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Der kostbare Glaube nach der Wahrheit Gottes: Kapitel 11.

Kapitel 11

Die Gemeinde Christi

„Dies Geheimnis ist groß; ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde“ (Eph 5:32). Kehren wir zurück zu der Frage, warum Gott den Menschen erschaffen hat. Die Antwort auf diese Frage zieht sich durch die gesamte Bibel: vom Anfang – der Erschaffung des ersten Menschen – bis hin zur Offenbarung: „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann“ (Offb 21:1 f.).

Gott gebar einen Sohn, wie geschrieben steht: „Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben. Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der HERR wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird König sein […], und sein Reich wird kein Ende haben“ (Lk 1:31-33). Gott hat verstanden, dass es für den Sohn nicht gut sei, alleine zu bleiben; es bedurfte einer Gehilfin, einer Frau, die mit ihm für immer und ewig regieren würde.

Die Braut Christi

„Lasst uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich bereitet. […] Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein“ (Offb 19:7; 21:2 f.). Das neue himmlische Jerusalem, die Braut Christi – sie besteht aus den Menschen, die Gott auserwählt hat und die heilig sind: „Und es wurde ihr gegeben, sich anzutun mit schönem reinem Leinen. Das Leinen aber ist die Gerechtigkeit der Heiligen“ (Offb 19:8).

Das Bild von Christus und seiner Gemeinde als Mann und Frau wird von Anfang an am Beispiel von Adam und Eva gezeigt: „Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht. Und Gott der HERR machte aus Erde allerlei Tiere auf dem Felde und allerlei Vögel unter dem Himmel und brachte sie zu dem Menschen, dass er sähe, wie er sie nennte; […] Und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen; aber für den Menschen wurde keine Hilfe gefunden, die ihm entsprach. […] Und Gott der HERR baute eine Frau aus der Rippe, die er von dem Menschen nahm, und brachte sie zu ihm. Da sprach der Mensch: Die ist nun Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man ird sie Männin nennen, weil sie vom Manne genommen ist. […] und sie werden sein ein Fleisch“ (1 Mose 2:18-24).

Im Neuen Testament vergleicht Apostel Paulus Mann und Frau mit Christus und der Gemeinde: „Dies Geheimnis ist groß; ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde“ (Eph 5:32). „Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem HERRN. Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist – er hat sie als seinen Leib gerettet. Aber wie nun die Gemeinde sich Christus unterordnet, so sollen sich auch die Frauen ihren Männern unterordnen in allen Dingen. Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst für sie dahingegeben, um sie zu heiligen. Er hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort, damit er für sich die Gemeinde herrlich bereite, die keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern die heilig und untadelig sei. […] Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch gehasst; sondern er nährt und pflegt es wie auch Christus die Gemeinde. Denn wir sind Glieder seines Leibes, von seinem Fleisch und von seinem Gebein“ (Eph 5:22-30). Die Gemeinde ist also sein Leib, von seinem Fleisch und seinem Gebein, genauso wie Eva aus Adam erschaffen war. Hieraus wird deutlich, dass Adam ein Ebenbild Christi ist.

Das Beispiel der Tierwelt – unter welcher niemand gefunden wurde, der Adam entsprach (1 Mose 2:19 f.) – zeigt die religiöse Welt, also jene Menschen, die nicht von Gott geboren sind. Genauso vielfältig wie die Tierwelt ist, findet sich diese Vielfalt heute in den Religionen wieder. Es ist nahezu unmöglich, alle Glaubensrichtungen aufzuzählen! Doch nicht eine einzige dieser vielen Glaubensrichtungen ist ein Teil Christi, weil die Menschen darin nicht von Gott geboren sind. Sie sind nicht von seinem Fleisch und seinem Gebein, genauso wie die Tierwelt nicht von Adams Fleisch und Gebein stammt. Es gibt keine einzige Religion, die zu Christus passen würde, um seine Frau bzw. Braut sein zu können!

Für Adam war nur eine einzige Frau erschaffen, die ihn ergänzte. So bestimmte Gott der Vater, auch eine Braut oder eine Frau für seinen Sohn zu erschaffen, mit dem Ziel der gegenseitigen Liebe, der Gemeinschaft, für Rat und Trost. Ohne gegenseitiger Liebe und Einheit zwischen Mann und Frau kann keine Familie gegründet werden. Genauso kann auch die Gemeinde Christi nicht ohne diese Liebe aufgebaut werden. Die Harmonie in der Gemeinde Christi ist Christus selbst. Nur durch die Einheit im Geist und in der Liebe kann sie bestehen: „und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens“ (Eph 4:3).

Die Braut Christi ist durch Christus erschienen, durch das Wort der Wahrheit. Dieses Wort ist selbst Jesus Christus. Deshalb ist seine Braut heilig und gerecht. Wer nicht heilig und gerecht ist, ist nicht im Leib Christi und kann nicht zum Abendmahl des Lammes berufen sein, wo die Braut für die ewige Vereinigung mit Christus bereit sein wird: „[…]. Selig sind, die zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind. Und er sprach zu mir: Dies sind wahrhaftige Worte Gottes“ (Offb 19:9).

