Wer Auf Gottes Wegen Geht

Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung fallt! Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach“ (Mk 14,38). „Seid nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Dem widersteht, fest im Glauben […]“ (1 Petr 5,8 f.). „Wohl dem Menschen, der mir gehorcht, dass er wache an meiner Tür täglich, dass er warte an den Pfosten meiner Tür“ (Spr 8,34).

„Wachet“ – so sprach der Herr mehrfach (Mt 24,42; Mk 13,35-37) und auch die Apostel sprachen davon (Apg 20,31). Doch was bedeutet es, zu wachen? Wie drückt sich die Wachsamkeit aus? Die Antwort auf diese Fragen zu kennen und zu verstehen – das ist für einen Christen lebenswichtig, denn ohne Wachsamkeit wird der Gläubige unbedingt einen Schiffbruch erleiden.

Von der Notwendigkeit, zu wachen

„O du Kind des Teufels, voll aller List und aller Schalkheit, und Feind aller Gerechtigkeit, willst du nicht aufhören, die geraden Wege des Herrn zu verkehren“ (Apg 13,10)?

Diese Worte zeigen sehr klar und deutlich, was den Teufel beschäftigt: Jegliche Wahrheit im Menschen vernichten und schließlich allerlei Lüge in ihm verbreiten – und dies alles tut der Teufel mit Arglist und Bosheit! Die Ursache, welche die Notwendigkeit hervorruft, wachsam zu sein, ist der Teufel mit all seiner Bosheit und seinen Lügen. Denn er nimmt die Gestalt von Engeln an und seine Diener verstellen sich als Prediger der Gerechtigkeit (2 Kor 11,13-15). Sie sind immerzu damit beschäftigt, die Menschen in die Irre zu führen und so viele wie möglich – ja, ganze Menschenmassen – mit sich in den Tod zu reißen. Immerhin kann der Teufel nicht auf das Himmelreich hoffen, denn er ist ein Geist der Bosheit. Daher ist sein Motto „da ich keine Errettung habe, sollst auch du sterben!“

Um vom Teufel nicht betrogen zu werden, muss der Mensch Gottes Wahrheit kennen, darin wachen und in Gottes Erkenntnis wachsen: „Habe acht auf dich selbst und auf die Lehre; beharre in diesen Stücken. Denn wenn du solches tust, wirst du dich selbst retten und die, die dich hören“ (1 Tim 4,16). Um nicht von Gottes Weg abzukommen, muss man den Feind gut verstehen und seine Taktik kennen. Mit einem weltlichen Verstand ist dies unmöglich. Denn der Teufel und seine Handlungen sind physisch nicht greifbar. Man kann ihn nur durch einen geistlichen Blick erkennen, denn er selbst ist (ein) Geist.

Apostel Petrus bringt das bildliche Beispiel eines brüllenden Löwen (1 Petr 5,8), da es nach physischer Sichtweise völlig klar ist, was es bedeutet, einen Löwen anzutreffen: Der Löwe kann jeden Moment zugreifen und den Menschen zerreißen! Damit zeigt Petrus, dass wenn der Mensch nicht ausreichend gerüstet ist, der Teufel ihn erbarmungslos verschlingen wird und der Mensch dann im Tod ist!

Ein weiteres Beispiel: Wache halten ist während des Krieges überlebensnotwendig. Jede Nacht muss ein Soldat Wache stehen, während sich die restliche Mannschaft ausruht. Dies macht es für den Feind unmöglich, sich auf irgendeine Art und Weise heranzuschleichen. Und solange der Soldat wacht, sich immerfort umsieht und all den Geräuschen aufmerksam auflauscht, damit er den sich nähernden Feind nicht verpasst, ist alles in Ordnung. Doch was geschieht, wenn der Soldat einschläft? Der Feind wird unbedingt die Gelegenheit nutzen, um den Wachmann und danach den Rest der Mannschaft umzubringen.

Wie im physischen Leben der Feind immer seinen Gegner vernichten möchte, so ist es auch im geistlichen Leben. Es herrscht geradezu ein geistlicher Krieg und der Teufel wird nichts unversucht lassen, um die Wachsamkeit des Menschen abzustumpfen. Würde der Teufel im eigenen Namen der Bosheit und Lüge auftreten, so wäre es umso einfacher, den Krieg mit ihm zu führen. Doch er tritt immer in der Gestalt eines Engels heran, mit schmeichelnden Worten scheinbarer Liebe und Freude. Er verpackt seine Lüge so geschickt, dass es äußerlich als Wahrheit erscheint. Dies bringt er genauso kunstfertig an den Menschen, der schließlich jegliche Lüge für die Wahrheit hält!

Der Glaubensweg in Wachsamkeit

Ein Mensch, der wahrhaftig gläubig wird, durchläuft mehrere „Glaubensstufen“ und jede einzelne davon ist von Wachsamkeit geprägt. Der Glaubensweg eines Christen ist ohne Wachsamkeit gar nicht erst vorstellbar. Zuerst muss der Mensch den Glauben annehmen, dass es nur einen wahren Gott gibt und dass die Bibel das Buch Gottes ist. Dieses Buch öffnet der Welt das Geheimnis seiner Lehre, das Wesen und den Willen Gottes. Um an die Bibel glauben und ihr vollkommen vertrauen zu können, muss der Mensch sehr wachsam sein. Denn er muss die Bibel kennen und verstehen lernen: „Mein Kind, so du willst meine Rede annehmen und meine Gebote bei dir behalten, dass dein Ohr auf Weisheit achthat, und du dein Herz mit Fleiß dazu neigst; ja, so du mit Fleiß darnach rufest und darum betest; so du sie suchest wie Silber und nach ihr forschest wie nach Schätzen; alsdann wirst du die Furcht des Herrn verstehen und Gottes Erkenntnis finden“ (Spr 2,1-5).

Die zweite Glaubensstufe ist die Geburt von Gott. Um von Gott geboren zu sein, muss der Mensch das Opfer Jesu Christi am Kreuz und seinen eigenen Tod für diese Welt im Glauben annehmen. Er muss seinen Zustand ohne Gott anerkennen und kann sich dann durch die Buße vollkommen zu Gott bekehren. So gebiert sich Gott eine neue Kreatur. Damit das geschehen kann, muss der Gläubige in der Lehre Christi sehr wachsam sein (Jak 1,18). Nur so kann sich der Glaube nach dem reinen Wort Gottes festigen.