein altes ICH. „Wer sein Leben liebhat, der wird‘s verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt hasst, der wird‘s erhalten zum ewigen Leben“ (Joh 12,25). Doch wenn der Mensch diesen Schritt geht und den wahren Glauben – das Wort der Wahrheit – annimmt, ändert sich alles. Der alte Glaube, die alten Gedanken und das alte Verständnis – alles wird NEU im Menschen! (2 Kor 5,17). Es erscheint eine neue Kreatur – das Kind Gottes, das eine göttliche Natur in sich trägt. Das Leben der neuen Kreatur ist Jesus Christus, sein Wort. Diese neue Kreatur macht die nächsten Schritte im Glauben, in dem sie sich dem Wort immer mehr hingibt und das Neue durch den Glauben immer weiter wächst. Und so geht sie Schritt für Schritt und wächst in der Wahrheit und der Erkenntnis Gottes. „[…] Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zu Glauben, wie geschrieben steht: der Gerechte wird aus Glauben leben“ (Röm 1,16 f.).

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