Das Geheimnis Vom Baum Des Lebens

Von Anfang an war der Mensch ein freies Geschöpf mit einer freien Wahl. Damit diese Wahlfreiheit zum Einsatz kommen konnte, pflanzte Gott im Garten Eden zwei Bäume: Den Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen und den Baum des Lebens. So hatte der Mensch die vollkommene Freiheit, zu wählen und seine eigenen Wege zu gehen, sein Leben mit oder ohne Gott zu führen. Und er hat gewählt – er hat sich für ein Leben ohne Gott entschieden und ist damit für Gott gestorben. Wie aber starb der Mensch, wenn er doch am Leben blieb?

Der Tod ist hier nicht physisch, sondern geistlich zu verstehen. Durch das Wort der Schlange, das der Mensch in sich aufgenommen hat, hat das Gesetz der Sünde und des Todes im Gewissen des Menschen Einzug gehalten. Damit ist das Gewissen des Menschen für Gott gestorben. „Wie durch einen Menschen [durch Adam] die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, […]“ (Röm 5,12).

Der Baum des Lebens birgt das Geheimnis des Lebens in sich

Doch im Garten Eden stand noch der Baum des Lebens. Welche Bedeutung hatte er und welches Leben war damit gemeint? Der Mensch war doch bereits ein lebendiges Wesen, somit kann nicht das physische Leben damit gemeint sein. Mit „Leben“ ist hier das Leben im Menschen, also das göttliche, unvergängliche Leben gemeint. Es hat nichts mit dem Leben zu tun, das heute die meisten Menschen darunter verstehen. Das wahre Leben ist nur Gott selbst: „Auf dem Wege der Gerechtigkeit ist Leben, und auf ihrem gebahnten Pfad ist kein Tod“ (Spr 12,28). So wie der Baum der Erkenntnis den Tod in sich birgt, so birgt der Baum des Lebens das Geheimnis des Lebens in sich. Ein Leben, für das der Mensch von Anfang an geschaffen wurde, denn der Mensch sollte Gott in sich tragen. „Der Leib aber […] dem Herrn, und der Herr dem Leibe“ (1 Kor 6,13).

Entscheidung für den Baum der Erkenntnis

Kehren wir zurück: Der erste Mensch hatte also die Freiheit, zwischen zwei Zuständen zu wählen, zwischen dem Tod und dem Leben: „Ich nehme Himmel und Erde heute über euch zu Zeugen: Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, dass du das Leben erwählst und am Leben bleibst” (5 Mose 30,19). Der Mensch entschied sich für den Baum der Erkenntnis und die Geschichte der Menschheit zeigt, dass ohne Gott kein glückliches und erfülltes Leben möglich ist. Denn die Kraft, die dem Menschen den Tod gebracht hat, ist stärker als er und brachte die gesamte Menschheit ins Verderben. Alle Menschen sind in Sünde und im Tod, so wie es das Wort Gottes auch sagt (Röm 3,12).

Gott schenkt den Menschen einen Neubeginn

Doch Gott, der selbst die Liebe ist, wollte den Menschen nicht im Tod lassen. Er hat ihn aus diesem Zustand erkauft, ihn freigesprochen und zurück zum Baum des Lebens geführt, damit er erneut wählen kann! „[…] und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist“ (1 Joh 1,2).

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen“ (Joh 1,1-4).

Seit der Erscheinung Christi fängt die Geschichte der Menschheit von Neuem an. Gott schenkt den Menschen die Möglichkeit, zum Anfang zurück zu kehren und vom Baum des Lebens zu kosten! Der Mensch kann das göttliche Leben in sich aufnehmen und das tun, was Adam im Paradies nicht getan hat, nämlich für Gott leben. Dafür muss das Gewissen des Menschen für Gott lebendig werden und für die Lüge sterben. Wie das geschieht, offenbart Christus in seiner Lehre. Es ist wesentlich mehr, als nur Gott mit seinem Verstand zu begreifen und sich Kenntnisse über Geschichten der Bibel anzueignen. Nur das Wissen darüber rettet nicht, denn genau das Wissen hat den Menschen von Anbeginn her verführt: „[…] und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist“ (1 Mose 3,5).

Die reines Herzens sind, werden Gott schauen

Gott offenbart sich im Inneren des Menschen, nicht nur im Verstand. „Wer aber dem Herrn anhangt, der ist ein Geist mit ihm“ (1 Kor 6,17). „Denn der HERR ist der Geist […]“ (2 Kor 3,17). So hat auch jeder Mensch einen Geist, der sein Gewissen bildet. Es ist der Kern der Seele, die Grundlage eines jeden von uns und der Ort, an dem sich der Geist befindet. Wenn der Mensch den Geist Gottes in sein Gewissen aufnimmt, wird er unsterblich – nicht körperlich, sondern in seinem Geist.

Das Geheimnis des Lebens mit Gott ist ein reines Gewissen. Nur wer ein reines Gewissen hat, hat ein reines Herz und wird Gott schauen (Mt 5,8). Und das vollzieht sich erst, wenn der Mensch das reine Wort Gottes aufnimmt und daran glaubt. Jesus Christus ist der „Geist, der lebendig macht” (1 Kor 15,45). Diesen Geist muss der Mensch aufnehmen, woraufhin Christus selbst in das Gewissen des Menschen einzieht und dort den Sieg über das Gesetz der Sünde und des Todes vollbringt. Der Mensch wird für Gott lebendig und ernährt sich ab da vom Baum des Lebens, von Christus, der ihn reinigt, bis er die Vollkommenheit erlangt.

„[…] Nun aber, am Ende der Welt, ist er ein für alle Mal erschienen, durch sein eigenes Opfer die Sünde aufzuheben. […] Er ist auch nicht durch das Blut von Böcken oder Kälbern, sondern durch sein eigenes Blut ein für alle Mal in das Heiligtum eingegangen und hat eine ewige Erlösung erworben. […] Um wie viel mehr wird dann das Blut Christi […] unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott“ (Hebr 9,26,12,14)!

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