Wenn Unser Körper Zu Gottes Tempel Wird.

Unser Körper ist ein wichtiger Teil von uns, ohne den wir nicht existieren könnten. Für die meisten Menschen hat der eigene Körper deshalb einen sehr hohen Stellenwert. Doch welche Bedeutung sollte der Körper im Leben eines Christen haben? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, kehren wir zum Anfang der Menschheit zurück.

Wie alles begann: „Da machte Gott der HERR den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen“ (1 Mose 2,7). Zunächst waren die Menschen seelisch. Für sie existierte nur ihr Körper und sie waren rundum damit beschäftigt die Bedürfnisse des Körpers zu stillen. Sie kannten nur die Stimme ihres Körpers und empfanden Gefühle wie Wärme, Kälte, Hunger, Durst, Müdigkeit, körperliche Nähe.

So lebten sie bis zu dem Moment, als Gott ihnen ein Wort gab, an welches sie glauben und welchem sie folgen konnten. Doch es erfolgte ein Gegenwort, das Wort der Schlange. Dieser Versuchung konnten sie nicht widerstehen. Sie haben der Schlange geglaubt und somit die Lüge in sich aufgenommen. So hat das Leben nach dem Fleisch begonnen und der menschliche Leib, der von Gott rein und frei von Stolz und Begierden erschaffen wurde, hat sich in einen Leib verwandelt, in dessen Gliedern von nun an das Gesetz der Sünde und des Todes wirkte. Paulus schreibt darüber: „Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Leib des Todes?“ (Röm 7,24).

Das Leben nach dem Fleisch

Das Leben nach dem Fleisch darf man nicht mit dem physischen Leben im Leib gleichsetzen. Um den physischen Körper muss man sich kümmern, ihn pflegen und versorgen, damit man überhaupt existieren kann.

Das Leben nach dem Fleisch ist ein Leben im Glauben, dass sich alles nur um den Körper und seine Bedürfnisse, kurzum: seine Lüste und Begierden, dreht. Genau dieser Glaube hat das Wesen des alten Adams und das Leben dieser Welt geformt. „[…] Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt“ (1 Joh 2,15 f.).

In der heutigen Gesellschaft steht der Körper im Zentrum aller Handlungen und Bemühungen. Alles dreht sich nur um ihn, er wird angebetet und verehrt. Der Mensch ist nur dann zufrieden, wenn alle Wünsche seines Körpers befriedigt sind. Und seine Seele findet keine Ruhe, weil der Körper immer mehr fordert, denn die Lust ist unersättlich. „Sie sind abgestumpft und haben sich der Ausschweifung ergeben, um allerlei unreine Dinge zu treiben in Habgier“ (Eph 4,19).

In so einer Welt klingt es absurd, das Leben nach dem Fleisch abzulegen. „Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden“ (1 Kor 2,14). Der Mensch kann nicht begreifen was von Gottes Geist ist, denn er ist ein Teil dieser Welt, in der alles nach ihrer Art ist: all die Gefühle, die Liebe und der Hass; das Leiden und der Trost; die Geduld und die Demut – es betrifft immer den Körper; das Wissen und all die Lehren – alles ist irdisch und seelisch. Somit betreffen alle Entwicklungen, alle Sehnsüchte und all das Streben der Menschen immer nur den physischen Menschen.

Christus offenbart das Leben nach dem Geist

Jesus Christus ist aus einer anderen Welt gekommen und hat den Menschen ein völlig anderes Leben offenbart. „Ihr seid von unten her, ich bin von oben her; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt“ (Joh 8,23). Im Gegensatz zu dieser Welt, die vergeht, ist sein Reich unvergänglich und das Leben in ihm ist von einer ganz anderen Art. Es äußert sich zwar auch in Gefühlen (Liebe, Frieden, Freude, Demut), die aber nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist sind. Im Gegensatz zum Leben nach dem Fleisch, indem der Körper im Mittelpunkt steht, ist es im Leben nach dem Geist genau umgekehrt: nichts dreht sich um den Leib und um seine Begierden. Im Gegenteil – für das Leben nach dem Fleisch muss man sterben: „So sind wir nun, liebe Brüder und Schwestern, nicht dem Fleisch schuldig, dass wir nach dem Fleisch leben. Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben müssen; wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Leibes tötet, so werdet ihr leben. […] Die aber fleischlich sind, können Gott nicht gefallen“ (Röm 8,12 f.,8).

Christus hat die Möglichkeit gebracht, ein Leben nach dem Geist zu führen. Es ist das Leben des inwendigen Menschen, der von Gott geboren ist und bei dem der Körper keine Rolle mehr spielt. Der Körper ordnet sich der Seele und dem Gewissen unter, einfach weil im Gewissen Gott selbst lebt. Alles im Leben dreht sich nur um Gott und für Gott, der Mensch wird von Gott geleitet und lebt für ihn und durch ihn! Sein Körper wird wieder rein, so wie er ursprünglich auch erschaffen wurde. Der Körper wird seinen natürlichen Bedürfnissen nach gepflegt, doch nicht mehr die Seele wird vom Leib, sondern der Leib wird von der Seele geführt.

Wann ist der Leib rein?

„Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr die Becher und Schüsseln außen reinigt, innen aber sind sie voller Raub und Gier! Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Innere des Bechers, damit auch das Äußere rein werde!“ (Mt 23,25 f.). Oberste Priorität für einen von Gott geborenen Menschen ist es, sich mit seinem Gewissen zu beschäftigen. Denn erst wenn das Gewissen rein ist, wird das Äußere, d.h. der Leib, rein. Dann gilt: „Den Reinen ist alles rein; den Unreinen aber und Ungläubigen ist nichts rein, sondern unrein ist beides, ihr Sinn und ihr Gewissen“ (Tit 1,15).

Manche behaupten, dass die Sünde im Leib leben würde und deshalb der Körper sündig ist. Doch die Quelle der Sünde ist keinesfalls das Fleisch. Es ist der Glaube an eine Lüge und dieser befindet sich im Herzen des Menschen. „Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung“ (Mt 15,19).

Wenn das Gewissen eines Menschen Christus geworden ist, hat die Seele Christus als den Herrn. Und wie die Seele, so ist auch der Körper ihm unterworfen, rein und heilig. Er trägt die Früchte des Geistes und macht das, was die Seele möchte (Jak 2,26).

„Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? […] Denn der Tempel […] seid ihr“ (1 Kor 3,16 f.). „Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe […]“ (1 Kor 6,19 f.).

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