„[…] Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles, welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt“ (Eph 1:17-23). Die Gemeinde ist ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit (1 Tim 3:15). In ihr gibt es keinen Betrug, hier wird das Wort Gottes nicht verfälscht. Und es gibt auch keine menschlichen Satzungen in Form von Traditionen, Überlieferungen und aller Art Verordnungen. Die Gemeinde ist das Haus Gottes, dessen Erbauer und Schöpfer Gott ist (Mt 16:18; Hebr 3:4 ff.; Hebr 11:10). Sie befindet sich nicht in dieser Welt, sondern in Gottes Sphäre: „Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt, […]“ (Joh 18:36) und „Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt. […]“ (Joh 15:19 f.). Alle Glieder dieser Gemeinde sind der göttlichen Natur teilhaftig geworden und sind dieser Welt entflohen (2 Petr 1:4).

Jesus Christus selbst ist das ewige Leben. Es ist wichtig, dass Christus in jedem Glied der Gemeinde lebt, wie geschrieben steht: „Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht“ (1 Joh 5:12). Wenn Jesus Christus nicht zum Gewissen des Menschen wird, geht er am Ziel vorbei! Das Gewissen des Menschen ist immer die Grundlage seines Lebens, das, woran er glaubt und was er verehrt. Daher ist es für diejenigen, die Gottes Ewigkeit ererben möchten, so wichtig, Jesus Christus zu ihrem Gewissen zu machen und nach dem Gewissen zu leben! Jeder, der ein Teil der wahrhaftigen Gemeinde sein möchte, muss durch den Glauben mit Jesus Christus am Kreuz auf Golgatha für diese Welt sterben. Das bedeutet: für die Sünde sterben, für jegliche Unwahrheit und Betrug, für das Wesen dieser Welt und mit Christus in Gottes Königreich auferstehen. Mit anderen Worten: vom Tod zum Leben hindurchdringen (Joh 5:24). „Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, wenn denn Gottes Geist in euch wohnt. Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein“ (Röm 8:9). So wird der Mensch mit den Heiligen des Leibes Christi eins sein, sofern er mit dem Leib in Gemeinschaft und Einheit verbleibt.

Der Gottesdienst

„Aber es kommt die Stunde und ist schon jetzt, dass die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten“ (Joh 4:23 f.).

Jesus Christus sagte eindeutig: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten“. Der Herr benutzt das Wort „müssen“, das keinerlei Abweichung zulässt. „Müssen“ bedeutet, Gott nimmt keine andere Art und Weise der Anbetung an. Gott hat zwar viele Anbeter, aber unter allen sucht er sich solche, die bereit sind, ihn im Geist und in der Wahrheit anzubeten, da er selbst Geist ist! Der Mensch mag auch sehr bemüht sein, Gott wohlgefällig zu sein, wenn er dies aber nicht im Geist und in der Wahrheit tut, dann ist solch eine Anbetung hinfällig. Die Anbetung „im Geist“ bedeutet im Gewissen, in dem Christus wohnt. Das Gewissen ist rein und gut, da es Christus selbst ist. Und die Anbetung „in der Wahrheit“ geschieht dann, wenn sich die Seele auf das eigene Gewissen legen bzw. auf dieses vollständig verlassen kann. Wenn sich der Mensch in Christus befindet und ihn inwendig in sich hat, dann wandelt er mit einem reinen Herzen vor Gott. Er betet ihn an, ehrt und lobt ihn, er befindet sich stets im Gebet, er dient ihm unablässig und im Herzen verherrlicht er seinen Herrn. Er heiligt Gott in seinem Herzen (1 Petr 3:15).

Zu den Zeiten des Alten Testaments konnten nur die Priester den Gottesdienst verrichten. Sie hatten die heilige Salbung und trugen spezielle Kleider der Priesterschaft. „Und sie traten Usija, dem König, entgegen und sprachen zu ihm: Es gebührt nicht dir, Usija, dem HERRN zu räuchern, sondern den Priestern, den Söhnen Aaron, die geweiht sind zu räuchern. Geh hinaus aus dem Heiligtum; denn du vergehst dich und es wird dir keine Ehre bringen vor Gott, dem HERRN“ (2 Chr 26:18).

