Christliche Predigt - Das Geheimnis Der Dreieinigkeit

„Was verborgen ist, ist des HERRN, unseres Gottes; was aber offenbart ist, das gilt uns und unsern Kindern […]“ (5 Mose 29,28). „[…] HERR, mein Herz ist nicht hoffärtig, und meine Augen sind nicht stolz. Ich gehe nicht um mit großen Dingen, die mir zu wunderbar sind“ betete David (Ps 131,1).

Apostel Paulus schreibt: „Wenn jemand meint, er habe etwas erkannt, der hat noch nicht erkannt, wie man erkennen soll. Wenn aber jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt“ (1 Kor 8,2 f.) (In der russischen Übersetzung heißt es: dem ist Erkenntnis von ihm gegeben). Doch welche Erkenntnis ist ihm gegeben? Es ist definitiv nicht die Erkenntnis des Geheimnisses Gottes im Allgemeinen! Die Schrift sagt: Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber, wenn kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören und ich werde erkennen, wie ich erkannt bin (1 Kor 13,10,12). Diese Worte zeigen, dass solange wir uns im physischen Leib befinden, uns lediglich eine teilweise Erkenntnis gegeben ist. Die vollkommene, vollumfassende Erkenntnis werden wir haben, wenn wir uns im geistigen Leib befinden werden!

Das Wort der Schrift sagt, dass das, was man von Gott erkennen kann, uns offenbart ist. Das heißt den Menschen ist es nicht gegeben, alles von Gott zu wissen, sondern lediglich das, was möglich und was notwendig ist. Deshalb sollte man sich in dieser Fragestellung keineswegs erheben und meinen, man hätte Gott bereits vollständig erkannt.

Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist

Was offenbart uns die Bibel über Gott? Gott ist nur einer, doch gleichzeitig ist er dreieinig: „Denn drei sind, die das bezeugen: „der Geist und das Wasser und das Blut; und die drei stimmen überein (In der russischen Übersetzung heißt es: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und die drei stimmen überein) (1 Joh 5,7 f.). So ist auch der Mensch nach dem Ebenbild Gottes als dreieinig erschaffen: „[…] euren Geist samt Seele und Leib“ (1 Thess 5,23; 1 Mose 1,27). Das Wort wurde Fleisch und es erschien Jesus Christus – der Sohn Gottes. Daher heißt es: „Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Mt 28,19 f.). Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist sind Gott, sie sind Eins – es gibt nicht zwei oder drei Götter (Gal 3,20). „Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus“ (1 Tim 2,5). Es steht geschrieben: „Damit ihre Herzen gestärkt und zusammengefügt werden in der Liebe und zu allem Reichtum an Gewissheit und Verständnis, zu erkennen das Geheimnis Gottes, das Christus ist“ (Kol 2,2).

Über das Geheimnis Gottes sagt Jesus Christus: „Alles ist mir übergeben von meinem Vater. Und niemand weiß, wer der Sohn ist, als nur der Vater, noch, wer der Vater ist, als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will“ (Lk 10,22).

Nicht nur einmal wird in der heiligen Schrift gesagt, dass der Herr Jesus Christus der wahrhaftige Gott ist: „[…] Dieser ist der wahrhaftige Gott […]; […] der da ist Gott über alles, gelobt in Ewigkeit“ (1 Joh 5,20; Röm 9,5).

Gott selbst nennt Jesus Christus Gott: „aber von dem Sohn: Gott, dein Thron währt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter der Gerechtigkeit ist das Zepter deines Reiches. Du hast geliebt die Gerechtigkeit und gehasst die Ungerechtigkeit; darum hat dich, o Gott, dein Gott gesalbt mit Freudenöl wie keinen deinesgleichen“ (Hebr 1,8 f.). In diesen Versen wird Jesus Christus zweimal Gott genannt. Der Herr hat selbst auch bezeugt: „Ich und der Vater sind eins“ (Joh 10,30). Trotz all dieser Bibelstellen bleibt Gott und seine Göttlichkeit im Ganzen –Christus eingeschlossen – ein großes Geheimnis, welches kein Mensch entschlüsseln und vollkommen deuten kann!

Der Geist, der lebendig macht

Das religiöse Christentum predigt heutzutage, dass Christus von den Toten auferstanden, zum Himmel aufgefahren und zur Rechten des Vaters sitzt. D.h. Christus thront mit Gott und der Heilige Geist – die dritte Persönlichkeit Gottes – ist zur Erde hinabgesandt, um zu wirken. Demnach wirkt nicht Christus in den Gläubigen (denn er ist im Himmel, zu ihm betet man), sondern der Heilige Geist wirkt selbständig in den sogenannten „Christen“. Ist denn so eine Lehre richtig?

