Obwohl wir alle wissen, dass unser Leben auf dieser Welt ein Ende hat, wollen sich die meisten nicht damit beschäftigen und verdrängen das Thema lieber. Doch es betrifft uns alle und jeder wird diese Erfahrung früher oder später machen.

„Der Mensch hat keine Macht, den Wind aufzuhalten, und hat keine Macht über den Tag des Todes, und keiner bleibt verschont im Krieg, und das gottlose Treiben rettet den Gottlosen nicht“ (Pred 8,8).
Wenn die Menschen mit dem Tod in Berührung kommen, oder wenn sie Todesangst verspüren, läuft unbewusst sehr viel ab, der ganze Leib und die Seele des Menschen erzittern. Als ob in diesem Moment jemand zuflüstern würde, dass der Tod etwas Unumkehrbares, etwas Schreckliches ist. Was passiert und wohin geht die Seele? Ein solcher Augenblick stellt alles andere in den Schatten. Der Mensch ist fähig unglaubliche Dinge zu vollbringen, nur um dem Tod zu entrinnen. Reaktionen, die man für unwahrscheinlich gehalten hätte; Kräfte, die jegliche Erwartungen übersteigen. Die Todesangst treibt einen soweit, alles zu tun, um nicht zu sterben.

Die meisten haben wohl solche Erfahrungen bereits gemacht oder aber haben von ihnen gehört. Aber die wenigsten wissen, dass nicht die plötzliche Begegnung mit dem Tod die eigentliche Gefahr ist. Die reale Bedrohung ist das, was im Menschen selbst lebt. Der Stachel des Todes, die Sünde, vollbringt ihr Werk und führt den Menschen soweit, bis ihn der Tod endgültig einnimmt. Und auch wenn manche dem Tod ein paar mal entrinnen konnten, besiegen können sie ihn doch nicht. Früher oder später kommt der Zeitpunkt für jeden von uns.

Der physische Tod bedeutet nicht das Ende

Der Tod kam durch den Ungehorsam und die Abkehr von Gott in diese Welt hinein und hat in allen Menschen Eingang gefunden, weil alle gesündigt haben (Röm 5,12; 3,23).

Die Sünde entfaltete ihre Kraft durch das Gesetz, denn das Gesetz offenbarte die Sünde im Menschen, indem es aufzeigte, was gut und was schlecht ist. Das Gesetz verurteilte die Menschen für ihre Sünden und zeigte auf die Folge: den Tod (Röm 7,7-13; Röm 6,23). Somit ist der Tod nicht das, dass der Mensch sich von seinem physichen Körper trennen muss. Diese Lüge wurde vom Teufel sehr überzeugend in der Welt verbreitet, damit der eigentliche Tod verschleiert wird. Das Ende des Lebens im physischen Leib ist nur eine Bestimmung von Gott und ist die Folge des Ungehorsams. Und damit der Mensch nicht für die Ewigkeit in seinem verdorbenen Leib, welcher der Sünde verkauft ist (Röm 7,14) bleiben muss, ordnete Gott an: „Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden“ (1 Mose 3,19; Pred 12,7).

Wenn für den Menschen der Augenblick kommt, in dem seine von Gott festgelegte Zeit im physichen Leib zu Ende geht, geht er in eine andere Form seiner Existenz über. Entweder in den Tod in der Finsternis oder in das ewige Leben im Licht. Das Sterben bedeutet also nur das Ende für den physischen Leib und den Übergang in die Ewigkeit.

Der Tod ist ein innerer Zustand

Der eigentliche Tod ist eine geistliche Dimension des Daseins. Die Bibel enthüllt sein Geheimnis: Es ist die ewige Finsternis. Dort ist Heulen und Zähneklappern. Dort ist der feurige Pfuhl, wo der Wurm nicht stirbt und das Feuer niemals erlöscht (Mt 13,42; Mk 9,43-48).