Im Neuen Testament sind all diejenigen Diener Gottes, die von Gott geboren sind: „Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht; die ihr einst »nicht ein Volk« wart, nun aber »Gottes Volk« seid, und einst nicht in Gnaden wart, nun aber in Gnaden seid“ (1 Petr 2:9 f.). Als das auserwählte königliche Priestertum sind wir nun gekleidet in das heilige Gewand der Priester (Offb 19:8) und haben das Recht, Gott anzubeten und ihn zu beweihräuchern. Und mehr als das: wir sollen ihn im Geist und nach der Wahrheit anbeten! Das geschieht zum Beispiel in unseren Gebeten und Lobgesängen. Denn wenn wir singen, so rufen wir den Namen des Herrn an, wir beten ihn an, loben ihn, danken ihm und heiligen den Herrn in unseren Herzen. „Du aber bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels“ (Ps 22:4) „Freuet euch des HERRN, ihr Gerechten; die Frommen sollen ihn recht preisen. Danket dem HERRN mit Harfen; lobsinget ihm zum Psalter von zehn Saiten!“ (Ps 33:1 f.). „Dienet dem HERRN mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken! […] Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen!“ (Ps 100:2 ff.). „Ich will den Namen Gottes loben mit einem Lied und will ihn hoch ehren mit Dank!“ (Ps 69:31). „[…]. Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen“ (Kol 3:16; Eph 5:19) Wenn ein Mensch mit einem reinen und aufrichtigem Herzen Gott lobt und dankt in seinen Gebeten und Lobgesängen, dann ist er brennend in seinem Geist (Röm 12:11). D. h. er betet Gott an und gibt ihm die Ehre.

Wie verlaufen unsere Versammlungen?

Christus ist unser Leben geworden! Sein Leben hat in uns das Gesetz der Sünde und des Todes vernichtet. Wir leben in Christus, und deshalb sind unsere Versammlungen frei und offen; ohne Gesetze, ohne Regeln und Festlegungen. Jedes Mitglied kann sich frei äußern, denken und sprechen. Wir versammeln uns genau aus dem Grund, um in aller Einfalt und Einfachheit Gemeinschaft von Herz zu Herz miteinander zu haben. Nur in solcher Freiheit äußert sich der Geist Jesu Christi, das Wesen Gottes, durch uns. Und zwar nicht das Gesetz der Sünde und des Todes, sondern das Gesetz des Lebens nach dem Geist in Christus Jesus. Deshalb werden unsere Versammlungen nie in einem Chaos enden. Sondern umgekehrt: es kehrt Ruhe und Anstand ein, auch wenn es anfänglich, dem Kindesalter gemäß, laut und scheinbar durcheinander erscheint. Aber je mehr wir uns ernähren, wachsen und erwachsen werden, desto mehr wächst auch die Erkenntnis und Liebe zueinander. Bei uns herrscht kein aufgesetzter „weil es sich so gehört“-Anstand, wie er in der Religion anzutreffen ist, sondern es verläuft gesittet, weil unser Gott ein Gott der Ordnung und des Friedens ist (1 Kor 14:33).

Es ist wichtig zu verstehen, dass nur Jesus Christus das Recht hat in der Gemeinde zu wirken. Ein seelischer Dienst, der nicht von Gott und nicht dem Geist Christi entspricht, ist unzulässig! Unzulässig sind Stolz und Überheblichkeit! Das Eifern darum, dass Gott einen zur Erbauung seines Leibes benutzt, ist sehr gut. Man soll darin eifern, jedoch soll dies ausschließlich für Gott und nicht für die eigene Eitelkeit und den eigenen Stolz geschehen. Eifern, flehen, sich selbst verleugnen; sich völlig der Erfüllung durch Christus hingeben, damit der Dienst lediglich in der Kraft des Herrn, seiner Wahrheit und seiner Liebe gegründet ist: „Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. […] Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun“ (Joh 15:1-5).

Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass ein Dienst, der nicht im Herrn geschieht, nichtig ist. Denn welchen Nutzen hat dieser, wenn er nicht in Jesus Christus ist? Wenn es nicht der Herr ist, dann ist ein anderer Geist, der Geist der Lüge und der Bosheit am Werk. Und dieser Geist wird sich stets als Engel des Lichts herausgeben. Apostel Paulus schreibt: „Denn wenn jemand meint, er sei etwas, obwohl er doch nichts ist, der betrügt sich selbst“ (Gal 6:3).

Wie äußert es sich in der Praxis, dass Christus selbst in unseren Versammlungen wirkt? „Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hängt durch alle Gelenke, wodurch jedes Glied das andere unterstützt nach dem Maß seiner Kraft und macht, dass der Leib wächst und sich selbst aufbaut in der Liebe“ (Eph 4:15 f.). Dabei muss jedes Mitglied des Leibes Christi, der Gemeinde, nach dem Maß der Gabe und des Lebens Jesu Christi in ihm wirken und agieren. So dass der ganze Leib der Gemeinde ein funktionierender Organismus ist und kein Mitglied ist hiervon ausgeschlossen. Auf diese Weise vollbringt Jesus Christus sein Wirken. D. h. er lenkt und führt die Glieder seines Leibes so, wie er es will, denn er ist das Haupt der Gemeinde und sie ist sein Leib!