Die Schrift bezeugt, dass die früheren Propheten den Heiligen Geist innehatten (1 Petr 1,11). Der Herr sagte ebenfalls über sich selbst: „Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Und Jesus sprach zu ihnen: Zuerst das, was ich euch auch sage“ (Joh 8,25). Vergleichen wir mit dem, was Gott zu Mose sagte: „Ich werde sein, der ich sein werde. Und sprach: So sollst du zu den Israeliten sagen: »Ich werde sein«, der hat mich zu euch gesandt“ (2 Mose 3,14). Demnach gibt es Gott, den Vater und Gott, den Sohn und Menschen Jesus Christus und Gott, den Heiligen Geist. Doch wer ist der Heilige Geist? Gott ist Geist (Joh 4,24). Jesus Christus ist auch Geist (2 Kor 3,17), der Geist Christi (Röm 8,9). Sind es etwa drei unterschiedliche Geister? Natürlich nicht! Gott ist der Heilige Geist und dieser Heilige Geist ist sowohl der Vater, als auch der Sohn! Den Vater gibt es nicht ohne den Sohn und den Sohn nicht ohne den Vater, beide sind der Heilige Geist und der Geist der Wahrheit. Darüber spricht der Herr ausdrücklich und klar: „Wenn ihr mich erkannt habt, so werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Und von nun an kennt ihr ihn (den Vater) und habt ihn gesehen. Spricht zu ihm Philippus: Herr, zeige uns den Vater und es genügt uns. Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch und du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich sieht, der sieht den Vater! Wie sprichst du dann: Zeige uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst aus. Und der Vater, der in mir wohnt, der tut seine Werke“ (Joh 14,7-10).

Wie ist es nun zu verstehen: Wer lebt im Menschen, der wahrhaftig gläubig geworden ist? Die Bibelstelle Römer 8,9 gibt darauf eine eindeutige Antwort: „Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, wenn denn Gottes Geist in euch wohnt. Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.“ Daraus ist ganz klar ersichtlich, dass der Geist Gottes und der Geist Christi ein und derselbe Geist sind. Der Geist Gottes, der im Menschen lebt, ist der Geist Christi!

Ein anderer Tröster

Der Herr sagte auch: „Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit. […] Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch!“ (Joh 14,16,18). Als Christus über „einen anderen Tröster“ redete, sprach er über sich selbst. Er erschien seinen Jüngern nach der Auferstehung. Warum nannte er sich dann einen anderen Tröster? Weil er als Mensch im Fleisch auf der Erde war und nach seiner Auferstehung nicht mehr im Fleisch war, welches am Kreuz gekreuzigt worden ist und starb, sondern er wurde zum Geist, der lebendig macht. „Wie geschrieben steht: Der erste Mensch, Adam, wurde zu einem lebendigen Wesen, und der letzte Adam zum Geist, der lebendig macht“ (1 Kor 15,45). Auch heute kommt der Herr als Geist, der lebendig macht, zum Menschen. Der Mensch nimmt ihn an, der Geist nimmt in ihm Platz ein und wird zu seinem Gewissen, seinem Verstand, zu seinem Leben. „[…] Wenn aber Christus, euer Leben, sich offenbaren wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in Herrlichkeit“ (Kol 3,1-4).

Deshalb stimmt die Lehre nicht, dass auf der Welt der Heilige Geist und nicht Christus wirkt. Gott wirkt in der Welt: „Ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen“ (Eph 4,6).

Das Geheimnis bleibt im Verborgenen

Und dennoch, es sind zwei, sagte Christus: „Ihr richtet nach dem Fleisch, ich richte niemand. Wenn ich aber richte, so ist mein Richten gerecht; denn ich bin’s nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat. Auch steht in eurem Gesetz geschrieben, dass zweier Menschen Zeugnis wahr sei. Ich bin’s, der von sich selbst zeugt; und der Vater, der mich gesandt hat, zeugt auch von mir. Da fragten sie ihn: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennt weder mich noch meinen Vater“ (Joh 8,15-19). Der Herr sagte nicht: „Wir sind drei: ich und der Vater und der Heilige Geist“. Warum sprach er an dieser Stelle nur von zweien: Ich und der Vater? Das bleibt ein Geheimnis! Wieso sind Jesus Christus und der Vater zwei geworden? Weil das Wort der Wahrheit, der Geist der Weisheit, einen Leib bekommen hat – zunächst einen physischen Leib, damit es etwas zum opfern gäbe (Hebr 8,1-4). Danach, nach der Auferstehung, hat es (das Wort) einen geistigen Leib bekommen. Deshalb sind es zwei: der Vater und der Sohn, dabei sind beide eins und unzerteilbar! D.h. Gott selbst, seine ewige, unvergängliche Göttlichkeit und das Geheimnis des ewigen Lebens bleiben im Verborgenen und sind ein Geheimnis (Mt 6,6)! Und bis zum heutigen Tag ist es den Menschen gegeben, daran zu glauben oder nicht daran zu glauben!

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