„Nachdem aber Johannes gefangen gesetzt war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist herbeigekommen. TUT BUßE UND GLAUBT AN DAS EVANGELIUM“ (Mk 1,14 f.)!

Das wichtigste Ziel von Christus war die Verkündigung des Evangeliums. Seine Erscheinung in dieser Welt ist das größte Zeugnis für die Existenz einer anderen Welt, die nichts mit der physischen und zeitlich begrenzten Welt gemeinsam hat. Sie ist geistlich und unvergänglich, in ihr gibt es keine Regeln, Vorschriften und Traditionen. In ihr waltet das Gesetz des Lebens. „…das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus…“ (Röm 8,2). Alle Lehren und Religionen dieser Welt, die sich mit irdischen Satzungen, oder einfacher ausgedrückt, mit dem Leben im „hier und jetzt“ beschäftigen, offenbaren nicht das Gottesreich. Das himmlische Leben bleibt den Menschen verborgen, denn es ist nichts, was mit dem bloßen Verstand begriffen und verstanden werden kann. Dort waltet ausschließlich der Heilige Geist und „welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder“ (Röm 8,14).

Die Buße

Um ins Himmelreich zu gelangen, muss der Mensch von Gott geboren sein. Dies vollbringt Gott durch das Wort der Wahrheit im Menschen: „Er hat uns geboren nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit“ (Jak 1,18). Doch bevor ein Mensch von Gott geboren werden kann, steht ihm der erste richtige Schritt bevor: die Buße. Sie ist sehr wichtig und muss tiefgründig geschehen. Es geht keinesfalls um das oberflächliche Anerkennen von Sünden, wie es in vielen Religionen praktiziert wird: „Ich habe geraucht, getrunken, gestohlen. Ich bereue meine Vergehen zutiefst und werde es nicht mehr tun“. Eine solche Buße oder Beichte ist sehr oberflächlich und führt den Menschen nicht weiter. Denn sie fasst die Sünde, die der Unglaube an das Wort Gottes ist, nicht an der Wurzel.

Das Wesen der Welt verstehen

Um eine richtige Buße zu erleben, muss der Mensch glauben, dass es eine himmlische Welt gibt, die sich von der irdischen völlig unterscheidet. Er muss verstehen, was die irdische Welt ausmacht, was sie antreibt. „Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt“ (1 Joh 2,16). Der Mensch muss glauben und verstehen, dass das Ende der Welt naht und die Welt mit allem, was in ihr ist, vergehen wird (2 Petr 3,7-14). Er muss verstehen, dass das geistliche Leben in dieser Welt mit dem Sündenfall, also dem Unglauben von Adam und Eva an das Wort Gottes begann. Seitdem waltet hier das Gesetz der Sünde und des Todes, gegen das die Menschen mit all ihrer Kraft ankämpfen, aber den Kampf nicht gewinnen können (Röm 5,12; 1 Joh 5,19; Joh 3,19 f.).

Was macht diese Welt außerdem aus? Sie ist voll von Anschauungen und Lehren, die oftmals parteiisch und politisch geprägt sind. So ist auch jeder Mensch parteiisch und religiös. Jeder favorisiert etwas im Leben, nimmt stets eine bestimmte Position ein und vertritt bestimmte Interessen: in der Familie, auf der Arbeit, im Freundeskreis; ist ein Tierliebhaber, Umweltschützer, politisch aktiv, lebt verschiedene Hobbies. Dies alles polarisiert und setzt auf Unterschiede, was automatisch zum Unfrieden (Streit, Konkurrenz, Neid, Benachteiligung der anderen Partei, Kriege) führt. Darum heißt es auch: „Die ganze Welt liegt im Argen (Bösen)“ (1 Joh 5,19). Wegen ihrer Bosheit, wegen dem Unglauben an die Wahrheit, ist das Wesen dieser Welt zum Untergang durch das Feuer bestimmt (2 Petr 3,7-14).

Verstehen, wofür der Mensch bestimmt ist

Damit der Mensch zu Gott zurückkehren kann, muss er sein bisheriges geistliches Leben ablegen. Er muss sich leeren und zu seiner ursprünglichen Bestimmung zurückkehren. Der Mensch ist erschaffen, um das wahre Leben, das Wort Gottes, in sich zu tragen und ein lebendiger Stein in Gottes Haus zu werden. Die Seele des Menschen ist ein Gefäß das immer mit einem Wort gefüllt sein muss. Durch die Erziehung und das Leben saugt jeder Mensch Ansichten, Lehren und Meinungen wie ein Schwamm auf, diese formen ihn und sein inneres Wesen. Um nun das Wort der Wahrheit in sich aufzunehmen, muss man sich von seinen angehäuften Ansichten, Ideen und Vorstellungen, die einem den Blick verblenden, trennen und leer werden. Nur dann wird eine Seele bereit sein, den neuen Glauben, den Geist Gottes aufzunehmen und somit seine eigentliche Bestimmung zu erfüllen.

Wenn ein Mensch verstanden hat, was diese Welt ausmacht und dass er ein Teil dieser Welt war, getrieben vom Geist der Sünde und des Todes, kann er den ersten richtigen Schritt in seinem Leben machen: Die Buße (Anerkennung seines Zustandes im Tod). Dann wird er sich mit Freude von dem Leben nach dem Fleisch absagen und sich aufrichtig zu Gott bekehren, sich Gott mit ganzem Herzen zuwenden. Nur der richtige Glaube an das reine Wort Gottes führt den Menschen zum richtigen Verständnis einer Bekehrung, und nur durch die aufrichtige Bekehrung und den richtigen Glauben wird der Mensch das Himmelreich ergreifen können.

Das Leben nach dem Geist verstehen

Genau dafür ist Christus in diese Welt erschienen. Er hat von einer anderen Welt gezeugt und durch seinen Tod am Kreuz den Weg dorthin frei gemacht. „Er hat uns errettet von der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, in dem wir die Erlösung haben, nämlich die Vergebung der Sünden“ (Kol 1,13-14). Gottes Wahrheit ist das Gegenteil von allem, was in dieser Welt vorherrscht. Sie ist Liebe, Friede und Einigkeit im Geist. Dieser Geist macht frei von der Sünde und er vereint Menschen unabhängig von Herkunft, Alter und Lebensart.

Rechtschaffene Werke der Buße tun

Zu der Zeit von Johannes dem Täufer kamen Menschen zu ihm, um sich von ihm taufen zu lassen. Auch Pharisäer waren darunter. Sie weigerten sich aber ihre Sünden offen zu bekennen und sich zu bekehren, woraufhin sie von Johannes als Schlangenbrut bezeichnet wurden. „Ihr Schlangenbrut, wer hat denn euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? Seht zu, bringt rechtschaffene Frucht der Buße“ (Mat 3,5-12)! „…Sie sollten Buße tun und sich zu Gott bekehren und rechtschaffene Werke der Buße tun“ (Apg 26,20). Rechtschaffene Werke der Buße äußern sich dadurch, dass der Mensch seine Taten in dieser Welt bekennt. Wenn er jemandem Unrecht getan hat oder jemandem etwas schuldig ist, wird er Versöhnung suchen und alles in seiner Macht ermessene tun, um es wieder gut zu machen. Falls es jedoch Menschen gibt, die seine Buße nicht annehmen, ist sein Gewissen frei, sofern er von seiner Seite aus alles Nötige für den Frieden gemacht hat.

Die Buße und Bekehrung zu Gott ist somit der erste richtige Schritt, um auf den Weg in das Himmelreich zu gelangen.