Das ist das wirklich Schreckliche, weil es nicht mehr verändert werden kann und unwiderruflich ist (Lk 6,22-26). Jede Seele ahnt es, und genau deshalb unternimmt sie unbewusst einfach alles, um dem Tod zu entrinnen. Doch die Möglichkeit, sich selbst aus dieser Gefangenschaft zu befreien, hat der Mensch nicht. Es ist ein Zustand außerhalb von Gott.

Gott ist Licht und in ihm gibt es keine Finsternis (1 Joh 1,5). In Gott ist Friede, Freude, Liebe und Ruhe. Also all das, wonach jeder strebt. Denn es ist das Leben. Alles, was sich der Mensch wünscht: Hingabe, Geduld, Gutes zu tun – all das ist Gottes Wesen. So ist der Heilige Geist und so äußert sich Gott, wenn er im Menschen lebt und der Mensch in ihm wandelt.

Außerhalb von Gott herrscht das Gegenteil: Böses, Hass, List, Lüge, Hader, Heuchelei usw. So äußert sich der Tod im Menschen. Es ist das Wesen des Teufels, des Geistes der Finsternis. In die Gefangenschaft des Todes ist der Mensch durch die Sünde geraten (Röm 5,12). Die Sünde ist nichts anderes als der Unglaube an Gott. Dieser Unglaube bewirkt den Ungehorsam gegenüber Gott und seinem Wort. Stattdessen glaubt der Mensch den Worten des Teufels.

Jeder Mensch hat die freie Wahl zwischen Leben und Tod

Die Bibel lehrt uns, dass der Mensch ein Gefäß ist, in dem entweder Gott oder Teufel wohnt. Gott hat jeden Menschen als ein freies Wesen, mit einem freien Willen und einem fähigen Verstand erschaffen. Er ist in der Lage, sein physisches Leben in dieser Welt für sich selbst so zu gestalten, wie er es möchte. Doch was seinen inneren Zustand angeht, so ist der Mensch nicht in der Lage selbstbestimmt zu leben. In diesem Punkt ist er nicht frei und hat immer einen Geist in sich, der ihn leitet. Der geistliche Zustand eines Menschen ist davon abhängig, wem er glaubt und wem er vertraut.

Gott will den Menschen dazu gewinnen, seine eigentliche Bestimmung zu erfüllen: Gottes Geist anzunehmen und mit ihm vereint zu leben. Er hat den Menschen für sich selbst erschaffen und will sich durch ihn äußern. Auch der Teufel will sich durch den Menschen äußern und möchte, dass dieser ihm glaubt und seinen Willen tut. Er lockt mit seinen Verführungen und malt aus, wie schön und begehrenswert sie sind. Dabei dreht sich immer alles nur um den Körper. All die sichtbaren Freuden des Lebens scheinen so vielversprechend zu sein, dass der Mensch glaubt, in deren Erfüllung liege sein Glück und das Leben würde nur aus diesen Dingen bestehen. Er setzt alles daran, seine irdischen Gelüste zu befriedigen, bis sie überhand nehmen und er ohne sie nicht mehr leben kann.

Aus der Ewigkeit gibt es kein Zurück

Die Menschen werden soweit von ihren Lüsten getrieben: „Sie sind abgestumpft und haben sich der Ausschweifung ergeben, um allerlei unreine Dinge zu treiben in Habgier“ (Eph 4,18f.). Sie lieben die Lüge statt die Wahrheit, tun Böses statt Gutes; zählen das Süße für bitter und das Bittere für süß; die Finsternis sehen sie als Licht an und das Licht als Finsternis. Und dieser geistliche Zustand der Menschen äußert sich in allen ihren Handlungen und Taten. Die Folge ist schrecklich. Es ist die ewige Finsternis, wo Heulen und Zähneklappern ist. Das ist das Los der Feiglinge und Ungläubigen, der Frevler und der Mörder, der Unzüchtigen und der Götzendiener, so wie auch derer, die von der Gnade abgefallen und ohne Christus geblieben sind; derer die faul und oberflächlich waren und nicht Acht auf die Lehre und sich selbst hatten (Offb 21,8; Gal 5,4).