Es Gibt Eine Andere Welt

„Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. […]  Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich für die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme“ (Joh 18,36 f.).

„Darum, dieweil wir empfangen ein unbeweglich Reich, haben wir Gnade, durch welche wir sollen Gott dienen, ihm zu gefallen, mit Zucht und Furcht; denn unser Gott ist ein verzehrend Feuer“ (Hebr 12,28 f.).

Aus diesen Worten der Heiligen Schrift wird schon deutlich, dass es zwei Welten gibt. Die Rede ist zum einen von dieser Welt, deren Wesen vergehen wird, denn es steht geschrieben: „Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist […]; die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit“ (1 Joh 2,15,17). Zum anderen spricht die Bibel vom unerschütterlichen Reich Gottes, welches bereitet ist, dass es offenbar werde (1 Petr 1,3-5) und welches ewig bestehen wird.

Die zukünftige Welt – das ist das Ziel eines gläubigen Menschen. Es gibt kein größeres Ziel, als das ewige Leben im zukünftigen Königreich Gottes! Jeder sollte sehr gut verstehen und intensiv darüber nachdenken, dass es auf dieser Welt nichts Größeres geben kann. Es ist das Ziel aller Ziele, und wenn der Mensch es nicht erreicht, so ist es beängstigend und gar furchterregend, allein daran zu denken, was denjenigen erwartet!

Das Wesen dieser Welt vergeht

„[…] Denn das Wesen dieser Welt vergeht“ (1 Kor 7,31). Das sind keine leeren Worte, sondern es ist die Wahrheit! Es ist das Wort Gottes, das schon seit tausenden von Jahren gepredigt wird, damit die Menschen es durch den Glauben aufnehmen und in eine völlig andere, himmlische Welt übergehen können.

Man muss nicht über ein sonderlich breites Wissen verfügen, um zu sehen, was in dieser Welt vorgeht und wohin das alles führt. Es ist ein langsamer aber sicherer Prozess der Selbstzerstörung. Die Umwelt wird verunreinigt mit Giftstoffen, Chemikalien, radioaktiver Strahlung u.v.m. Es werden Parteien gegründet, um die Umwelt zu schützen, Menschen vereinen sich, protestieren – aber es ist unmöglich, den Prozess der Zerstörung zu stoppen, so sehr es auch jeder will! Man könnte meinen, die Menschheit hätte sich sehr weit entwickelt, hat so viel erreicht und versteht, was Krieg bedeutet. Doch während der Krieg an einem Ort noch nicht beendet ist, bricht an einem neuen Ort ein neuer aus. Überschwemmungen, Erdbeben, Feuer, Hunger, Seuchen und organisierte Kriminalität. Die Welt erkrankt an allen denkbaren Krankheiten und diesen Prozess des Vergehens zu stoppen, ist unmöglich, denn das Wesen dieser Welt vergeht!

Christus zeugt von einer anderen Welt

Umso heller leuchtet das Ziel – die zukünftige Welt, das Reich Gottes, das ewig und unvergänglich ist! Das Wesen dieser Welt und das Wesen der künftigen Welt muss ein Christ sehr gut verstehen. Denn der Glaube eines Menschen hängt davon ab, wie gut er diese zwei Welten verstehen und voneinander unterscheiden kann.

Mit seiner Erscheinung auf diese Welt verfolgte Jesus Christus nur ein Ziel, nämlich von Gottes Königreich zu predigen. Allein sein Kommen und sein Leben sind ein Zeugnis davon, dass es tatsächlich eine andere, geistliche Welt gibt. Als Christus seinen Dienst auf dieser Welt begann, sagte er: „Die Zeit ist erfüllet, und das Reich Gottes ist herbeigekommen“ und „tut Buße und glaubt an das Evangelium“ (Mark 1,15)!

Das Evangelium, die Lehre, das Opfer Jesu Christi, der Glaube, der Weg… – das sind alles Dinge, die nur einem Zweck dienen: sie geben dem Menschen die Möglichkeit, in Gottes Königreich zu kommen! Das ewige Reich, der neue Himmel… – das ist das Ziel und überhaupt der Grund allen Seins. Das Volk Israels ist uns ein Beispiel. In Ägypten herrschte Sklaverei, wohingegen das verheißene Land das Ziel für das Volk Israels darstellte! Um dahin zu kommen, musste das Volk Ägypten verlassen und einen weiten Weg hinter sich bringen. Genauso ist es auch heute: diese physische Welt ist die Sklaverei und Gottes Reich ist das Ziel. Um es erreichen zu können, muss man aus dieser Welt aussteigen und in das Reich Gottes übergehen. Der Austritt aus dieser Welt, der Übergang und schließlich der Eintritt in die neue Welt – dieser Weg ist Christus selbst!