Es ist geschrieben: „[…]. Wenn ihr zusammenkommt, so hat ein jeder einen Psalm, er hat eine Lehre, er hat eine Offenbarung, er hat eine Zungenrede, er hat eine Auslegung. Lasst es alles geschehen zur Erbauung!“ (1 Kor 14:26). Und ebenso: „Auch von den Propheten lasst zwei oder drei reden, und die andern lasst darüber urteilen. Wenn aber einem andern, der dabei sitzt, eine Offenbarung zuteil wird, so schweige der Erste. Ihr könnt alle prophetisch reden, doch einer nach dem andern, damit alle lernen und alle ermahnt werden. […]“ (1 Kor 14:29-33). In der Versammlung dient einer dem anderen durch Jesus Christus, d. h. dem Heiligen Geist, nach dem Maß, wie es der Herr zuteilwerden lässt. Wie kann hiervon jemand ausgeschlossen werden? Können etwa verheiratete Schwestern ausgeschlossen sein? Zu wem könnte gesagt werden: „Schweige, sprich die prophetische Rede nicht, auch wenn du eine Offenbarung bekommen hast?“

Im Gottesdienst gibt es kein weibliches oder männliches Geschlecht

Es ist offensichtlich, dass im Gottesdienst das Geschlecht keine Rolle spielt, sondern allein Jesus Christus, der in allem und in allen ist: „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus“ (Gal 3:28).

Die Bibel sagt: „Wenn aber einem andern, der dabei sitzt, eine Offenbarung zuteil wird, so schweige der Erste“. Angenommen ein Bruder spricht und in diesem Moment erhält seine Ehefrau eine Offenbarung – wie soll sie sich verhalten? Soll sie reden oder schweigen? Ist die Frau in Christus und mit dem heiligen Geist erfüllt, wessen Geist spricht dann durch sie? Der Geist Christi! Deshalb ist der Dienst in unseren Versammlungen nach dem Geist und nicht seelisch oder fleischlich, sondern geistlich.

Wie ist in diesem Zusammenhang folgende Bibelstelle zu verstehen: „[…]. Wie in allen Gemeinden der Heiligen sollen die Frauen schweigen in den Gemeindeversammlungen; denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt“ (1 Kor 14:33 f.). Die Rede ist hier über das Fleischliche. Denn fleischlich gesehen ist die Frau dem Mann untertan; es ist ihr nicht gestattet über dem Mann zu herrschen, so wie es auch Apostel Paulus geschrieben hat. Alles was in unserem Leben das Fleischliche betrifft, oder einfacher ausgedrückt, alles Physische, das, was von Gott erschaffen wurde, das soll auch unverändert bis zum Schluss so bleiben. Über das Leben nach dem Geist spricht Apostel Paulus eindeutig: „Also seid auch ihr, meine Brüder und Schwestern, dem Gesetz getötet durch den Leib Christi, […]. Denn Christus ist des Gesetzes Ende; […]“ (Röm 7:4; Röm 10:4). Zuvor steht allerdings zur Bekräftigung der Aussage „wie auch das Gesetz sagt“ und nun „dem Gesetz getötet“. Wie können diese Aussagen vereint werden? Ganz einfach: wenn es geistlich ist, in Jesus Christus, dann gibt es keine Trennung der Geschlechter, sondern Jesus Christus selbst vollbringt den Gottesdienst eines jeden Einzelnen. Sprechen wir aber vom fleischlichen Leben, so wie Gott es geschaffen und von Natur aus festgesetzt hat, dann gilt: das Haupt der Familie ist der Mann, die Frau ist dem Mann untertan, sie ist für den Mann erschaffen, und nicht umgekehrt! Somit gilt es für die Frau, die nicht im Heiligen Geist wirkt, zu schweigen. Das Gleiche gilt entsprechend der Erkenntnis der Wahrheit auch für den Mann. Wenn der Mann nicht im heiligen Geist handelt, sondern fleischlich, dann schweige auch er! Denn unser Gottesdienst ist nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist, in Jesus Christus. Jesus Christus ist der Hohepriester und ein Diener am Heiligtum und am wahrhaftigen Zelt, das der Herr aufgerichtet hat und nicht ein Mensch (Hebr 8:1 f.).

Der wahre und vor Gott wohlgefällige Gottesdienst nach dem Neuen Testament ist das Leben nach dem Geist. „Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst“ (Röm 12:1). Dieser Gottesdienst endet nicht, er dauert an. Wir dienen Gott immer und überall, indem wir uns Jesus Christus hingeben, uns im Leibe der Gemeinde befinden und einander in Liebe dienen.

Wer groß sein will, der sei ein Diener

„Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener; und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht, so wie der Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele“ (Mt 20:25-28). „[…]. Denn wer der Kleinste ist unter euch allen, der ist groß“ (Lk 9:48).

