Frage

„Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen“ (Mt 18,3). Wieso sagte der Herr, dass es notwendig sei, so wie ein Kind zu glauben? Warum vergleicht Jesus den Glauben eines Kindes mit dem Glauben eines Christen?

Antwort

Svetlana – Kinder glauben alles, weil sie Vertrauen haben
Was unterscheidet Kinder von Erwachsenen? Wenn Kinder auf die Welt kommen, wissen sie nichts, alles wird ihnen von ihren Eltern beigebracht. Und wie machen das die Eltern? Indem sie mit ihren Kindern sprechen. Die Kinder glauben und nehmen alles ungefiltert auf, weil sie den Eltern vertrauen. Mit der Zeit kommen sie mit anderen Informationen in Berührung (z.B. verschiedene Lehren oder Ansichten). Dann stellen sie in Frage, was sie bis dahin gehört haben, wägen es ab, zweifeln daran oder auch nicht und treffen so ihre eigene Wahl. Das gehört zum Erwachsensein dazu.

Meine Schlussfolgerung daraus ist, dass der Unterschied zwischen einem Kind und einem Erwachsenen in der Menge des angesammelten Wissens, der Kenntnisse und im Vertrauen liegt. Wird ein Kind erwachsener, kann es vieles verstehen und selbstständig machen. Es fängt an, sich mehr auf sich selbst und weniger auf seine Eltern zu verlassen. So hat Gott es auch für uns bestimmt: will man himmlisch werden und ewig leben, muss man für diese Welt, für alle Lehren und Ansichten, an die man geglaubt hat, sterben. Und man muss an die Wahrheit Gottes, die Lehre Jesu Christi glauben, von Gott geboren werden, das Wort des Lebens in sich aufnehmen und darin leben, sich Christus anvertrauen und ein Kind Gottes werden. Gott liebt uns so wie wir sind. Wenn wir seine Kinder sein wollen, müssen wir auf ihn hören und seinen Willen befolgen. Nur so kann man in das ewige Himmelreich kommen.

Nadja – Der Schlüssel liegt in der Aufrichtigkeit, Einfachheit und dem Gehorsam
Seid wie die Kinder, seid gehorsam und vertraut, d.h. auf den Gehorsam kommt es an. Hat man das Wort der Wahrheit gehört, muss man daran glauben, sich wie ein Kind zu Gott wenden und dieses Wort komplett annehmen. Als ich daran geglaubt habe, dass mir alle Sünden vergeben sind und mir nichts angerechnet wird, dass Christus für mich gestorben und auferstanden ist und ich mit ihm, gab es für mich keine größere Glückseligkeit, als ein Kind Gottes zu sein. Und genauso ist es: „Liebe Kinder, ich schreibe euch, dass euch die Sünden vergeben sind um seines Namens willen“ (1 Joh 2,12). Und weil Gott in seinem Wort beständig ist und sein Wort die Wahrheit ist, freue ich mich auch heute darüber, denn ich vertraue meinem himmlischen Vater vollkommen. Man muss einfach, aufrichtig und offen sein, den kindlichen Glauben haben, dann wird man ganz natürlich wachsen und Gottes Verheißungen bekommen.
Dima – Ein kindlicher Glauben hinterfragt nicht
Warum soll unser Glauben kindlich sein? Weil die Kinder das, was ihnen die Eltern sagen und beibringen, nicht hinterfragen. Erwachsene stellen alles in Frage, bevor sie es glauben. Sagt man zum Beispiel einem Kind, dass es einen Gott gibt, so glaubt es das Kind. Sagt man es einem Erwachsenen, so möchte er es zunächst überprüfen. Vielleicht glaubt der Erwachsene irgendwann daran, doch eher selten. Die erwachsenen Menschen „wissen“ viel und die Kinder wissen nichts, sie glauben einfach. Deshalb steht geschrieben, dass man einen kindlichen Glauben haben sollte, dem Wort vertrauen und das bedeutet Christus in dem vertrauen, was er gesagt hat. D.h. ausschließlich so glauben, wie es in der Schrift steht, ohne etwas wegzulassen oder etwas hinzuzutun.
Adolf – Wird man nicht wie ein Kind, gelangt man nicht in das Himmelreich
„[…] Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen“ (Mt 18,3). Der Herr sagt klar und deutlich, dass wenn wir nicht wie Kinder werden, wir nicht in sein Himmelreich kommen können.

Einem physisch geborenen Kind muss man nicht sagen: du bist mein Kind. Wie kann es denn auch nicht mein Kind sein, wenn es doch meins ist! So ist auch ein von Gott Geborener sein Kind. Der Unterschied liegt darin, dass die Geburt bei Gott bewusst vollzogen wird: „[…] im Verstehen aber seid erwachsen“ (1 Kor 14,20). Um von Gott geboren zu werden, muss man sich mit dem Wort beschäftigen, es als die einzige Wahrheit annehmen und daran glauben. Durch das Wort der Wahrheit gebiert sich Gott seine Kinder. Das alles geschieht bewusst und freiwillig und deshalb gilt auch das Gebot des Gehorsams. Ein Kind Gottes hat einen klaren Ausdruck: es ist Gott gehorsam. Am Beispiel eines physischen Kindes wird es deutlich: es liebt seine Eltern, vertraut ihnen, ist von ihnen abhängig. So auch ein Kind Gottes: es verlässt sich ganz auf Gott und ist seinem Wort gehorsam, weil es Gott liebt und ihm vertraut.

Doch nicht alle, die sich für Kinder Gottes halten sind es auch: „Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen Dämonen ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Machttaten getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, die ihr das Gesetz übertretet“ (Mt 7,21-23)! Die wahren Kinder Gottes haben einen klaren Ausdruck: sie lieben die „vernünftige lautere Milch“ (1 Petr 2,2); sie lieben die reine Lehre Jesu Christi und setzen alles daran, diese nicht zu übertreten. Wie die Kinder sind sie in ihrem Glauben und ihrer Erkenntnis völlig von Gott abhängig, sie vertrauen und glauben ihm vollkommen und hoffen nur auf ihn. Und wie die physischen Eltern von ihren Kindern Gehorsam erwarten, so erwartet auch Gott von seinen Kindern den vollkommenen Gehorsam. Und er schenkt seinen Kindern alles. Sie sind durch den Glauben und die Erkenntnis aus dieser Welt in eine andere, göttliche Welt übergegangen; zusammen mit Christus sind sie für diese irdische Welt gestorben und sind mit Christus in seiner Welt auferstanden (Kol 1,12-13). Gott hat seinen Kindern mehrfach geboten, sich um nichts zu sorgen, nicht das Irdische zu suchen und alle Sorgen auf ihn zu legen. Denn er kümmert sich darum (1 Petr 5,7; Phil 4,6-7; Kol 3,1-4; Mt 6,25-34).

Ich appelliere an alle und vor allem an mich selbst, dass wir uns als Gottes Kinder bewähren, denn das ist eine große Würde, die er uns schenkt! Es möge sich wahrhaftig offenbaren, dass wir die Kinder des großen, unergründlichen, ewigen, heiligen Gottes sind! Ihm, der uns geliebt und uns den ewigen Trost in unserem Glauben nach der Wahrheit unseres Gottes geschenkt hat, sei Ruhm und Ehre und Anbetung!

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