Wie Erkenne Ich Den Willen Gottes?

„[…] dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht“ (Kol 1,9).

Wie erfülle ich mich mit der Erkenntnis des göttlichen Willens oder wie erlebe ich es? Es sind doch keine leeren Worte. Diese Worte muss ich in meinem Leben erleben, sonst hat mein Glaube keine Bedeutung. Den Willen Gottes muss ich kennen.
Im 10. Vers des ersten Kapitels des Kolosserbriefes steht: „Dass ihr, des Herrn würdig, ihm ganz zu Gefallen lebt“. Kann ich als ein Mensch überhaupt Gott würdig sein? Wer bin ich denn? Prophet Jesaja sagt in Kapitel 40: „Siehe, die Völker sind geachtet wie ein Tropfen am Eimer und wie ein Sandkorn auf der Waage“. Hier wird nicht nur von einem, sondern von vielen Menschen gesprochen. Und wenn schon Völker von Gott so angesehen werden, womit kann dann ein einzelner verglichen werden? Wie kann der Mensch des Herrn überhaupt würdig sein? Mit seinem alten Wesen ist er dazu gar nicht fähig!

Sehr mächtige und bedeutungsvolle Worte sagte Jesus Christus zu Nikodemus: „Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist” (Joh 3,5-6). Für Gott gilt nur die neue Kreatur: „Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern eine neue Kreatur” (Gal 6, 15). Hier liegt der Anfang eines Gott wohlgefälligen Lebens!

Nun kann ich auch freimütig davon sprechen, denn ich bin sein Kind. Und zu der Frage über die Erkenntnis von Gottes Willen und wie ich es in meinem Leben erlebe, kann ich Folgendes sagen: Es geschieht durch die Erkenntnis von Jesus Christus in meinem Herzen! „[…] nämlich das Geheimnis, das verborgen war seit ewigen Zeiten und Geschlechtern, nun aber offenbart ist seinen Heiligen. Denen wollte Gott kundtun, was der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Völkern ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. Den verkündigen wir und ermahnen alle Menschen und lehren alle Menschen in aller Weisheit, auf dass wir einen jeden Menschen in Christus vollkommen machen“ (Kol 1,26-28). In Jesus Christus ist die göttliche Vollkommenheit und das wahre Leben verborgen. Das Geheimnis dieses Lebens liegt in seiner Lehre verborgen. Je mehr ich mich mit ihr befasse und sie im Glauben aufnehme, umso mehr erkenne ich Christus und Gott und wachse in der Erkenntnis. Die Erkenntnis macht mich immer freier und glücklicher: „Wenn ihr in meinem Worte bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen” (Joh 8,31-32). Von der Sünde frei zu sein, darin liegt die wahre Freiheit eines Menschen!

„Ich ermahne euch nun, Brüder und Schwestern, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr euren Leib hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene“ (Röm 12,1-2).
Wie es praktisch geschieht, beschreiben folgende Verse: „Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt“ (2 Tim 3,16-17). „Hab acht auf dich selbst und auf die Lehre; beharre in diesen Stücken! Denn wenn du das tust, wirst du dich selbst retten und die, die dich hören“ (1 Tim 4,16). Warum muss ich mich in die Lehre und in mich selbst vertiefen? Ich habe nicht nur einmal erlebt, wie Gott durch mich eine bestimmte Handlung ausführte. Meistens gebe ich mich der Stimme meines Herzens hin und folge ihr. Doch danach kommen verschiedene Gedanken und ich fange an zu überlegen, ob es richtig war, ob die Handlung von Gott war oder nicht. Diese Erlebnisse brachten meistens innere Unruhe und Unsicherheit mit sich. Durch diese Erlebnisse habe ich aber verstanden, dass meine Seele in der Erkenntnis Gottes noch nicht so gewachsen ist, dass ich mich auf mein Gewissen legen kann, ohne es zu hinterfragen. Christus ist doch in seiner ganzen Fülle in mir! Es ist also allein die Frage des Wachstums und der Erkenntnis der Wahrheit, denn wenn man sie gut versteht, zweifelt man nicht. „Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und ihr seid erfüllt durch ihn, der das Haupt aller Mächte und Gewalten ist“ (Kol 2,9-10).

Wie gut begreife ich, was für eine Macht und Größe mir in Gott geschenkt ist. Christus sagte: „Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun; denn ich gehe zum Vater” (Joh 14,12). Es liegt also alles am Glauben und wie ich mich dem Wort hingebe, um Christus in seiner ganzen Fülle zu erleben. Dafür habe ich von Gott bereits alles Notwendige bekommen: „[…] der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus” (Eph 1,3). Und weiter: „[…] nach dem Reichtum seiner Gnade, die er uns reichlich hat widerfahren lassen in aller Weisheit und Klugheit […]; dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen. Und er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, wie reich die Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen ist und wie überschwänglich groß seine Kraft an uns ist, die wir glauben durch die Wirkung seiner mächtigen Stärke” (Eph 1,7-8,17-19).

Was sind das doch für wunderbare Worte! Brauche ich noch mehr?

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