Die Rede ist vom Haus Gottes, welches die Gemeinde des lebendigen Gottes ist. Diese Gemeinde hat er sich durch sein eigenes Blut erkauft. In Gottes Haus kann es keinesfalls so zugehen, wie es in dieser Welt üblich ist: Die Vorgesetzten sind an der Macht und bringen ihr Umfeld dazu, sich ihrem Willen unterzuordnen und ihnen zu dienen. Wer sich weigert, muss mit Konsequenzen rechnen, so dass eine permanente Furcht vor dem Vorgesetzten waltet! Nach diesem Prinzip wirkt auch jede Religion: die Menschen wandeln in Ehrfurcht nicht vor Gott, welchen sie nicht kennen und dessen Willen sie nicht verstehen, sondern vor Menschen. Sie blicken mit Ehrfurcht zu den Ältesten auf, die sich so verhalten, dass man sie fürchten muss. Denn wenn man Furcht in den Menschen auslöst, dann wird man geehrt. Wer diese Furcht nicht hat, der hängt aus irgendeinem anderen Grund an den Gemeindevorstehern, da man vielleicht in eine Abhängigkeit geraten ist. Oder man hasst den Vorsteher, trägt diesen Hass aber tief in sich verborgen! Wenn man dann zufällig auf einen Gleichgesinnten trifft, und sich beide in diesem Hass vereinen, ist der Grundstein für eine Abspaltung in eine neue Gruppierung gelegt – hier offenbart sich der Geist der Parteilichkeit.

Die Schrift lehrt uns: „Die Ältesten unter euch ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch teilhabe an der Herrlichkeit, die offenbart werden soll: Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist, und achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt, nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund, nicht als solche, die über die Gemeinden herrschen, sondern als Vorbilder der Herde. So werdet ihr, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen“ (1 Petr 5:1-4).

Die wahrhaftige Gemeinde ist wie eine Familie, in der es Altersunterschiede gibt: Es gibt einen jüngeren und einen älteren Bruder, eine ältere und eine jüngere Schwester, Vater und Mutter. Die Altersunterschiede in der Gemeinde äußern sich in der geistlichen Reife, dem Maß des vollkommenen Alters Christi. Je gerechter der Mensch ist, desto kleiner wird er sein und umso mehr wird er von Liebe erfüllt. Je mehr Gott einen nutzt, umso nichtiger sieht der Mensch sich selbst, da alle Ehre und Herrlichkeit Gott allein gehört, so wie Apostel Paulus über sich schrieb: „haben auch nicht Ehre gesucht von den Leuten, weder von euch noch von andern, obwohl wir unser Gewicht als Christi Apostel hätten einsetzen können, sondern wir waren arglos unter euch. Wie eine Amme ihre Kinder pflegt, so haben wir Herzenslust an euch und sind bereit, euch teilhaben zu lassen nicht allein am Evangelium Gottes, sondern auch an unserm Leben; […]“ (1 Thess 2:6 ff.). Auch den Jüngeren steht geschrieben: „Desgleichen ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter. Alle aber miteinander haltet fest an der Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade“ (1 Petr 5:5).

Die Gemeinde ist ein Leib und im Leib gibt es keine Aufteilungen nach Rang und Höhe, alle Glieder dieses Leibes werden gleichermaßen benötigt. „[…]. Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft […], und sind alle mit einem Geist getränkt [es ist allen gleichermaßen gegeben]. Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele. […] Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo bliebe das Gehör? Wenn er ganz Gehör wäre, wo bliebe der Geruch? […] Wenn aber alle Glieder ein Glied wären, wo bliebe der Leib? […] Ihr seid aber der Leib Christi und Glieder, ein jeglicher nach seinem Teil. […]“ (1 Kor 12:4-31). „Denn wie wir an einem Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben, so sind wir viele ein Leib in Christus, aber untereinander ist einer des andern Glied, und haben verschiedene Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. […] Weissagung […] ein Amt […] Lehrt jemand […] Ermahnt jemand […]. Die Liebe sei ohne Falsch. […] Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem HERRN“ (Röm 12:4-11; 1 Petr 4:10 f.).

Die Lehre Christi lehrt uns: Jeder achte den anderen höher als sich selbst! Denn wer sich selbst erhöht, der soll erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöht werden (Lk 14:11; Röm 12:10; Phil 2:3 f.).

Die Opfergaben – Welche Bedeutung hat das Zehntel im Neuen Testament?

„Es hatte zwar auch der erste Bund seine Satzungen für den Gottesdienst und sein irdisches Heiligtum. […] Dies sind nur äußerliche Satzungen über Speise und Trank und verschiedene Waschungen, die bis zu der Zeit einer besseren Ordnung auferlegt sind“ (Hebr 9:1-10). „Da sprach ich [Christus]: Siehe, ich komme; im Buch steht von mir geschrieben, dass ich tue, Gott, deinen Willen. […] Da hebt er das Erste auf, damit er das Zweite einsetze. […]“ (Hebr 10:7-10).

Der Herr selbst hat verkündet: „Das Gesetz und die Propheten reichen bis zu Johannes. […]“ (Lk 16:16). Apostel Paulus, der eine klare Offenbarung von Gott über das Gesetz Moses hatte, schrieb: „Der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig“ (2 Kor 3:6). Des Weiteren: „Denn Christus ist des Gesetzes Ende; wer an den glaubt, der ist gerecht“ (Röm 10:4).

