Frage

Ich habe eine Frage zu folgendem Bibelvers: „Wie? Heben wir denn das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! Sondern wir richten das Gesetz auf“ (Röm 3,31).

Welches Gesetz und wie richten wir es auf?

Marina

Antwort

Adolf – Christus ist des Gesetzes Ende
Das Gesetz des toten Buchstabens, das das irdische Leben nach dem Fleisch – das Essen, Kleidungsordnung, Feiertage, Opfergabe usw. – regelte, richten wir nicht auf. Dafür sind wir mit Christus gestorben: „Denn Christus ist des Gesetzes Ende, zur Gerechtigkeit jedem, der da glaubt“ (Röm 10,4). Das Gesetz war ein Schatten des Wahrhaftigen, eine Art Abbild. Es verbarg in sich die Wahrheit, genauer gesagt, es zeigte in allem auf Jesus Christus. Deswegen bekräftigen oder richten wir mit unserem Leben, unserem Glauben das auf, worauf das Gesetz geistlich hindeutete, zum Beispiel: das Passahlamm aus dem Alten Bund ist Jesus Christus (1 Kor 5,7); das Fleisch vom Schwein, Pferd oder ein Fisch ohne Schuppen durfte man nicht essen. Heute sind darunter verschiedene religiöse Richtungen gemeint, von denen man sich nicht „ernähren“ sollte. Opfergaben sind für uns heute geistliche Opfer durch Jesus Christus (1 Petr 2,5).

Wir richten also auf, was das Gesetz im geistlichen Sinne bedeutete, also Jesus Christus: „Ihr sucht in den Schriften, denn ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben; und sie sind es, die von mir zeugen“ (Joh 5,39). Wir bekräftigen die wahren Güter, von denen das Gesetz nur ein Abbild oder Schatten war (Hebr 10,1). Das Gesetz selbst ist vernichtet, weil es niemanden vollkommen machen konnte (Hebr 8,13; 7, 18-19; 10, 9). Aber das Wahre, das Gegenwärtige, wovon das Gesetz gesprochen hat, ist uns erschienen und genau das befestigen und bekräftigen wir durch unseren Glauben und durch unser Leben.

Evgenij – Das Gesetz war nur ein Schatten der Realität
Ich möchte zu dem Thema noch ein wenig hinzufügen. Das Gesetz hat für uns völlig aufgehört zu wirken. Und das ist auch sehr wichtig, sich vom Gesetz, von der Lebensweise nach dem Gesetz befreien zu können. Sonst kann die Gerechtigkeit Gottes nicht erscheinen (Römer 10,2-4; Galater 3,12). Wenn du nach dem Gesetz lebst, kannst du nicht zeitgleich die Gerechtigkeit Christi in dir erleben. Zu verstehen und zu lernen, wie man sich vom Geist leiten lässt, hat absolut nichts gemeinsam mit dem Leben nach dem Gesetz. Wer von Gott geboren ist und noch irgendeine Lebensweise nach dem Gesetz in sich trägt, muss sich unbedingt davon reinigen. Weil die Hebräer diesen Unterschied nicht ganz verstanden haben, sind sie in einer „tiefen“ Kindheit verblieben. Und die Galater sind ganz abgefallen, weil sie unter das Gesetz fielen.

Erinnere dich einmal daran, als du auf dein Kind gewartet hast, da hast du dir bestimmt irgendwelche Vorstellungen davon gemacht, wie es sein wird. Als aber das Kind geboren war, gehörten all diese Vorstellungen der Vergangenheit an. Sie waren nicht mehr länger nötig. So war auch das Gesetz von Christus abgeschrieben. Es war nur ein Abbild des Echten, es zeigte auf Christus. Doch als die Wahrheit erschien, war es nicht mehr notwendig. So wie ein Kind nicht nach deinen Vorstellungen und Träumen lebt, so ist es auch mit Christus. Das Leben ist erschienen, das Abbild hat keine Wirkung mehr. Ein Lebender wird nicht das Tote erfüllen, so wie auch geschrieben steht, dass der Buchstabe tötet (2 Kor 3,6-7).

Christus in uns ist selbst die Realität, das Gesetz war ein Schatten davon. Christus braucht diesen Schatten nicht in uns zu erfüllen. Wenn der Mensch diese Erfüllung des Schattens noch wünscht, erlebt er nicht die Realität. Das kann ein Mensch, der nicht von Gott geboren ist, nicht verstehen. Denn das Gesetz lebt ihn ihm und er bemisst alles nur nach seinen Vorschriften. Der Mensch muss erst von Gott geboren werden, erst dann erscheint ein lebendiges Kind. Erst dann kann ein Mensch sein Gewissen verstehen und nach Christus leben. Man muss dahin wachsen und es lernen. Unser Leben ist das Gesetz des Lebens, des Geistes, das Gesetz der Freiheit, das vollkommene Gesetz; die ewige unveränderliche Wahrheit, die sich in unsere Herzen „eingepflanzt“ hat, durch den Glauben an die Wahrheit. Dieser Wahrheit muss man sich vollkommen hingeben und lernen, sich leiten zu lassen und danach zu leben. Das Gesetz gehört der Vergangenheit an, jetzt gilt die Realität. Wer dies noch nicht hat, der muss es noch erlangen.

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