Das Evangelium – die Predigt vom Reich Gottes

„[…] kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium vom Reich Gottes“ (Mark 1,14). Das Evangelium ist die Predigt vom Reich Gottes und darüber, dass es sich angenähert hat. Es zeigt, wie man in dieses Reich einkehren kann. Als die Bewohner einer Stadt nicht wollten, dass Christus von ihnen ging, sondern, dass er noch bei ihnen bliebe, sagte der Herr: „[…] Ich muß auch andern Städten das Evangelium verkündigen vom Reiche Gottes; denn dazu bin ich gesandt […]“ (Lk 4,42-44). Damit zeigte Christus sehr klar, wofür er in diese Welt gekommen ist: „[…] daß er reiste durch Städte und Dörfer und predigte und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes […]“ (Lk 8,1).

Der Herr sandte auch die zwölf Apostel und weitere siebzig Jünger aus, das Reich Gottes zu predigen (Lk 9,1-2). „Wo ihr aber in eine Stadt kommt, da sie euch nicht aufnehmen, da geht heraus auf ihre Gassen und sprecht: Auch den Staub, der sich an uns gehängt hat von eurer Stadt, schlagen wir ab auf euch; doch sollt ihr wissen, daß euch das Reich Gottes nahe gewesen ist. Ich sage euch: Es wird Sodom erträglicher gehen an jenem Tage denn solcher Stadt“ (Lk 10,1,8-12).

Nach seiner Auferstehung sprach Christus von nichts anderem als vom Reich Gottes (Apg 1,3). Das Wesentliche aller Niederschriften der Apostel war immer das Reich Gottes – davon, dass das Wesen dieser Welt vergeht und davon, wie man in das Himmelreich kommt. Als Apostel Paulus in Rom war, lebte er dort unter Aufsicht des dortigen Hauswächters. Paulus hatte zahlreiche Juden einberufen und als diese zum vereinbarten Tag zu ihm kamen, hatte er ihnen von frühmorgens bis in den Abend die Lehre vom Reich Gottes ausgelegt. Als sich die einen vom Wort überzeugten, die anderen Paulus jedoch keinen Glauben schenkten und weggingen, sagte Paulus, dass den Heiden das Wort des Heils gesandt ist, und sie werden es hören. Apostel Paulus lebte ganze zwei Jahre lang so, nahm alle, die zu ihm kamen bei sich auf und predigte vom Reich Gottes. Er lehrte vom Herrn Jesus Christus mit aller Freimütigkeit (Apg 28,23-31).

Sei ein Bürger der himmlischen Welt

Was ist das für eine andere Welt?  „[…] daß Fleisch und Blut nicht können das Reich Gottes ererben; auch wird das Verwesliche nicht erben das Unverwesliche“ (1 Kor 15,50). „Es wird gesät ein natürlicher Leib, und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Ist ein natürlicher Leib, so ist auch ein geistlicher Leib. […] Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, also werden wir auch tragen das Bild des himmlischen“ (1 Kor 15,44-50).

Es steht geschrieben: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten“ (Joh 4,24). Wenn Gott Geist ist, so kann sein Reich nicht aus irgendetwas anderem bestehen, es ist auch geistlich. Und der Geist äußert sich durch das Wort. „[…] dein Wort ist die Wahrheit“ (Joh 17,17).  „Die Worte, die ich rede, die sind Geist und sind Leben“ (Joh 6,63). Das Evangelium Johannes beginnt so: „Am Anfang war das Wort […]. Das Wort war Gott.“ Gott ist Geist und der Geist ist das Wort! Christus war von Anfang an ein Wort, nämlich das Wort der Weisheit und der Vernunft (Sprüche 8 und 9,1-6). „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit“ (Joh 1,14). Christus, der von den Toten auferstanden war, wurde zum lebendigen Geist, mit anderen Worten, zum Geist, der das Leben gibt (1 Kor 15,45).

In dieser anderen Welt wird nur die Wahrheit herrschen (2 Petr 3,13)! Nichts Unreines und niemand, der Gräuel und Lügen ergeben ist, können dort je eingehen (Off 21,27,8). Jeder Mensch, der von Gott geboren ist, ist zu einer neuen Kreatur geworden, der nach dem Geist lebt (Röm 8,1 f.). Das, was aus dem Geist geboren ist, ist Geist (Joh 3,6); deshalb kann solch ein Mensch Gott anbeten: im Geist und in der Wahrheit; und geistlich wachsen: aus der Kindheit zum vollkommenen Mann im Glauben. Der von Gott Geborene ist bereits ein Bürger der geistlichen, zukünftigen Welt. Er kennt den Geschmack dieser anderen Welt, denn die irdische Welt hat ihren eigenen, anderen Geschmack (Hebr 6,5). Deshalb steht geschrieben, dass wir sehr aufmerksam sein sollen, zu dem was wir hören, um nicht abzufallen (Hebr 2,1)! „Wer überwindet, der wird es alles ererben“ (Off 21,7).

„Der Gerechte aber wird des Glaubens leben, Wer aber weichen wird, an dem wird meine Seele keinen Gefallen haben. Wir aber sind nicht von denen, die da weichen und verdammt werden, sondern von denen, die da glauben und die Seele erretten“ (Hebr 10,38 f.).

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