Das Zehntel ist in der Religion zu einer unentbehrlichen Regel geworden. Dieses Gebot, entnommen aus dem alten Bund, wird mühevoll erfüllt. Es wird sogar gelehrt, dass die Errettung davon abhänge und die Menschen werden in Angst versetzt: wenn du dein Zehntel nicht abgibst, passiert ein Unglück mit deinen Kindern und in deinem Haus wird es keinen Segen von Gott geben. Doch wenn der Herr das Erste aufgehoben hat (den Bund Moses) und das Zweite eingesetzt hat (das Neue Testament im Blut des Herrn), und wenn das Gesetz und die Propheten nur bis zu Johannes dem Täufer Gültigkeit hatten und Christus des Gesetzes Ende ist, wie blieb dann das Gesetz über das Zehntel bestehen?

Dem Gesetz Moses zufolge, bestand das Zehntel hauptsächlich aus Lebensmitteln, Obst, Gemüse und Vieh, um die Priester und Leviten mit ihren Familien zu ernähren, da der Stamm Levi kein Erbgut erhielt, doch der Herr sprach zu Aaron: „[…] Du sollst in ihrem Lande kein Erbgut besitzen, auch keinen Anteil unter ihnen haben; denn ich bin dein Anteil und dein Erbgut inmitten der Israeliten. Den Söhnen Levi aber habe ich alle Zehnten gegeben in Israel zum Erbgut für ihr Amt, das sie an der Stiftshütte ausüben. […]“ (4 Mose 18:20-24). Durch die Propheten verkündet der Herr: „Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, […]“ (Mal 3:10).

Im gesamten Neuen Testament gibt es keine Lehre vom Zehntel, weil es kein Gesetz mehr gibt. Uns ist klar, dass das Gesetz nur ein Schatten der zukünftigen Güter ist (Hebr 10:1), das heißt, das Gesetz wurde aus dem Geistlichen entnommen und für das irdische Leben/den irdischen Leib ausgelegt. Deshalb ist es wichtig, dass wir die Gebote heute auf das Geistliche übertragen und dann die Frage stellen, welche Nahrung oder welche Opfergaben sind heute damit gemeint?

Alle Opfergaben, sowohl Tier- als auch Speiseopfer, und somit auch das Zehntel, weisen auf Christus hin: „Ich bin das Brot des Lebens. […]“ (Joh 6:48-58). „Schafft euch Speise, die nicht vergänglich ist, sondern die bleibt zum ewigen Leben. Die wird euch der Menschensohn geben; denn auf dem ist das Siegel Gottes des Vaters“ (Joh 6:27). Die Speise im Haus Gottes ist heute das Wort der Lehre. Wir ernähren uns geistlich. Deshalb ist das Zehntel des Neuen Testaments in erster Linie, die eigenen Erlebnisse mit der Gemeinde zu teilen, wie geschrieben steht: „[…] nach dem Werk eines jeglichen Gliedes in seinem Maße“ (Eph 4:16) und „[…] wenn ihr zusammenkommt, so hat ein jeder einen Psalm, er hat eine Lehre, […], er hat eine Offenbarung, […]“ (1 Kor 14:26). Apostel Petrus schreibt: „[…], zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus“ (1 Petr 2:5). Zu diesen Opfern gehört das ganze Leben eines Christen, hierzu zählen auch Geldsammlungen, welche aus Liebe zu Gott und keinesfalls nach dem Gesetz geschehen. Der Dienst des Neuen Testaments liegt im Heiligen Geist, und der Heilige Geist ist Gott, Gott wiederum ist die Liebe. Alles, was der Mensch opfert, opfert er aus Liebe und nicht aus Zwang, denn das wäre das Gesetz, und das Gesetz bewirkt Zorn (Röm 4:15).

Über die Opfergaben/Spenden wird im Neuen Testament einfach gelehrt: „Was aber die Sammlung für die Heiligen angeht: Wie ich in den Gemeinden in Galatien angeordnet habe, so sollt auch ihr tun! An jedem ersten Tag der Woche lege ein jeder von euch bei sich etwas zurück und sammle an, so viel ihm möglich ist, damit die Sammlung nicht erst dann geschieht, wenn ich komme“ (1 Kor 16:1 f.). Hier ist nicht die Rede vom Zehntel, sondern davon, die Gemeinde auch finanziell mit zu erhalten, nach dem individuellen finanziellen Vermögen. Im zweiten Korintherbrief (8. und 9. Kapitel) wird ausführlich beschrieben, dass Geldsammlungen für die Bedürfnisse der Heiligen oder der Gemeinden stattfanden, und auch hier wird das Zehntel nicht erwähnt, so wie es im Alten Testament der Fall war. Es wird kein Gesetz festgelegt, sondern es gilt nur die vollkommene Freiheit: „Ein jeder, wie er’s sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb“ (2 Kor 9:7). Und Apostel Paulus schrieb: „[…]. Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; […]“ (2 Kor 9:6).

