Der Glaube ohne Werke ist tot. Jeder Mensch wird nach seinen Werken und nicht allein aufgrund seiner Worte beurteilt. Reden kann man viel und gut! Man kann viel versprechen, auf vieles hoffen, träumen und sich dabei vollkommen überschätzen. Wie der Mensch tatsächlich ist, erkennt man nicht nur daran, was er sagt, sondern daran was er tut. Die Werke müssen dem Glauben entsprechen.

„Denn es gibt keinen guten Baum, der faule Frucht trägt, noch einen faulen Baum, der gute Frucht trägt. Ein jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt. Denn man pflückt nicht Feigen von den Dornen, auch liest man nicht Trauben von den Hecken“ (Lk 6,43-44).

Doch die guten Werke müssen aus dem Glauben und nicht aus dem Gesetz kommen. Wäre das Gesetz im Stande gewesen, den Menschen heilig und gerecht zu machen, müsste Jesus Christus nicht erscheinen. Sein Opfer für die Sünde der ganzen Welt wäre dann nicht nötig gewesen. Das Gesetz kann aber die wahre Gerechtigkeit im Menschen nicht vollbringen und ein böses und verdorbenes Herz reinigen. Der Geist Christi wirkt nicht dort, wo vorgeschrieben wird, wie man zu sein hat. Denn der Geist Christi ist die Liebe, die keinen Gesetzen, Regeln und Vorschriften unterworfen ist.

„Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“ (2 Kor 3,17).

Die frohe Botschaft Christi ist eine Kraft Gottes, die jene selig macht, die daran glauben (Röm 1,16). Es wird sich nur in demjenigen die Wahrheit Gottes offenbaren, der das Evangelium, ohne Beimischung des Gesetzes, von ganzem Herzen angenommen hat.

„Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht (Habakuk 2,4): „Der Gerechte wird aus Glauben leben“ (Röm 1,17).

Wenn ich für das Gesetz nicht gestorben bin, („Denn Christus ist des Gesetzes Ende, zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt.“ Röm 10,4) dann kann ich Christus keinen Raum im Herzen geben! Dort, wo das Gesetz gilt, werden unbedingt eigene, seelische Eigenschaften „eingeschaltet“: eigene Sanftmut, eigene Geduld, eigenes Mitgefühl, eigene Liebe (ist es denn überhaupt Liebe?) usw. Ich versuche es zu erfüllen, weil das Gesetz es fordert. Nur gelingt es mir nicht auf Dauer, denn früher oder später gerate ich wieder „außer mir“ – und statt der ersehnten Liebe, Sanftmut, Geduld, des Mitgefühls, kommt das Gegenteil aus mir heraus…

Warum? Weil all diese „guten Eigenschaften“ aus dem Gesetz kommen und uns anerzogen wurden. Wir wurden dazu erzogen, nach bestimmten Regeln zu leben und verhalten uns deshalb so anständig. Doch nur, weil es uns so beigebracht wurde und nicht weil es wirklich im Herzen geschehen ist. Das Wesen muss sich verändern! Das Leben nach dem Neuen Testament ist die vollkommene Freiheit von allen Regeln und Vorschriften, unabhängig davon, ob diese gut oder schlecht sind. Das Neue Testament sind nicht die zehn Gebote, worauf viele christliche Bewegungen heutzutage bauen. Für viele sind die zehn Gebote nach wie vor das Fundament, die Basis. Doch das ist ein großer Irrtum!
Das Neue Testament ist nicht die Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, weil diese „eigene, persönliche Gerechtigkeit“ nicht die Unsterblichkeit mit sich bringt. Die wahre Gerechtigkeit ist nur Gott selbst, er nur ist das wahre Gute. Deshalb ist alles Gute in mir allein Christus. Ich bin geduldig, weil Christus in mir zu meiner Geduld geworden ist. Ich bin sanftmütig, weil Christus in mir zu meiner Sanftmut geworden ist. Ich liebe, weil Christus in mir zu meiner Liebe geworden ist.

