„Und die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet! Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist“ (1 Mose 3,1-5).

Adam und Eva glaubten der Schlange. Dadurch verleugneten sie das Gesetz Gottes, das besagte, wenn ihr davon esst, werdet ihr sterben. Nachdem sie von der Frucht gegessen haben, waren sie physisch noch lange am Leben, doch für Gott sind sie gestorben. Denn die Finsternis nahm in ihnen Platz ein und trennte sie von Gott.

Jeder Mensch wird in die Finsternis, in den Tod geboren, da jeder von Adam abstammt. Das Böse wirkt in einem Menschen, nicht weil er schlechter ist als ein anderer, sondern es wirkt in allen Menschen, weil alle in diese Welt geboren wurden. Diese Welt befindet sich außerhalb von Gott, in der Sphäre des Todes. Deshalb sprach Christus: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen“ (Joh 5,24).

Mit anderen Worten, diese Welt liegt im Argen und die Worte Christi unterstreichen das: „[…] ist vom Tode ins Leben hindurchgedrungen“. Der Tod selbst ist nicht einfach das Ende des physischen Daseins, sondern es ist viel schrecklicher. Jeder Mensch ohne Gott kennt unbedingt den Geschmack des Todes: Bosheit, Unzufriedenheit, Neid, Zorn, Angst vor dem physischen Ende! Die Angst, weil man nicht weiß wohin man nach dem Tod geht und was einen erwartet.

„Aber die Gottlosen sind wie das ungestüme Meer, das nicht still sein kann und dessen Wellen Schlamm und Unrat auswerfen. Die Gottlosen haben keinen Frieden, spricht mein Gott“ (Jes 57,20 f.).

„Den Geschmack des Todes“ kennt also jeder. Aber durch den Alltag, durch die Probleme und Sorgen wird er abgestumpft. Nehmen wir zum Beispiel unseren Körper: Man schenkt ihm so viel Aufmerksamkeit. Jeden Tag sorgt man für ihn und das verleitet den Menschen dazu, sich nicht sonderlich Gedanken darüber zu machen, wie schlecht es ihm eigentlich in seinem tiefsten Inneren geht. Dazu gibt es noch um einen herum so viele tolle Sachen, soviel Interessantes und Unterhaltsames und so tröstet sich der Mensch: „Es ist alles normal, alles ist in Ordnung!“ Aber in Wirklichkeit ist nichts in Ordnung, denn in einem Menschen, der nicht von Gott geboren ist, herrscht immer eine innere Unordnung.
Wenn jemand meint, er wäre ohne Gott und in einem guten Zustand, muss man nur seinen wunden Punkt treffen. Dann wird sofort klar, was alles aus dem Menschen herauskommt. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort: „Wecke nicht das Tier in mir“. Wenn sich dieses „Tier“ wieder beruhigt hat, kommt der Mensch natürlich wieder zu sich und bittet um Verzeihung. Und natürlich wird ihm verziehen, jeder hat Verständnis dafür. Es ist ja normal, dass jeder mal außer sich ist (man wird ja schließlich so weit gebracht). Als ob es nicht der Mensch selbst wäre, sondern nur etwas von Außerhalb, was seinen Verstand kurz außer Kraft setzt und ihn dazu bringt, so zu sein. Aber genau dieses „außer sich sein“ ist die Person selbst, ihr Wesen. Und gerade das ist der Tod, der seinen Anfang im Garten Eden hatte. Denkt an Kain, der seinen Bruder Abel tötete. Wer brachte ihm bei zu töten? Von wem lernte er böse zu sein? – Man muss das nicht lernen, da der Geist der Finsternis in jedem Menschen lebt und genau das ist das „schlafende“ Tier in dir.

„Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. Wenn ich aber tue, was ich nicht will, vollbringe nicht mehr ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt“ (Röm 7,19 f.).

So wird klar, weshalb der Mensch immer mit sich selbst kämpfen muss. Wenn der Mensch nur Gutes in sich hätte, müsste er dann etwa noch mit sich selbst kämpfen? Dieses Böse in einem ist der Tod.

Für viele ist das physische Leben das wahre Leben. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass das Wohlergehen des eigenen Leibes an erster Stelle steht! Die Menschen stellen das Fleischliche, das Sichtbare, das Weltliche vor dem Glauben an Gott. Dieser wird quasi unbemerkt auf den zweiten Platz geschoben. Gott ist für die Menschen oft nur ein Helfer in Not, ein Diener für das eigene Wohlbefinden, damit im Leben alles schön und glatt läuft! Wie eine gute Fee aus einem Märchen. Und das ist genau das, was der Teufel („das schlafende Tier“) möchte. Mit solch einem oberflächlichen und falschen Glauben kann sich der Mensch niemals vom Tod, vom Teufel befreien. Um den Teufel zu verjagen, muss man mit Christus auf Golgatha sterben! Einen anderen Ausweg gibt es nicht. Genau aus diesem Grund kam Christus auf die Erde, um jedem die Möglichkeit zu geben, zurück in den Garten Eden zu kommen und anstelle von Adam die richtige Wahl zu treffen: nicht von dem „Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“ zu essen, sondern vom „Baum des Lebens“. Und diese Rückkehr ist jedem durch den Tod Christi am Kreuz gegeben. ER tat dieses für uns, ER ist der letzte Adam.

Jeder hat die Möglichkeit entweder im ersten Adam im Tode zu bleiben oder mit Christus für den ersten Adam zu sterben und als zweiter, himmlischer Adam, neu geboren zu werden (1 Kor 15,45-49). „Auf dem Wege der Gerechtigkeit ist Leben; aber böser Weg führt zum Tode“ (Spr 12,28). „Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht“ (1 Joh 5,12).

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