Im Neuen Testament gibt es also kein Gesetz vom Zehntel in Form von Geld. Bei Gott gibt es kein Gesetz und alle, die in Gott leben, brauchen es nicht, weil die Liebe zu Gott und seinem Werk wirkt! Vom Zehntel aus dem Glauben spricht die Bibel bereits am Beispiel von Abraham, d. h. bevor das Gesetz Mose kam: „Dieser Melchisedek aber war ein König von Salem, […] welchem auch Abraham gab den Zehnten aller Güter. […] Und sozusagen ist auch Levi, der doch selbst den Zehnten nimmt, in Abraham mit dem Zehnten belegt worden. Denn er sollte seinem Stammvater ja erst noch geboren werden, als Melchisedek diesem entgegenging“ (Hebr 7:1 f.,9 f.).

Und nun stellt sich die Frage: Hat denn der Dienst Gottes in seinem Haus, in seiner Gemeinde heute aufgehört? Werden etwa keine Mittel für den Dienst benötigt? Ist es nicht wunderbar, wenn die Gemeinde über Mittel verfügt, um den Bedürftigen zu helfen? Um Gott gemäß dem Gesetz des Alten Testaments zu dienen, hatte Gott nur das Allernotwendigste festgelegt, dass die Menschen in keiner Weise in Armut stürzen ließ. Und wie ist es heute? Nach der Liebe zu Gott und seinem Werk können wir weit mehr als nur das Zehntel opfern! Die Schrift sagt: „Oder wisset ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, welchen ihr habt von Gott, und seid nicht euer selbst. Denn ihr seid teuer erkauft; darum so preist Gott an eurem Leibe und in eurem Geiste, welche sind Gottes“ (1 Kor 6:19 f.). Apostel Paulus schreibt: „Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, zu welchen Gott uns zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen“ (Eph 2:10). Wir haben uns Gott freiwillig hingegeben, und gehören uns nicht mehr. Oder ist etwa all das des Menschen Besitz? Hat nicht vielmehr der Herr dem Menschen alles gegeben, was er besitzt? „Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht. So ihr nun in dem ungerechten Mammon nicht treu seid, wer will euch das Wahrhaftige vertrauen? Und so ihr in dem Fremden nicht treu seid, wer wird euch geben, was euer ist? Kein Knecht kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott samt dem Mammon dienen. Das alles hörten die Pharisäer auch, und waren geizig, und spotteten sein. Und er sprach zu ihnen: Ihr seid's, die ihr euch selbst rechtfertigt vor den Menschen; aber Gott kennt eure Herzen; denn was hoch ist unter den Menschen, das ist ein Greuel vor Gott“ (Lk 16:9-15).

Ferner hat der Herr am Beispiel des reichen Mannes und des armen Lazarus sehr deutlich gezeigt, was es bedeutet, wenn man die Bedürfnisse in der Gemeinde nicht sieht (Lk 16:19-31). Der Reiche hat nichts gesehen, er bemerkte den armen und kranken Lazarus gar nicht erst! In seinem großen Wohlstand hat er gezeigt, wo sein Herz ist.

„Er blickte aber auf und sah, wie die Reichen ihre Opfer in den Gotteskasten einlegten. Er sah aber auch eine arme Witwe, die legte dort zwei Scherflein ein. Und er sprach: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr als sie alle eingelegt. Denn diese alle haben etwas von ihrem Überfluss zu den Opfern eingelegt; sie aber hat von ihrer Armut alles eingelegt, was sie zum Leben hatte“ (Lk 21:1-4).

„Gott, der die Welt gemacht hat und alles, […] auch wird er nicht von Menschenhänden bedient, als ob er etwas nötig hätte, da er selber allen Leben und Atem und alles gibt“ (Apg 17:24 f.). Wie prüft Gott die Herzen der Menschen, wohin sie geneigt sind und woran sie hängen? Was sie lieben und wo ihr Schatz ist? „Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz“ (Mt 6:21). „Ein Sohn soll seinen Vater ehren und ein Knecht seinen Herrn. Bin ich nun Vater, wo ist meine Ehre? Bin ich HERR, wo fürchtet man mich?, spricht der HERR Zebaoth zu euch Priestern, die meinen Namen verachten. […] Denn wenn ihr ein blindes Tier opfert, so haltet ihr das nicht für böse; und wenn ihr ein lahmes oder ein krankes opfert, so haltet ihr das auch nicht für böse; […]“ (Mal 1:6-9). Damals wurden nach dem Gesetz Tiere geopfert, und der Herr ermahnte: „Verflucht sei der Betrüger, der in seiner Herde ein gutes männliches Tier hat und es gelobt, aber dem HERRN ein fehlerhaftes opfert. […]“ (Mal 1:14).

Heute sind unsere Opfergaben keine Tiere, dennoch sind Opfergaben notwendig! Und wenn der Herr schon damals das gesunde Tier in der Herde sah, während der Besitzer darum bemüht war das kranke, blinde oder lahme Tier loszuwerden; sieht der Herr heute etwa nicht unser aller Herzen und wie der Mensch dem Werk Gottes hingegeben ist? Jedes Herz wird darauf geprüft, wie es Gott liebt!

Welche Gemeinde nimmt Christus bei seiner Wiederkunft zu sich?

„So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem HERRN. Durch ihn werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist“ (Eph 2:19-22).