Apostel Paulus, ehemals Saulus, konnte sich wie kein anderer seiner fleischlichen und nach dem Gesetz erreichten Leistungen rühmen:
„Obwohl ich mich auch des Fleisches rühmen könnte. Wenn ein anderer meint, er könne sich auf Fleisch verlassen, so könnte ich es viel mehr, […] nach der Gerechtigkeit, die das Gesetz fordert, untadelig gewesen. Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden erachtet.[…] Um seinetwillen ist mir das alles ein Schaden geworden, und ich erachte es für Dreck, damit ich Christus gewinne und in ihm gefunden werde, dass ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott dem Glauben zugerechnet wird“ (Phil 3,4-9).

Die Religion ist deshalb so grausam, weil die seelische, äußerliche Gerechtigkeit nach dem Gesetz für Gottes Gerechtigkeit gehalten wird. Die Gerechtigkeit Gottes ist in der Religion ausgeschlossen, weil sich Gott außerhalb vom Menschen befindet. Er ist irgendwo im Himmel und der Mensch ist immer nur darum bemüht, Gott durch seine eigene Gerechtigkeit wohlgefällig zu sein. Doch das ist völlig sinnlos! Irgendwann wird man müde, hat keine Kraft mehr, den Regeln zu entsprechen. Und dann folgt das, was Paulus beschrieben hat: „Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe“ (Röm 7,24)? Paulus zeigt aber einen Ausweg aus diesem Zustand, den er in seinen Briefen erklärt. Die Religion bezeichnet Paulus als Sünder und behauptet, dass sogar er, ein Apostel Christi, zu Gott ruft und um die Erlösung des todverfallenen Leibes bittet. Was für eine Lüge! Was für ein Unglaube gegenüber dem Opfer Jesu Christi! Denn „Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe“ beschreibt den Zustand aller Menschen, die sich unter dem Gesetz befinden. Apostel Paulus spricht sehr deutlich über sich: „Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe. Ich bin mit Christus gekreuzigt“ (Gal 2,19).

„Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz“ (1 Kor 15,56).
Viele Menschen glauben, sie hätten die Gabe der Gerechtigkeit von Gott empfangen – aber trotz allem sündigen sie auch noch. Sie bezeichnen sich lediglich als gerecht, tatsächlich aber entsprechen sie dem nicht. Die Errettung ist für sie schon durch die Gabe der Gerechtigkeit durch Christus gegeben, doch ob sich diese Gerechtigkeit ihnen erfüllen lässt, bleibt für sie offen und unrealistisch. „Solange man sich im physischen Körper befindet, wird man unentwegt sündigen“ – wird überall gelehrt.

Doch lehrt so die Heilige Schrift? Wäre es denn nicht sinnvoll für alle, die nach der Errettung, nach dem Frieden und nach der Ruhe suchen, die Wahrheit so zu erkennen, wie sie tatsächlich ist und nicht so, wie man sie von den Theologen dieser Welt gewohnt ist zu hören?!

„Nun aber, da ihr von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden seid, habt ihr darin eure Frucht, dass ihr heilig werdet; das Ende aber ist das ewige Leben“ (Röm 6,22).

Ein guter Baum ist immer ein guter Baum, er hört nicht auf gut zu sein, auch wenn dieser noch jung ist und für ihn noch nicht die Zeit gekommen ist, Früchte zu tragen. Der Baum muss wachsen, er muss gegossen und gedüngt werden. Das bedeutet, man muss sich mit der lauteren Milch, dem reinen Wort Christi, ernähren. Wie geschrieben steht: „Ich bin das Brot des Lebens“ (Joh 6,48).

Nimmt man einem Christen die Freiheit, indem man das Gesetz einführt und ihm vorschreibt, wie er zu sein hat, wie er zu handeln hat, was er zu essen und zu trinken hat, wie er sich zu kleiden hat, welche Feiertage er feiern und welchen Tag der Woche er Gott widmen soll, so lehrt man ihn zu heucheln und nicht so zu leben, wie es in seinem Herzen ist. Und in seinem Herzen ist doch Christus?!

Heutzutage hat der größte Teil des Christentums die Gerechtigkeit von Gott nicht erkannt und ist in solchen Regeln und menschlichen Geboten versunken. Diese lassen nicht zu, dass sich Christus in den Herzen offenbart.

„Dies Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir; vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren, die nichts als Menschengebote sind“ (Mt 15,8-9).

„Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, aus der Gnade seid ihr herausgefallen. Denn wir warten im Geist durch den Glauben auf die Gerechtigkeit, auf die wir hoffen“ (Gal 5,4-5).

Dieser Blogbeitrag wurde aus dem Russischen übersetzt.

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