„Suchet den Herrn, solange er zu finden ist” (Jes 55,6). „Damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir“ (Apg 17,27 f.).

Wie kann ein Mensch Gott finden? Wo soll ein Mensch ihn suchen?

Glauben, dass er ist

Der erste Schritt, der jeden Menschen Gott näher bringt, ist das Verständnis, dass Gott existent ist. Er ist wirklich und real. Realer als das, was unsere Augen sehen und was wir wahrnehmen. Wir Menschen und unser Leben sind dagegen nur Rauch. „Was ist euer Leben? Ein Rauch seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann verschwindet“ (Jak 4,14). Alle Menschen sind vor ihm wie nichts. „Siehe, die Völker sind geachtet wie ein Tropfen am Eimer und wie ein Sandkorn auf der Waage“ (Jes 40,15).

Die Suche nach Gott beginnt dann, wenn man begreift, dass das Leben vergeht. Wenn man die Sinnlosigkeit erkennt, sein ganzes Bestreben danach auszurichten, sich ein schönes und gemütliches Leben im „Hier und Jetzt“ aufzubauen. Ein solcher Mensch wird innehalten. Und Gott zeigt sich jedem Menschen. Wie? Zunächst durch seine Werke, also seine Schöpfung. „Denn was man von Gott wissen kann, ist unter ihnen offenbar, weil Gott es ihnen offenbart hat. Denn sein unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, ist seit der Erschaffung der Welt im Geschaffenen zu sehen und zu erkennen“ (Röm 1,19). Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, sieht viele Wunder. Er kann Gott nicht verneinen. Der erste Schritt ist also, zu glauben, dass Gott ist: „[…] denn wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt” (Hebr 11,6).

Verstehen, dass diese Welt vergeht

„Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht“ (Lk 21,33).

„Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn’s hochkommt, so sind’s achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe, denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon“ (Ps 90,10). Das, was uns Menschen so wertvoll, so wunderbar und lebenswert erscheint, hat ein Ende. Diese Welt vergeht, davon zeugt die Bibel. Und der Mensch ist eine noch viel kürzere Erscheinung. So viele Menschen haben vor uns gelebt – heute kann sich keiner mehr an sie erinnern. Viel zu selten wird man sich dessen bewusst, dass auch man selbst irgendwann nicht mehr da sein wird. Der Sinn des Daseins liegt darin, die gegebene Zeit zu nutzen, um Gott zu erkennen.

Es gibt eine andere Welt

„Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von unten her, ich bin von oben her; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt“ (Joh 8,23). Es gibt eine andere Welt, fernab von dem, was uns hier umgibt. Eine Welt, die wir uns nicht einmal vorstellen können, aber von der Jesus Christus den Menschen gezeugt hat. Ein ewiges Leben mit Gott. „Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus erkennen“ (Joh 17,1). Um dieses ewige Leben zu erlangen, muss man also Gott und seinen Sohn Jesus Christus erkennen. Nur durch Jesus Christus kann man zu Gott kommen, denn „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich“ (Joh 14,6). Was genau bedeutet das nun? Was heißt „durch Jesus Christus zum Vater kommen“? Die Antwort ist einfach: durch den Glauben an ihn, an das was er vollbracht hat und durch den Glauben an sein Wort, das uns Menschen als Wegweiser gegeben ist.

Glauben an das Wort Gottes

Ein Beispiel zum besseren Verständnis: Wie lernt man eine Person am besten kennen? Indem man sich mit dieser Person unterhält, sich trifft, oder auf andere Art und Weise Kontakt aufnimmt und ein Austausch zustande kommt. Es hilft wenig, sich zu treffen und „anzuschweigen“ oder E-Mails ohne Inhalt zu versenden. Um Gott kennen zu lernen muss man seine Stimme hören, oder einfacher gesagt: wissen, was er uns Menschen sagt. Und er spricht zu uns durch die Heilige Schrift, sein Wort. Das Evangelium zeugt vom ewigen Leben, von der Freiheit vom Gesetz der Sünde und des Todes. Die Frage ist nur: hören wir das? Glauben wir an sein Wort, das zu uns spricht? Glauben wir, dass dieses Wort tatsächlich Gottes Wort ist?

Wie erwähnt, offenbart sich Gott uns Menschen durch das Wort, denn Gott selbst ist das Wort (Joh 1,1). Wer nun dieses Wort im Glauben annimmt, der nimmt Gott auf. Um Christus aufzunehmen muss man nicht besonders gut sein und etwas geleistet haben. Es genügt der einfache, kindliche Glaube an sein unverfälschtes, reines Wort. Gerecht wird ein Mensch nur durch den Glauben (Hebr 10,38;11,6). Die Schwierigkeit liegt darin, dieses unverfälschte Wort zu hören und aufzunehmen. „So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi“ (Röm 10,17). Wer also Gott erkennen möchte, muss sein Wort hören, verstehen, durch den Glauben annehmen. Wer Ohren hat, der höre.