Die Kinder Gottes sind lebendige Steine, die in den Bau Gottes eingefügt werden (1 Petr 2:5). Und weiter: „Und ich sah die Heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, […]. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; […]. Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein“ (Offb 21:2 f.,7).

Die Heilige Stadt Jerusalem erscheint, wenn der Bau des Tempels Gottes vollendet ist. „[…] der ganze Bau […] wächst zu einem Heiligen Tempel“ – wie geschieht das?

Erstens, es gibt nur einen wahren Grundstein: den Herrn Jesus Christus. Es gibt keine andere Grundlage von Gott, als nur diese: „[…] Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, […] und werdet die Wahrheit erkennen, […]“ – „Wer darüber hinausgeht und bleibt nicht in der Lehre Christi, der hat Gott nicht; wer in dieser Lehre bleibt, der hat den Vater und den Sohn“ – „Halte dich an das Vorbild der heilsamen Worte, […]“ – „Aber der feste Grund Gottes besteht und hat dieses Siegel: Der HERR kennt die Seinen; und: Es lasse ab von Ungerechtigkeit, wer den Namen des HERRN nennt“ (Joh 8:31 f.; 2 Joh 1:9; 2 Tim 1:13; 2:19).

Zweitens, es geht um die vollkommene Einigkeit untereinander, keinerlei Spaltungen sind zulässig: „Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, im Namen unseres HERRN Jesus Christus, dass ihr alle mit einer Stimme redet und lasst keine Spaltungen unter euch sein, sondern haltet aneinander fest in einem Sinn und in einer Meinung“ (1 Kor 1:10). „Wandelt nur würdig des Evangeliums Christi, damit […] ihr in einem Geist steht und einmütig mit uns kämpft für den Glauben des Evangeliums“ (Phil 1:27). „Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; ein HERR, ein Glaube, eine Taufe“ (Eph 4:4 f.).

Vollkommene Einigkeit, derselbe Sinn, gleiche Gedanken im selben Geist sind nur der neuen Kreatur, deren Leben Jesus Christus ist, möglich (Jak 1:18). Die Liebe ist die wirkende Kraft der neuen Kreatur, durch welche der Leib Christi erbaut wird: „Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist von Gott geboren und kennt Gott. Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist die Liebe. […] Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Darin ist die Liebe bei uns vollkommen, dass wir Zuversicht haben am Tag des Gerichts; denn wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt“ (1 Joh 4:7-17). In der vollkommenen Liebe Gottes wird der Bau des Tempels Gottes ineinandergefügt – angefangen vom Kleinkind bis hin zum vollendeten Mann, der vollen Fülle Christi: „bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi, […]. Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hängt durch alle Gelenke, wodurch jedes Glied das andere unterstützt nach dem Maß seiner Kraft und macht, dass der Leib wächst und sich selbst aufbaut in der Liebe“ (Eph 4:13-16).

Apostel Paulus schrieb: „Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch verlobt mit einem einzigen Mann, damit ich Christus eine reine Jungfrau zuführte“ (2 Kor 11:2). „Darum, meine Lieben, während ihr darauf wartet, seid bemüht, dass ihr vor ihm unbefleckt und untadelig im Frieden befunden werdet“ (2 Petr 3:14). Das Haus Gottes, das ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit (1 Tim 3:15).

Nun stellt sich die Frage: wenn unser Herr Jesus Christus zum zweiten Mal kommt, welche Gemeinde wird er für immer zu sich nehmen? Diejenige, die sein Leib sein wird und deren Haupt, er selbst – Jesus Christus – ist. Alle Glieder dieses Leibes leben durch ihn und er in ihnen. Es ist ein Leib ohne Spaltungen, in dem alle denselben Sinn Christi haben, und in dem alle einig und einmütig Gott, den Vater unseres Herrn Jesu Christi, ehren und preisen (Röm 15:5 f.). Als Christus auf der Welt war, lehrte er: „Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. […]“ (Joh 12:26). Und im Gebet bat er den Vater um einen geeinten Leib: „damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, […], ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien […]“ (Joh 17:21,23).

Das wahre Haus Gottes wird gebaut und harmonisch ineinander gefügt, denn der Herr selbst ist durch die ihm treu ergebenen Gefäße am Werk. Die Heilige Schrift mahnt vielfach und auf unterschiedliche Weise vor Spaltungen. Sie lehrt, bezeugt und warnt: wenn sich jemand von der Einheit nach der Lehre Jesu Christi abkehrt, Neid oder Verdächtigungen, keine Liebe zu Geschwistern, keine Gemeinschaft mit den Heiligen in der Gemeinde hat – derjenige wird bei der Wiederkunft des Herrn nicht zu seinem Leib gehören. So jemand wird in die äußerste Finsternis geworfen, wo sich der Teufel mit seinen Engeln befindet.

Wir sollten begreifen, dass Christus einen reinen, einheitlichen, zusammengehörigen Leib zu sich nehmen wird, der sich nach seinem Ebenbild zu einem heiligen und gerechten Leib verwandeln wird!

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