Gottes Wesen

Wie lernen wir eine Person kennen? Meistens fragen wir zunächst nach dem Namen und versuchen dann herauszufinden, wo die Person wohnt, was sie so macht, was sie mag oder auch nicht mag. Auf diese Weise lernen wir die Person kennen. Doch wie lernen wir Gott kennen? Können wir ihn sehen, ertasten oder fühlen? Wie groß ist er und wo wohnt er? Die Antworten darauf finden wir in der Bibel, im Wort Gottes, welches uns Menschen hinterlassen ist, um ihn kennenzulernen. Die Bibel beschreibt, dass Gott zwar für den Menschen unsichtbar, aber durch seine Werke wahrnehmbar ist: „[…] Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt; […]“ (Röm 1,19 f.). Da kein Mensch am Leben bleibt, wenn er Gottes Angesicht sieht, offenbarte sich Gott durch das Wort, welches wir Menschen verstehen können. In der Gestalt Jesu Christi konnte es ertastet, erfühlt und gesehen werden (2 Mose 33,20; Joh 1,14).

Wie groß ist Gott?

Gottes Macht und Größe sind mit dem menschlichen Verstand weder zu begreifen, noch zu verstehen! Was könnte beispielsweise Gottes Größe sein? Welche Breite, welche Höhe mag er wohl haben? Stellen wir es uns einfach einmal vor: Auf der Welt gab es sogenannte Riesen, die Helden der Vorzeit (1 Mose 6,4). Und wenn uns schon ein Mensch, der drei bis vier Meter groß ist, gigantisch erscheint, wie vermag dann wohl die Größe Gottes sein?

„Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen (jeden Stern und alle Himmelskörper!); seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt. […] Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich“ (Jes 40,26-28). „O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege“ (Röm 11,33)!

„So spricht der HERR: Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße! Was ist denn das für ein Haus, das ihr mir bauen könntet, oder welches ist die Stätte, da ich ruhen sollte? Meine Hand hat alles gemacht, was da ist […]“ (Jes 66,1 f.). „Der Himmel ist mein Thron“, so spricht der Herr. Was für ein Himmel ist das? Es gab einen Menschen, der bis in den dritten Himmel, in das Paradies, entrückt wurde und dennoch sah er dort nicht den Thron Gottes (2 Kor 12,1-4). Die Bibel offenbart, dass es viele Himmel gibt: „Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel […]“ (5 Mose 10,14; 1 Kön 8,27)! Wie groß muss also Gott sein, wenn der erste Himmel, der Himmel ist, an den Gott zwei mächtige Gestirne, die Sonne und den Mond, platziert hat?! (1 Mose 1,14-18).

Nehmen wir als Vergleich die Sonne: Sie ist Millionen von Kilometern von der Erde entfernt und dennoch erwärmt sie die ganze Erde! Jede Minute strahlt sie so viel Energie ab, wie die gesamte Erdbevölkerung in einem Jahr nicht produzieren kann! Was für eine unermessliche Größe! Der gesamte Weltraum mit all seinen Himmeln, die durch Gott erschaffen sind! Das ist mit keiner Wissenschaft zu ergründen! Gott selbst ist bei weitem größer als das gesamte Universum, das er erschaffen hat.

Wo lebt Gott?

„Meinst du, dass sich jemand so heimlich verbergen könne, dass ich ihn nicht sehe? spricht der HERR. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde erfüllt? […]“ (Jer 23,24). Dabei erfüllt er den Himmel und aller Himmel Himmel! Über Jesus Christus ist geschrieben: „Er ist aufgefahren zur Höhe […] das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, damit er alles erfülle!“ (Eph 4,8-10). „Er ist auch nicht durch das Blut von Böcken oder Kälbern, sondern durch sein eigenes Blut ein für alle Mal in das Heiligtum eingegangen und hat eine ewige Erlösung erworben“ (Hebr 9,12). Daraus wird klar, dass sich das Heiligtum über allen Himmeln befindet. Christus ist an diesen Ort aufgefahren und setzte sich zu der Rechten Gottes, an seinen Thron (Apg 2,32-35; Hebr 1,13).

Das hat Gott von alters her durch den Propheten Jesaja verkündet: „Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt, dessen Name heilig ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum! (Jes 57,15). Das Wort der Wahrheit hat ebenfalls kundgetan: „Der allein Unsterblichkeit hat, der da wohnt in einem Licht, zu dem niemand kommen kann, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann […] (1 Tim 6,16)! Das unzugängliche Licht, zu dem niemand kommen kann, ist das Heiligtum, in dem Gott wohnt und welches sich über allen Himmeln befindet. Hier befindet sich auch der Thron Gottes, an dem Jesus Christus, der Sohn Gottes, zu seiner Rechten sitzt! Aus diesem Heiligtum über allen Himmeln ist Gott herabgekommen und hat in der Finsternis angefangen zu wirken und aus der Finsternis diese Welt geschaffen: „Und Gott sprach: es werde Licht und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis […]“ (1 Mose 1).

Wo lebt nun Gott? Über allen Himmeln, im Heiligtum, in einem unzugänglichen Licht! Es gibt aber einen weiteren Ort, in dem Gott lebt: „Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt, dessen Name heilig ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf dass ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen“ (Jes 57,15). „[…] Ich sehe aber auf den Elenden und auf den, der zerbrochenen Geistes ist und der erzittert vor meinem Wort“ (Jes 66,2). „Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich. […] Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen“ (Mt 5,3-8)!

Wie ist der Name Gottes?

Gott hat sich den Menschen durch viele Namen offenbart. Als Gott Mose beauftragte, das Volk Israel aus der Knechtschaft Ägyptens herauszuführen, fragte Mose wie sein Name wäre, den er den Israeliten nennen soll. „Dann sprach Gott zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde! Und sprach: So sollst du zu den Israeliten sagen: »Ich werde sein«, der hat mich zu euch gesandt. Und Gott sprach weiter zu Mose: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der HERR, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, […]. Das ist mein Name auf ewig, mit dem man mich anrufen soll von Geschlecht zu Geschlecht!“ (2 Mose 3,13-15). Gott nennt sich selbst: „Ich, der HERR, das ist mein Name, ich will meine Ehre keinem andern geben noch meinen Ruhm den Götzen“ (Jes 42,8)! „[…] Es ist sonst kein Gott außer mir, ein gerechter Gott und Heiland, und es ist keiner außer mir“ (Jes 45,21)!

So ist nun der vollständige Name Gottes: HERR, der Gott! (2 Mose 6,3). Dieser Name beinhaltet bereits den Namen seines Sohnes Jesus Christus. Dem Herrn Jesus Christus war es nach dem Willen Gottes vorbestimmt, zum Menschensohn und zum Sohn Gottes zu werden. Der Prophet Jesaja verkündigte lange vor seiner Geburt: „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst“ (Jes 9,5). Er war von Anfang an, ehe die Erde war, als Werkmeister und Geist der Weisheit bei Gott. Durch ihn hat Gott alles erschaffen (Spr 8,22-31; Hebr 1,2).

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